SpinJumpWump
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ich bin durch Google auf diese Seite gestoßen und habe mich entschieden mich an Euch zu wenden, damit ich meine Ehekrise und bevorstehende Trennung besser verarbeiten kann. Ich erzähle möglichst kurz meine Geschichte:
Meine Frau und ich haben uns 2009 kennen gelernt und 2014 geheiratet, als das zweite Kind unterwegs war.
Auch bevor das zweite Kind unterwegs war und bevor ich Ihr den Heiratsantrag gemacht habe, gab es schon Krisen.
Insgesamt haben wir beide die ganzen Jahre über nicht gut und zum Schluss gar nicht mehr als Partner kommuniziert, sondern nur unsere Rollen gespielt. Meine Frau hatte zugegebenermaßen schon Schwierigkeiten mit mir, da ich Depressionen und Angststörungen mit mir herum schleppe. In früheren Jahren der Beziehung habe ich auch noch Beruhigungsmittel genommen, die dazu geführt haben, dass ich auch mal mitten am Tag geschlafen habe auf der Couch.
Und insgesamt war es nach Ihrer Beschreibung einer Zeit voller Höhen und Tiefen, wobei die Tiefen vermutlich tiefer waren, als es gemeinhin üblich ist. Ich weiß es nicht. Ihr Bruder sagte zu mir 2013: " Sagt mal wollt Ihr nicht auch mal heiraten ?" Und ich glaube dann kam ein gewisser unbewusster Druck auf Sie fragen zu müssen, was spontan und völlig unvorbereitet und auch unromantisch eigentlich im Januar 2014 geschah.
Also heirateten wir im Juni 2014 und unser zweiter Sohn kam im Juli 2014. Rückblickend erinnere ich mich daran, dass der Hochzeitsfotograf uns bei einem Foto dazu bewegen musste näher zusammen zu rücken und ich dabei ein komisches Gefühl hatte in der Magengegend. Aber die Sonne schien und später feierten wir bei uns im Garten bei Sonnenschein und das mulmige Gefühl verschwand.
Ab dem Urlaub 2016 im Sommer würde ich sagen ging unsere Beziehung bergab, ein Stück weit bergauf, aber nicht mehr so wie es mal war. Denn Ende 2016 sagte ich zu meiner Frau. Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr arbeiten. Ich schaffe das alles nicht mehr. Ich werde mich in eine Klinik (psychosomatische Klinik Ginsterhof) zur Behandlung geben.
Dort war ich 2003 schon einmal und hatte mir seinerzeit zu lange Zeit für diesen Schritt gelassen.
Für mich war klar: Ich muss diesen Schritt gehen, wenn ich weiter für Familie und Kinder da sein möchte.
Nun spürte meine Frau am ganzen Körper, was es bedeutet mit einem psychisch kranken Menschen zusammen zu sein oder sagen wir mal mit einem, der starke Handicaps hat. Ich will mich nicht auf "meiner Krankheit" ausruhen.
Sie bekam es mit der Angst zu tun, doch ich zog es durch.
In der Wartezeit bis zum Ginsterhof, die ca. 3,5 Monate andauerte entwickelte sich die Erschöpfung zur schweren Depression ink. Suizidgedanken an den Weihnachtstagen. Meine Frau konnte damit nicht umgehen und isolierte sich vor dem Fernseher.
Dennoch kam es im Laufe dieses tiefen Tals öfter dazu, dass ich Sie angegriffen habe. Sie würde mich als Ehefrau nicht unterstützen war einer der Vorwürfe, die ich Ihr gegenüber brachte.
Auch meine Liebe zu Ihr war verschwunden. Rückblickend ist das klar. Das macht die Krankheit mit einem.
Damals dachte ich aber, es ist so und teilte Ihr das sogar mit, dass ich Sie evtl. gar nicht mehr liebe.
Die Liebe kam dann während der Therapie im Ginsterhof zurück. Ich war joggen und auf einmal brachen die Tränen aus mir heraus und ich hatte wir Zugang zu meinen Gefühlen für Sie.
Nach dem Ginsterhof schaffte ich es mit Hilfe von ambulanter Psychotherapie und Medikamenten wieder mich langsam ins Berufsleben einzugliedern und irgendwann schaffte ich auch wieder die 40 h Woche.
Ein Problem blieb mir allerdings erhalten. Mangelnde Impulskontrolle gepaart mit mangelnder Frustrationstoleranz, die immer wieder zu Konflikten im Job führte in Form von unangemessenen Äußerungen meinerseits oder impulsiven Handlungen, die ich später bereute. Diese Störung habe ich bis heute nicht wirklich im Griff.
So passierte es, dass mich im vergangenen November 2019 eine subjektiv empfundene ungerechte Aktion eines Kollegen dazu führte, dass das Fass bei mir überlief und ich im Affekt kündigte.
Ich hatte vor das mit meiner Frau zu besprechen, die war aber nicht zu Hause und der Handlungsdruck war so mächtig, dass ich mich nicht stoppen konnte und so war ich 3 Jahre später in der vermeintlich gleichen Situation, bloß jetzt mit meiner eigenen Kündigung zu Ende Mai 2020 im Nacken. (lange Kündigungsfrist).
Der AIDA Norwegen Urlaub im Sommer reichte jetzt nicht mehr als schöne Erinnerung. Meine Frau dachte nur:"Jetzt geht das alles wieder los, ink. aller Verletzungen und Beleidungen." Und wen wundert es, dass Sie da auf Ihrer Hunderunde jemanden trifft, der locker drauf ist und auf wie Sie sagt: Auf Ihrer Wellenlänge. Das tut weh. Die beiden tauschten Nummern aus, ich wusste jedoch nichts davon.
