10 Wochen Besserung? Von wegen

DarkRider

es ist nun 10 wochen her das sich meine freundin von mir getrennt hat. es kam für mich relativ unerwartet und hat mich aus dem leben gerissen. ich habe sofort den konakt abgebrochen und mich nicht mehr gemeldet. das ging auch einige wochen gut. mir ging es langsam besser und ich habe es akzeptiert. sicherlich gab es situationen in denen es mir nicht gut ging. aber ingesamt hatte ich das gefühl es geht bergauf.

seit einigen tagen gehts mir schlechter. das hat keinen auslöser es kam einfach so. so traurig wie jetzt war ich die ganze zeit nicht. heut bin ich aufgewacht und hatte zum ersten mal das gefühl nicht mehr leben zu wollen.

ich habe errinnerungen und flashbacks die so unglaublich realistisch sind und mich traurig machen. ich weiß nicht mehr was ich machen soll. ich habe alles versucht. sport, party, freunde. aber das hilft nix.

jetzt geht es los. nich direkt nach der trennung sondern erst jetzt. ich habe keine lust und angst vor weihnachten. letztes jahr um diese zeit war ich noch glücklich wie noch nie. nun muss ich mich zusammenreißen damit ich hier keinem die stimmung versaue.

wie soll es nur weitergehen? ich dachte es würde besser werden. aber mittlerweile stehe ich jeden tag trauriger auf bzw. würde am lliebsten garnicht mehr aufwachen.

alles fühlt sich an wie letztes jahr. nur dass was wichtiges fehlt. ich vermisse sie auf einmal nach so vielen wochen.
ich hab das gefühl ich bin nicht mehr normal. das kann doch nicht sein.

habt ihr auch solche gedanken?

16.12.2012 11:55 • #1


minna


ja...ich kenne das auch...
das schlimme ist nicht nur die trennung, sondern auch dass mein glaube an die liebe dadurch sehr erschüttert wurde und es hat mein leben lebenswerter gemacht an etwas schönes zu glauben.....
davon erhole ich mich nur sehr schwer....und du wahrscheinlich auch

16.12.2012 13:18 • #2


000andie


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Lieber DarkRider,

ich glaube, dass ist sehr normal! Du schreibst ja, dass sie sich von dir getrennt hat und es unerwartet kam. Du hast dann ja auch gleich die für dich erst mal positiven Konsequenzen gezogen und jeglichen Kontakt abgebrochen. Ich glaube, man verfällt in dieser Situation erst mal in eine Art Schockzustand. Um emotional nicht abzudrehen, verdrängt man einen Teil des Schmerz, versucht Erinnerungen zu vermeiden, versucht mit allen Mitteln sich auf die neue Situation einzustellen.

Nun wo das Ganze langsam etwas zur Ruhe kommt, hört die Verdrängung auf. Erst jetzt erlaubst du dir (vermutlich unterbewusst) auch alle Konsequenzen des eben Erlebten zu spüren, also dass du jetzt allein bist, dass die gemeinsamen Erinnerungen wirklich nur noch Erinnerungen sein werden und keine neuen in der Zukunft hinzukommen werden. Das ist alles nicht leicht.

Mir ging und geht es genauso und ich fühle und fühlte sehr ähnlich. Setz' dich nicht unter Druck damit, dass das nicht normal ist. Wie man Verlust und Schmerzen empfindet kann einen niemand vorschreiben. Am schlimmsten ist es, wenn die Menschen um einen herum zu verstehen geben, also jetzt musst du aber mal wieder die Kurve kriegen. Lass' dich davon nicht beirren und schreibe dir selber keinen Zeitrahmen vor, in dem du das alles verarbeitet haben sollst. Es gibt keine 'Norm', die vorschreibt wie, wann oder wie schnell du mit einer Trennung klar kommen 'sollst'. Akzeptiere deine Gefühle, lasse die Schmerzen zu, weine auch, wenn du dich danach fühlst. Hier findest du immer verständnisvolle Worte, da hier ja so viele das Gleiche durchleben oder durchlebt haben. Akzeptiere, dass dieses Jahr sich alles ganz anders anfühlt und suche nach Wegen, wie du mit diesem Anderssein klar kommst.

