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Wie soll ich mit ihr über meine Depression reden?

Kagorinho

Kagorinho
Mitglied

Beiträge:
48
Themen:
6
Danke erhalten:
49
Mitglied seit:
Hallo liebes Forum,

ich bin mal wieder auf eure Hilfe, Ratschläge und Erfahrungen angewiesen.

Ich date zurzeit eine ziemlich tolle Frau, wie verstehen uns gut, die Vibes, Signale sind da. Zu den ersten Küssen kam es auch schon. Wir stehen aber trotzdem noch am "Anfang" und lassen es langsam angehen.

Nur ist es so. ich bin ziemlich "verkopft" und denke gerade etwas weiter.

Ich leide schon seit mehreren Jahren an Depressionen, hab Therapien hinter mir und muss Medikamente einnehmen.

Jetzt mache ich mir Sorgen - falls es ernster wird - wie ich mir ihr darüber reden kann und wie sie es aufnimmt? In der Vergangenheit habe ich leider unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Mal wurde es positiv aufgenommen, mal bin ich auf Unverständnis gestoßen - traurig aber wahr.

Findet ihr ich sollte das überhaupt sagen? Ich bin leider ein sehr ehrlicher Mensch und finde sowas sollte gesagt werden, irgendwann würde es der Partner ja eh mitbekommen.

Was denkt ihr darüber?

Vielen Dank schon mal!

x 1 #1


Heffalump
Ich würd warten, wie es sich entwickelt. Weil auch wenn du gern ehrlich bist, mit der Tür ins Haus fallen würd ich nicht. Und ich denke, situationsbedingt kann sich das auch mit deinem Unterbewusstsein aus dem Mund schleichen, sprich:

Man erwähnt es beiläufig oder man redet darüber und hängt es dann dran.

Nicht überdimensionieren.

x 2 #2


A


Wie soll ich mit ihr über meine Depression reden?

x 3


KäptnNemo
@Kagorinho

Hallo,

ich würde die Dates erst einmal genießen und nicht sofort drüber reden. Das ist ja auch kein Thema worüber man mal kurz 10 Minuten drüber quatscht und dann ist gut.
Und wenn Du merkst, das läuft vielleicht in Richtung Beziehung, dann würde ich das Thema ansprechen. Eigentlich müsste da 1) auch jeder dafür Verständnis haben, dass man sowas nicht direkt nach den ersten Dates raushaut und b) das kein leichtes Thema ist, denn es hat ja auch eine Ursache.

x 2 #3


Kagorinho
Hi @Heffalump und @KäptnNemo ,

vielen Dank euch erstmal für die Antworten und Ratschläge.

Klar, würde ich erstmal Zeit vergehen lassen, da wir noch ziemlich am Anfang sind und mal gucken wohin es sich entwickelt..

Wie gesagt bin halt ziemlich verkopft und mach mir oft mal zu viel Gedanken. Ich versuche es jetzt einfach zu genießen wie es ist und wenn irgendwann mal der Zeitpunkt kommt, kann ich es ansprechen und wenn jemand dafür kein Verständnis hat, sollte man eh die ganze Sache überfragen.

Danke bis dahin!

x 2 #4


Heffalump
Zitat von Kagorinho:
Ich versuche es jetzt einfach zu genießen wie es ist

Mach das.

Zu viel denken, beeinflusst das Ganze ja noch mehr.

x 1 #5


alleswirdbesser
Ich persönlich würde es mir wünschen es früh genug zu erfahren, bevor große Gefühle entstehen und es weh tun kann.

Jemand, der keine negativen Erfahrungen hatte, würde sich vermutlich auf weiteres kennenlernen einlassen, so wie ich einst.

Jemand wie ich, mit Erfahrung, würde das Kennenlernen beenden, so ziemlich egal zu welchem Zeitpunkt ich damit konfrontiert werden würde. Deshalb für mich - je früher, desto besser, denn je später, desto schmerzvoller wird es. Aber das sieht natürlich jeder anders.

x 3 #6


Kagorinho
@alleswirdbesser

Hi, danke für deine Sichtweise.

Es tut mir leid, dass du offensichtlich schlechte Erfahrungen gemacht hast.

Ich persönlich kann nur sagen dass ich meine Depression nie auf meine Partnerin projiziert habe, oder die Schuld daran gegeben habe. Gleichzeitig habe ich auch nie um Mitleid gebeten und in einer schlechten Phase meine Partnerinnen vollgejammert und oder gesagt tu dies nicht tu das nicht, das macht es nur schlimmer.

Es ist einfach mein Ding, wenn ich allein bin muss ich auch klarkommen.

Liebe Grüße

x 1 #7


tesa
Zitat von alleswirdbesser:
Ich persönlich würde es mir wünschen es früh genug zu erfahren, bevor große Gefühle entstehen und es weh tun kann.


