Zitat von Birgitta: Wer von euch Mamis steckt in der gleichen Situation oder hat diese schon hinter sich und kann mir sagen wies bei euch so ist oder war.
Meine Scheidungskinder sind noch viele Jahre von 22 entfernt. Da aber mal zur Debatte stand, dass mein Ex doch ein Kind ab weiterführender Schule bei sich haben wollte und er nah der Trennung 600 km weggezogen ist, hab ich mir dazu aktiv Gedanken gemacht.
Ich hätte (und werde das wohl auch, wenn die Kids dann wirklich ausziehen) mir eine fahrbare Schlafgelegenheit statt meinem jetzigen Auto zugelegt. Berlingo oder NV200 mit Klappsitzen und Standheizung. Um einfach jederzeit da sein zu können, falls ich gebraucht werde. Und wenn ich damit an 40 von 52 Wochenenden nur einkaufen fahren, an 11 Wochenenden ins Grüne fahre (mit oder ohne Übernachtung) und an einem WE vor der Wohnung des Kindes stehe, um beim Tapezieren oder bei Liebeskummer zu helfen, hätte sich das für mich schon gelohnt. Ich möchte dasein können, wenn es nötig ist. Und freu mich dann, wenn es nicht nötig ist.
Außerdem wird es in meinen Wohnungen/Häusern stets ein bereites Zimmer für die Kinder geben, auch wenn sie 40 sind. Das ist dann sicherlich gleichzeitig auch Gästezimmer, Arbeitszimmer und Hobbyraum. Aber im Fall der Fälle soll ein Anruf reichen und meine Kinder haben immer einen Rückzugsort auf dieser Welt und sind, so lange ich lebe, nie auf sich allein gestellt. Das gleiche gilt auch für meinen Bruder und meine Cousins und Cousinen. Haben die noch nie gebraucht bzw. nie bei mir angefragt (Cousine zog vorübergehend nach Trennung zu ihrer Schwester). Ich finde es aber wichtig, dass in meiner Familie jeder bei jedem jederzeit anklopfen kann und bedingungslos willkommen ist. Das geht nicht, wenn nur eine Klappcouch im Wohnzimmer zur Verfügung steht.
Ich finde, dass man gerade dann besonders gut loslassen kann, wenn man für alle Eventualitäten schon mal ein Sicherungsnetz gespannt hat. Die Kinder sollen, wenn's nach mir geht, besonders mutig raus in die Welt gehen, weil sie wissen, dass sie nie ganz tief fallen können und immer offene Arme sie auffangen.
Ich finde auch nicht, dass es ein Zeichen von Unselbständigkeit oder ganz viel Hilfe ist, wenn das erwachsene Kind erst spät mitbekommt, dass es jährliche oder km-Services gibt. Da hat man wohlmdie vergangenen 15 Jahre das Kind nie in die Werkstatt mitgenommen oder saß mal gemeinsam im Auto, wenn Mama oder Papa meinten, "oh Mist, schon über 120.000, da muss ich demnächst mal wieder zum Service". Sie können ja nur wissen, was sie in der Familie oder mit Freunden selbst erlebt oder mal gesagt bekommen haben. Ihr habt es eurer Tochter eben spät gesagt. Aber das ist doch nicht "viel Hilfe" sondern eine einfache, wenn auch verspätete, Info, an die die Eltern vorher nicht gedacht haben.