Mir hilft, etwas mit Freunden/Familie zu planen, eine Reise zu planen, zu überlegen, was ich im Sommer machen möchte, darüber nach zu denken, was für neue Möglichkeiten sich auch wieder auftun werden. Du schaffst das schon und deine Gefühle sind völlig' normal'.

LG Andie

16.12.2012 13:53 • #3


DarkRider


danke für deine antwort. klingt plausibel, echt. hatte ich mir schon so in der art gedacht.
ich hab angst, dass ich verrückt werde. alles erinnert mich an sie. ich kann nicht mal einen kumpel anschauen, ohne daran erinnert zu werden das wir immer bei ihm waren. bei kleinen kindern werd ich sauer da wir auch welche wollten. beim hören ihres wohnortes wird mir schlecht. nicht dass ich jetzt total abstumpfe.

16.12.2012 15:01 • #4


Albatros


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Hallo zusammen,
das könnte hier mein Thread sein, bei mir sind es jetzt 12 Wochen und genauso plötzlich...
Die ersten 2 Wochen ging es mir erstaunlich gut damit, wahrscheinlich der "Schockzustand".
Dann kam der Schmerz und die Enttäuschung mit aller Gewalt, obwohl ich auch KS gemacht habe, alle Nummern und SMS gelöscht usw.
Nachts konnte ich nicht mehr schlafen, nur noch mit Tabletten.
Seit etwa einer Woche kann ich wenigstens wieder schlafen, das heißt wohl das es in meinem Unterbewusstsein nicht mehr permanent arbeitet, aber es schmerzt nach wie vor und ich weiss nicht wie lange noch....
Wir schaffen dass, jetzt kommt noch Weihnachten, das wird noch mal richtig schwer, aber ich will spätestens im März wieder lachen können....
LG

16.12.2012 15:03 • #5


DarkRider


ich hatte letztes jahr zur gleichen zeit die schönste zeit meines lebens. das war sooo toll dass ich es garnicht für wahr befunden hab.
ich hab schon wieder angst vorm schlafengehen. ich weiß nicht mehr genau was ich dagegen machen soll. ich versteh das alles nicht. es war alles schön und plötztlich wars vorbei. wie soll ich da nochmal wieder vertrauen wenns so toll lief? sowas bekommt man doch nicht wieder? ich war so stolz auf mich und jetzt fang ich an mich selbst nicht mehr zu mögen. es kotzt einen doch alles an.

16.12.2012 15:36 • #6


Albatros


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Hallo DarkRider,

geht mir genauso, sie war die erste Frau seit gefühlten 1000 Jahren die mir gesagt hat "Ich liebe Dich"

Es war auch für mich die schönste Zeit meines Lebens und das ist schon eine Weile...

Auch ich frage mich wie ich jemals wieder vertrauen kann... es ist alles so verdammt schwer!

Wenn ich in den letzten Jahren eines gelernt habe, dann die Erkenntniss das Lieben nicht besitzen heisst und wenn ich liebe, dann muss ich auch loslassen können, nicht im Zorn, aber in Liebe....