Eines Tages sah ich Ihr Handy mit geöffneter Whats App App auf dem Schreibtisch mit dem Namen des Mannes.
Ich hatte Ihn auch schon einmal getroffen und kannte seinen Vornamen.
Ein dumpfes Gefühl lies mich fragen, wer das denn sei.
"Ein Arbeitskollege", schnellte aus Ihrem Mund hervor.
Später sah ich auf der Website Ihrer Firma nach und was denkt Ihr: Habe ich Ihn dort gefunden ?
Natürlich nicht. Dann beging ich meinerseits einen Vertrauensbruch (zum ersten mal seit 2009 und zum ersten Mal überhaupt).
Ich nahm Ihr Smartphone und sah Ihren Chat mit dem Typen oberflächlich durch, bis ich meinen Beweis hatte.
Ich sah einen flirtigen Chat mit einem Mann aus unserem Ort.
Wer seine Impulse nicht gut im Griff hat, der macht sich natürlich nicht 48 Stunden Gedanken, wie es jetzt vernünftig weiter gehen konnte. Ein Abgrund öffnete sich unter mir. Ich rannte sofort zu Ihr und stellte Sie zu Rede. Dadurch kam natürlich auch mein Vertrauensbruch Ihr gegenüber ans Licht.
Dann gab es tagelang hin und her. Sie war sehr kühl in Ihren Aussagen und sprach immer in Richtung Trennung als in Richtung Paartherapie. Das kann ich mir zu Gute halten. Ich habe Sie gleich 2017 darum gebeten eine Paartherapie zu machen, um Verletzungen aufzuarbeiten. Das wollte Sie nicht. Sie wollte alle Ihre Themen lieber alleine vor dem TV ausmachen.
Ich sagte erst ich würde kämpfen und arbeiten wollen. Aber Sie machte nicht einen Millimeter den Eindruck, dass Sie das will.
Sie sagte dann in einem Gespräch, dass eigentlich ganz gut war und auf eine vernünftige Mail von mir folgte, Sie Zeit brauche.
Ich versprach Ihr Ihr die Zeit zu geben, was ich nicht schaffte.
So nahm ich immer wieder das Gespräch zu Ihr auf und nach jedem Gespräch steigerte sich der Frust, bis ich mich von Ihr trennte und Ihr vorschlug eine Eltern WG zu machen. "Probieren wir das", sagte Sie nur.
Oh mein Gott. Sie hatte gar kein Problem damit. Ihr war es offensichtlich egal, dass Ihr Partner zukünftig mit anderen Frauen schlafen könnte. Ich hatte mir wohl eine andere Antwort ausgerechnet.
Und obwohl ich eigentlich an der Ehe festhalten wollte, tat ich das Gegenteil.
Ich verkaufte meinen Ehering (was Sie erst später erfuhr) und ich ging in der gleichen Woche an einem Freitag ein Sex Date ein.
Ich hatte jede Hoffnung verloren und sah Sie auch an den Typen verloren.
Wobei das eine Geschichte in meinem Kopf ist. Sie behauptet bis heute nichts mir dem zu haben. Allerdings sagte Sie auch anfangs, dass Sie nicht wüsste, was sich aus diesem Flirt entwickeln würde.
Manchmal habe ich sogar dein Eindruck, dass Sie bewusst oder unbewusst wollte, dass ich mich trenne.
Ihr Smartphone lag offen da ohne Sperre und Display an.
Sie ist auch nicht die große Entscheiderin. Sie war glaube ich froh, dass ich das Thema für Sie entschieden habe.
Aber im Endeffekt hat Sie sich von mir getrennt.
Ich bin natürlich völlig fertig und sehe Sie auch noch total kühl und gelassen mit allem umgehen.
Wie schafft die das ? Weil Sie schon lange mit mir fertig ist ? Oder ist das nur Fassade ? Möglicherweise denkt Sie sich auch: "Eine Woche noch, dann bin ich Ihn los." Dann geht es für mich nämlich in die Reha für mindestens 5 Wochen.
Nun wohnen wir hier im Haus meiner Mutter zur Miete und ich bekomme nur Krankengeld und habe keinen Job.
Das bedeutet, dass ich wohl nach der Reha wieder hier her ziehen muss und hier so lange wohnen muss, bis ich einen Job habe. Meine Kinder bleiben mir dann noch direkt erhalten. Das ist super, aber meine Wutgefühle sind wirklich teilweise extrem.
Das kann doch nicht gut gehen und macht jedes Reha Ergebnis sofort wieder zu Nichte oder nicht ?
Meine Aufgabe muss ja sein: 1. Gesund werden und einen Plan entwickeln 2. Job suchen 3. Wohnung suchen
Meine Mutter unterstützt uns wie immer extrem mit gekochten Essen (sehr deftig und lecker
Also was meint Ihr: Nach der Reha wieder unter einem Dach leben mit Ihr ? Kann das funktionieren ? Welche Alternativen könnte es geben ? Und wenn ich schon wieder unter einem Dach mit Ihr leben muss wie kann ich sicher und gut mit meiner Wut umgehen. Joggen gehen ist schon ganz gut, aber trotzdem: Die Wut ist extrem und Sie schadet auch mir selbst.
Ich versuche natürlich für mich zu sorgen, so gut es geht und mich gedanklich in andere Gefilde abzulenken.
Ich würde mich sehr Freuen, wenn Ihr Ideen und Anregungen zu meinen Fragen habt. Möglicherweise habt Ihr auch selbst Erfahrungen mit Depressionen und Angststörungen im Bekanntenkreis oder beim Partner, so dass Ihr mir da Tipps geben könnt. Ich bin über jede Hilfe und über jeden Zuspruch sehr dankbar.
Liebe Grüße
SJW
