SusanRex
Gast
ich schreibe hier, weil ich gerade ziemlich ratlos bin und mir einen neutralen Blick von außen wünsche.
Ich bin seit einigen Monaten mit einem Mann zusammen. Schon unsere Kennenlernphase war nicht ganz einfach, sodass ich den Kontakt zwischenzeitlich beendet hatte. Er wollte uns aber unbedingt eine Chance geben und hat sich sehr um eine feste Beziehung bemüht.
Er kann unglaublich liebevoll, aufmerksam und fürsorglich sein. Er hat mir viel Sicherheit vermittelt, Zeit und Energie investiert und spricht von einer gemeinsamen Zukunft, sogar von Heirat. In unseren schönen Momenten fühle ich mich sehr geliebt.
Gleichzeitig gibt es eine andere Seite, die ich immer schwerer einordnen kann.
Wenn er sich zurückgewiesen fühlt oder etwas als Zeichen mangelnder Liebe interpretiert, entstehen teilweise heftige Konflikte. Dann kommen Eifersucht, Unterstellungen, Vorwürfe und auch Beschimpfungen dazu. Es gab bereits Trennungsdrohungen und zuletzt sogar eine Aussage, die ich als massive Einschüchterung empfunden habe.
Ein aktueller Streit entstand unter anderem daraus, dass sich ein früherer Bekannter bei mir gemeldet hatte. Ich habe diesem direkt gesagt, dass ich in einer Beziehung bin, und meinem Partner davon erzählt. Trotzdem entstand daraus der Vorwurf, ich würde mir andere Männer offenhalten. Ich bin sicher, dass mein Partner innerlich weiß, dass ich treu bin. Deswegen verwirrt mich alles noch mehr.
Hinzu kommt, dass mein Partner manchmal schon weniger Nachrichten oder eine ruhigere Stimmung meinerseits als Zeichen interpretiert, dass meine Gefühle nachlassen. Dabei bin ich gelegentlich einfach müde oder brauche Ruhe.
Was mich besonders verwirrt, ist der Wechsel zwischen sehr intensiver Zuneigung und heftiger Ablehnung. Nach Konflikten finden wir häufig wieder zu großer Nähe zurück. Aber die grundsätzlichen Probleme scheinen sich zu wiederholen.
Ich liebe diesen Mann und möchte nicht vorschnell alles aufgeben. Gleichzeitig möchte ich nicht lernen müssen, Beschimpfungen, Drohungen oder ständige Zweifel an meiner Liebe hinzunehmen.
Deshalb interessieren mich eure Erfahrungen und Einschätzungen:
-Kennt jemand solche Wechsel zwischen großer Nähe und massiver Ablehnung?
-Was kann hinter starker Eifersucht und solchen Reaktionen stecken, ohne dass man gleich eine psychologische Diagnose stellt?
-Woran erkennt man, ob jemand wirklich bereit und fähig ist, sein Verhalten zu verändern?
-Wie kann man in einer solchen Beziehung gesunde Grenzen setzen, ohne ständig in Rechtfertigungen zu geraten?
Mir geht es nicht darum, meinen Partner schlechtzumachen oder eine Ferndiagnose zu bekommen. Ich möchte die Dynamik besser verstehen und herausfinden, was ein gesunder Umgang damit wäre.
Danke an alle, die ihre Erfahrungen oder Gedanken dazu teilen.