Versuche dich mal diesem Gedanken zu öffnen, er macht mir vieles leichter..
LG

16.12.2012 15:53 • #7


Inndianer


Hi DarkRider
ich bin genau vor einer Woche knall auf fall verlassen worden von meiner Liebsten. Es kam absolut ankündigungslos - als e-mail. Wenige Tage vorher waren wir noch zusammen auch körperlich. Davor gabs alles was einem einfällt wenn man glaubt in der optimalen finalen Partnerschaftsbeziehung gelandet zu sein. Ich fühlte mich komplett angekommen und glücklich. Ähnliche Rückmeldungen gabs von ihr auch noch vor kurzem.
Doch was mach ich nun damit angesichts der anstehenden Weihnachts und Silvestertage. Es reicht ja nicht mit dem Trennungsschmerz nun kommt auch noch die für (Zwangs)Singles schlimmste Periode des Jahres.
Ich hab mich also hier im Forum eingelogged. War schon mal nicht schlecht wenn ich an all die Geschichten hier so denke - whow - ist schon krass.
Meine Seelenschmerzen sind gelinde gesagt brutal und schrecklich wie ich es noch nicht erlebte. Ich wollte mit dieser Frau den rest meiner Tage verbringen (bin bereits 55) und nun steh ich wieder am Anfang.
Ist extrem sch... Und trotzdem ... die Geschichten hier sind sehr hart und die Reaktionen und Strategien um aus diesem irrsinnig tiefen schwarzen Loch wieder rauszukommen sind auch nicht schlecht.
Ich bin heute wieder vor die Türe rausgegangen. An einem grossen Fluss in der Nähe spazieren. Als ich mich allein fühlte habe ich meinen ganze Frust, meine Trauer und Verzweiflung rausgeschrien. Ich hab geheult und geschrien.
Dann, ich habs als "religioesen" tip in einem anderen Forum gelesen, hab ich einen Stein genommen der mir sinnbildlich diese irrwitzigen Schmerzen beim ggw gehen durchs Leben bereitet und hab ihn in den Fluss geworfen damit mir diese Schmerzen genommen würden. Ich konnte tatsächlich etwas ruhiger werden .. einige Minuten tatsächlich nicht an meine Liebste denken nur die Natur am Fluss beobachten und auf mich wirken lassen.
Auf dem Rückweg bin ich mit mir in eine Diskussion gegangen zum Thema " in Liebe loslassen". Und ich hab zum ersten mal wirklich die Wucht dieser Worte verspürt.
Früher sagte ich das leichter mal dahin - doch da ist es mir auch nicht ansatzweise so tief gegangen. Ich bin aus dieser Zwiesprache mit mir heim gekommen. Und habe es tatsächlich geschafft mich zu diesem Gedanken durchzuringen .. ich werden den Entschluss meiner Liebsten respektieren und sie in Liebe versuchen loszulassen - eben weil ich sie so liebe. Ich glaube einen tiefern Liebesbeweis kann man nicht abgeben.
Ich habe diesen Entschluss im Übrigen auch einer gemeinsamen Freundin, (ist Psychologin) die ich vorgestern noch um Hilfe gebeten hatte wenn ich meinen Schatz zurückgewinnen wollte, mitgeteilt - ich kann also auch nicht mehr "ausbüchsen"...
Ich hab noch nicht die rechte Ahnung wie ich es hinbekomme - doch da will ich nun durch... ich hab mein Wort - auch mir selber gegenüber - gegeben.
Parallel hab ich mir auch etwas gutes getan... eine schöne CD gekauft... die läuft seit gestern immer wieder mal...
Tja .. das wäre so meine Strategie... aber natürlich graust mir bei dem Gedanken an Weihnachten noch genau so.
Ich werde am 23.12. Abends wahrscheinlich ein Event in meiner Nähe besuchen wo man sich bei Freitanz und Meditation ein bisserl verausgaben kann. War ich vor einem Jahr auch schon einige male.. tut einfach nur gut.
Die gleichen Leute veranstalten auch einen Freitanz und Meditation in das Neue Jahr.. ich will das wahrscheinlich auch mitnehmen.
So schauts bei mir i.A. aus.
Morgen ist ja wieder Montag und Arbeit angesagt... seit langem bin ich über diesen Umstand mal wieder froh... so ändern sich die Zeiten.

16.12.2012 18:25 • #8


sonnenfee


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Whow, ich bin erstaunt, wieviel verlassene Männer es gibt...bei mir sind es heute genau 7 Wochen, dass ich abgeliebt wurde...und die Kontaktsperre hilft mir auch nicht wirklich, ich vermisse ihn so sehr..ich denke, wenn ich mich nicht mehr melde, meint er, ich akzeptiere die Trennung...ich akzeptiere sie aber überhaupt nicht, ich würde ihn am liebsten in den Arm nehmen und nie mehr loslassen..

