Zacharo
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Ich melde mich jetzt mal hier, weil ich einen neutralen Rat brauche.
Vor 2 Jahren befand ich mich vielleicht 8 Monate in einer extrem toxischen Bindung. Das ganze Ding startete unter tausend red flaggs, die ich nicht kannte, nicht sah. Ich habe mich anschließend an eine Psychologin gewandt, die mich in vielen Dingen unterstützte.
Um die toxische Beziehung zu beschreiben, sie begann mit einem riesigen Idealisierungswahn der damaligen Freundin bzw. jetzigen Ex Freundin, mündete in cholerischen Wutanfällen ihrerseits, wenns nicht nach ihrer Nase lief und das verlief häufig so, absolut keinerlei Reflektion, komplette Kränkbarkeit bei einfach allem, emotionale Ausbrüche, die ich bis dato nie erlebte und sie beendete die Beziehung mit großen Wutanfällen und Hass gegen mich. Irgendwie gewöhnte ich mich daran.
Trotz Therapie und psychologischer Unterstützung denke ich noch ab und zu daran.
Ich führe ein tolles Single Leben, fühle mich frei und wohl, habe Spaß, mache Sport und bin glücklich. Und trotzdem habe ich mich . oder gerade deswegen . auf einer Single Plattform registriert, ohne viel Energie rein zu stecken, schrieben mich zwei Frauen an.
Eine Frau wohnt etwas weiter weg, sieht super aus, und hat eine gute Einstellung, wir haben viel telefoniert, trafen uns und sie gefiel mir total gut. Die Entfernung war mir aber mit 200km einfach zu weit für eine nähere Bindung, womit ich das ganze beendete.
Eine andere Frau, etwas älter, 52 Jahre, sieht ebenfalls top aus, wir teilen die gleichen Hobbys, sie ist richtig richtig krass in mich verschossen, glaube weil ich jünger bin, und dieselben Werte wie sie teile, und wir uns gut verstehen. Aber ich merke, sie wohnt übrigens in der Nähe, dass ich überall das Haar in der Suppe suche.
Und ich vergleiche das Gefühl, das ich jetzt habe, mit der toxischen Ex. Die sah übrigens bei weitem nicht so gut aus wie die hier beschriebenen beiden Frauen, und trotzdem fand ich sie unfassbar umwerfend. Keiner meiner Freunde oder Geschwister konnte das je verstehen, was ich an ihr finde.
Meine Psychologin meinte, dass ich noch immer im Kopf abgespeichert habe, dass ich diese Erniedrigung, dieses Hoch und Runter, dieses sich schlecht behandeln lassen, im Kopf einprogrammiert habe, weshalb ich es als fast unnormal empfinde, wenn sich jemand ernsthaft für mich interessiert und mich toll findet. Mich liebenswert findet, mich gesund oft sehen will und mir Freiräume lässt.
Ich tue mich schwer damit herauszufinden, ob ich einfach keine Anziehung habe oder ob mir genau das gut tun würde, weil es sich "normal" gut anfühlt und nicht "woooow boahhhh" gut anfühlt, wie beim Kennenlernen der damals toxischen Ex, die mich komplett idealisiert und in einem riesigen Wutanfall abgewertet hat.
Vielleicht hilft mir hier jemand das herauszufinden, Anziehung versus Langeweile und gut tuender Beziehung, ich hoffe ich finde den Weg noch heraus zu dem, was mir einfach gut tut und "normal" ist und kein ständiger Dopamin Kick ist.