Jetzt gebe ich hier auch mal meinen Senf dazu

Mir ging es mit meinem Ex ähnlich, der die Meinung vertritt, man müsse in einer richtigen Beziehung unbedingt auch (täglich und immer) zusammenwohnen.
Ich jedoch denke da anders. Besonders auch ab einem gewissen Alter und den jeweiligen Lebensumständen, vielleicht auch persönliche Gewohnheiten vorhanden, die nicht deckungsgleich sind, und sich die Partner vielleicht gegenseitig damit früher oder später sogar nerven.
Ich habe es trotzdem versucht mit dem Zusammenziehen, doch mehr und mehr gemerkt, dass ich mich in dieser Wohnung und den Abläufen und um des lieben Friedens Willen immer mehr selbst hintenangestellt habe und mich (auch räumlich) nicht wirklich entfalten konnte. Wenn ich das Gespräch darauf brachte, dass eine Beziehung in wahrer Liebe auch gegenseitiger Freiraum bedeutet, hatte mein Ex eine ablehnende Haltung dazu, meinte sogar, mit meiner Einstellung sei das ja keine Beziehung für mich sondern lediglich eine Affäre.
Seine Bekannten und Familie pflichten ihm da bei. Ich habe mich und meine Denkweise dahingehend während der Beziehung sehr stark hinterfragt, und wusste nicht mehr, was richtig oder falsch ist. Obwohl meine innere Stimme die Richtigkeit meiner Einstellung für mich sagte, zweifelte ich doch zugleich daran und an meinem Selbstbewusstsein. da ja so viele anderer Meinung waren, und ich offensichtlich eine "falsche" Denkweise hatte.
Heute weiß ich - Gott sei Dank wieder -, dass es völlig egal ist, was andere denken und wie andere leben. Jeder von uns ist selbst der Regisseur in seinem Leben, das wir so gestalten und leben können, wie wir wollen. Ich würde mich niemals mehr danach richten, wie ein anderer Mensch zu leben wünscht, wenn es mich und meine Freiheit auf eine Art und Weise beschneiden würde, die mich ungesund einengt und auf irgendwelche althergebrachten Denkweisen und Konventionen beruht.
Wahre Liebe lässt auch frei.
Mit Bindungsangst hat das mE nicht automatisch was zu tun.