Das hieße dann, dass Menschen mit Depressionen niemals eine Beziehung führen könnten.

Zitat von Kagorinho:
Ich persönlich kann nur sagen dass ich meine Depression nie auf meine Partnerin projiziert habe, oder die Schuld daran gegeben habe.


Welchen Einfluss haben Deine Depressionen auf Dein Leben insgesamt?

Womit muss man rechnen, wenn man sich auf Dich einlässt?

Ich denke, jemand der irgendwelche anderen Medikamente nimmt, wird das vielleicht auch nicht grade erzählen, oder?

Bei psychischen Erkrankungen ist das sehr "gefährlich", weil "wir" sie nicht sehen und daher schwer nachvollziehen können.

Je früher Du es erzählst, desto größer ist die Gefahr, dass dein Gegenüber Angst davor hat.

Je länger sie Dich als "normal" kennen lernt, desto geringer wird ihre Angst sein.

Ich würde mich sofort fragen, was das für MICH bedeutet. Und je vertrauter wir sind, desto weniger hätte ich Angst, dass Deine Depressionen mein Leben negativ beeinflussen könnten.

Ich hatte zwei Bekannte, die sich das Leben genommen haben. Davor hätte ich die größte Angst.

x 2 #8


tina1955
Ich würde es mir auch wünschen, so zeitig wie möglich, davon zu erfahren.
Vor allem, in welchem Umfang Depressionen auftreten und wie sie die Beziehung beeinträchtigen können.

x 3 #9


tina1955
@Kagorinho und wenn Du in depressiven Phasen allein sein möchtest, was soll Deine Partnerin dann tun ?
Angenommen, ihr führt eine Beziehung und plötzlich werden alle Pläne aufgrund der Depression über den Haufen geworfen, wie soll sie reagieren ?
Abwarten, bis es Dir besser geht ?

x 1 #10


alleswirdbesser
@tesa
Zitat von tesa:
Das hieße dann, dass Menschen mit Depressionen niemals eine Beziehung führen könnten.


Zitat von alleswirdbesser:
Jemand, der keine negativen Erfahrungen hatte, würde sich vermutlich auf weiteres kennenlernen einlassen, so wie ich einst

Das habe ich nicht gesagt. Aber jemand, der schlechte Erfahrungen gemacht hat, würde Abstand nehmen, natürlich nicht jeder. Deshalb ist es meiner Meinung nach eher ungünstig zu lange zu warten mit der Info. Weil man eben Gefühle entwickelt und anfängt sich zu binden, und dann der Schlag.

Zitat von tesa:
Je länger sie Dich als "normal" kennen lernt, desto geringer wird ihre Angst sein

Angst ist zum Beispiel nicht mein Problem. Sondern die Erfahrung und diese führt dazu, dass ich für mich eine wiederholte Erfahrung damit in Zukunft komplett ausschließen wollen würde.

x 3 #11


tina1955
Ich finde es ganz wichtig über den Umfang, Auslöser und die Dauer zu informieren. Dann kann ein Partner selbst entscheiden, ob man damit klar käme.
Das gehört meiner Meinung nach beim Kennenlernen als Ehrlichkeit dazu.

x 4 #12


tesa
@alleswirdbesser

Ich verstehe Dich und sehe es ja genauso!

Eigentlich will man jemanden der ganz gesund ist.

Aber ich versetze mich in die Lage des TE.

Und wenn ich überlege, dass viele andere mit irgendwelchen PS rum laufen, es eventuell nicht wissen oder nicht eingestehen ...

Das Forum ist voll von Menschen, die schrägste Geschichten erleben. Bei vielen könnte auch eine PS (des Gegenübers) der Grund sein. Sie wissen es aber nicht.

Sehr schwieriges Thema!

x 2 #13


alleswirdbesser
Zitat von tesa:
Eigentlich will man jemanden der ganz gesund ist.

Nicht mal das. Ich war vor meiner letzten Beziehung sehr unvoreingenommen und ein Mann mit psychischen Erkrankung hatte alle Chancen der Welt, salopp gesagt.

Inzwischen hat sich das geändert, auch durch das viele Lesen hier im Forum.

Mein Ex hat ja irgendwann zugegeben, dass er die Beziehung mit mir mitgenommen hatte, weil ich ihm gut getan hatte zu dem Zeitpunkt. ABER ich habe Kinder, er auch, Patchwork, zusammenziehen, we are a family... für ein paar Monate? Da ging er einfach zu weit.

x 3 #14


tina1955
Es kommt ja auch sehr auf den Umfang und die Art der Häufigkeit depressiver Episoden an.
Mitunter lässt sich diese Erkrankung ja auch sehr gut medikamentös behandeln, sodass es zu keinen Episoden kommt.

x 2 #15


A


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