Ehemaliger User
Gast
exakt 6 monate ist nun die trennung/der auszug meines mannes her.
ich habe 6 monate mit trauern, grübeln, denken, mir das gehirn zermartern verbracht (zu seltsam war unsere große gefühlvolle liebe kaputt gegangen) darüber hinaus unsere ehemals gemeinsame wohnung komplett verändert und mir wieder zueigen gemacht, fast 15 kg abgenommen und mich optisch völlig verändert, viel mit freunden unternommen, ab & an meine gesprächstherapeutin aufgesucht, wenn der druck und der schmerz zu groß waren. ich habe sämtliche phasen durchlaufen, mich immer wieder der hoffnung zugewendet, er könne sich wieder auf mich besinnen - irgend wann ... und dabei oft das resignierende gefühl gehabt, dass ich längstens von seinem leben abgeschlagen bin, keine große rolle mehr spiele ... die tatsache, dass er seit fast 5 monaten eine daueraffaire mit einer kollegin hat, ließ es mir nicht gerade besser gehen und auch ich fiel in die große grube "was hat sie, was ich nicht hab'" und fühlte mich oft erniedrigend und mit füßen getreten. zwar konnte ich immer die ganze zeit sehen, wie sehr er leidet, aber geändert hatte sich an der situation nichts ....
vor 1 woche, wirklich genau auf den tag unserer trennung, hat mir mein mann alle offenen fragen beantwortet. es hatte sich schon im letzten monat angedeutet, dass er gesprächsbedarf mir gegenüber hatte und seine blockade mir gegenüber zu weichen begann ... in all den 6 monaten hatte ich mich brav zurückgehalten, nicht viele forderungen gestellt, damit damit damit .... ich hatte nur STRATEGIE im kopf (das war auch gut so, anders hätte ich das nicht so "gut" überstanden).
ich kann also posthum sagen, dass es ihm in den ganzen 6 monaten alles andere als gut ging. auch wenn er ab und zu nette abwechslung hatte, musste und muss er noch sich seinen "leichen" stellen, die auch zu unserer trennung geführt haben und die jahrelang verdrängt wurden. auch sämtliche gründe, die seinerzeit für die trennung veranschlagt worden sind und die meinem selbstbewusstsein ziemlich zugesetzt hatten, wurden von ihm im nachhinein wieder entkräftet. ich bin dabei, das zu verzeihen, bekomme aber manchmal eine fürchterliche wut ... ist wohl normal! ich habe schon einen dicken anteil an trauerarbeit geleistet ... er realisiert jetzt erst ... und hat noch einiges vor sich.
ich habe nun keine fragezeichen mehr im kopf ... vielmehr hat er eine für mich völlig unerwartete "lebensbeichte" abgelegt, um mir zu erklären, wieso und weshalb. da diese sehr intim ist, hat sie in diesem forum nichts zu suchen. ich möchte nur zusammenfassend sagen, dass ich keinen groll mehr hege, viel verständnis habe und DENNOCH dringender als je zuvor verspüre, dass jetzt mein leben anfängt und ich loslassen muss. ich bin mittendrin, und es geht mir ganz gut dabei.
er repariert jetzt seine eigene biografie, sogar mit professioneller hilfe. finde ich toll, hat aber mit mir nichts zu tun. wir haben beide letzte woche gesagt: vielleicht finden wir irgend wann einmal wieder zusammen, aber jetzt stehen andere inhalte im vordergrund, als 2 verletzte ersatzteile wieder um jeden preis zusammenflicken zu wollen.
wir liegen uns weiterhin in den armen, weinen und trauern um unsere liebe. aber ich habe mehr denn je verstanden, dass diese liebe zwischen diesen personen VORBEI ist. für mich gilt immernoch: neue partnerschaft mit alten partnern ist möglich, aber grundvorausetzung muss sein, dass das alte abgelöst und verheilt ist. der eine darf nicht zum heiler/therapeuten des anderen werden. und jetzt steht jeder in seinem eigenen vordergrund (schwer für mich kleine mutter theresa, aber es muss sein .....).
rückblickend hat alles einen sinn gehabt, das große puzzle liegt jetzt auf dem boden. es ist ein gutes gefühl, denn ich wurde "entlastet", mir wieder respekt entgegengebracht und viele entschuldigungen ausgesprochen. das nehme ich gerne an.
was die zukunft bringt, weiß ich nicht, aber ich habe ein gutes bauchgefühl für mich. und irgend wann wird wieder ein mensch in mein leben treten, der meine liebe möchte und ich die seine. darauf freue ich mich sehr, kann es aber noch geduldig abwarten.
mein mann und ich wollen noch ein wenig mit der scheidung warten ... ist im moment nicht das große thema. und ich weiß: mit uns wird die freundschaft möglich sein, und das beste daran: ich sträube mich nicht mehr dagegen!
das heißt nicht, dass ich jetzt durch und durch happy und zufrieden bin: ich bin noch oft traurig, aber das hat jetzt einen anderen charakter: ich darf um die beiden personen und ihre liebe trauern, die es in der form nicht mehr gibt.
wichtig finde ich noch zu sagen, dass jeder beim verarbeiten das ihm zutreffende tempo gehen muss und dabei jedes hilfsmittel in anspruch nehmen darf. mir war das prinzip hoffnung sehr wichtig, sonst hätte ich keine nacht durchschlafen können ... und die hoffnung hat sich ja auch in einem gewissen maße erfüllt ... von dem zwanghaften "wir müssen wieder zusammen kommen" habe ich jetzt - nach 6 monaten - abstand nehmen können. und ein herz kann man nicht rausreißen .... es muss langsam seinen herzschlag verändern ... und die zeit muss man sich geben.
liebes forum, auch eure beiträge haben mir oft geholfen, vor allem in meinen extremen wut- und trauerphasen, danke. es wird sicherlich noch einiges unerwartetes passieren ... ich habe so eine ahnung! dies war nur mal so ein kleines 6-monats-resümee von
c-c-l