16.12.2012 18:48 • #9


Lilliann


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Hallo DarkRider, hallo ihr lieben anderen Männer,

ich bin wie Sonnenfee genauso erstaunt. Ich lese gerade alle Beiträge von euch und obwohl ich mich zur Zeit selber im allertiefsten Loch aller abgeglegten Geliebten befinde, gebt ihr mich doch etwaws die Hoffnung an die Welt zurück.

Vielleicht sollten wir einen Weihnachtsclub aller Liebesgeschädigten eröffnen.
Aber Scherz beiseite ...

Ich kann jeden von euch sehr gut verstehen und vieles von dem was ihr so schreibt nachvollziehen. Am ehesten ist es wohl so wie Andie es beschreibt - zunächst schiebt man erstmal alle Gedanken an die Vergangenheit und gemeinsam erlebte wunderschöne Tage zurück und dann holt es einen mit voller Wucht ein. Umso schlimmer dass gerade jetzt das "Fest der Liebe" vor der Tür steht und alles nach Harmonie und Glück strebt.
Ein Rezept wie man dabei mit seiner eigenen dunklen Gefühlswelt dabei klarkommt habe ich leider auch nicht. Es kostet sehr viel Energie sich zu verstellen und allen anderen etwas vorzuspielen. Aber auch vor dem Fallenlassen in meine Trauer habe ich furchtbare Angst. Ich ertrage es z.B. nicht Musik zu hören oder bestimmte Fernsehsendungen zu sehen. Auch diverse Lieblingsorte meide ich und mache daher sogar einen Umweg zu meinem Arbeitsplatz.

Man sagt die Zeit heilt alle Wunden. Wirklich ALLE Wunden ? Ich kann es nicht glauben. Zumindest der Glaube an die echte wahre Liebe ist mir für lange lange Zeit genommen worden.

Lieber DarkRider, ich wünsche Dir viel Stärke und Kraft für die kommenden Tage. Wie Du siehst, bist Du nicht allein mit Deinen Gedanken und Gefühlen. Fühl Dich virtuell gedrückt - ganz ehrlich.

LG
Lilliann

16.12.2012 19:13 • #10


Inndianer


Hey Lillian und all die anderen betroffenen,
es wäre mir grad ein riesen Bedürfnis Euch einfach mal zu drücken... denn uns vereinen die ganz ähnlichen Seelenschmerzen besonders jetzt vor Weihnachten und Jahreswechsel. Wir könnten ja tatsächlich den Club der Verlassenen noch im schwarzen Loch befindlichen aufmachen... ich muss tatsächlich etwas lächeln... es ist schön Euch in diesem Forum virtuell zu treffen. ah und noch was, manche Wunden können nur vernarben - es wird immer ein Rest bleiben ... doch auch das gehört wohl zum Leben... wenns nur nicht so abartig weh täte...

16.12.2012 19:43 • #11


000andie


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Zitat von Inndianer:
Hey Lillian und all die anderen betroffenen,
es wäre mir grad ein riesen Bedürfnis Euch einfach mal zu drücken... denn uns vereinen die ganz ähnlichen Seelenschmerzen besonders jetzt vor Weihnachten und Jahreswechsel. Wir könnten ja tatsächlich den Club der Verlassenen noch im schwarzen Loch befindlichen aufmachen... ich muss tatsächlich etwas lächeln... es ist schön Euch in diesem Forum virtuell zu treffen. ah und noch was, manche Wunden können nur vernarben - es wird immer ein Rest bleiben ... doch auch das gehört wohl zum Leben... wenns nur nicht so abartig weh täte...




Finde ich auch, da sprichst du mir aus der Seele. Ich glaube auch, die Narben bleiben. Aber wir müssen versuchen dafür zu sorgen, dass dahinter kein 'Gift' zurück bleibt. Finde ich gut, Indianer, mit deinem Symbolismus des Steins Ich schöpfe auch viel Kraft und Besonnenheit aus meinen Spaziergängen in der Natur. Habe schon ein ganzes Paar Schuhe durchgelaufen, seitdem...

Es wird. Wir kriegen das wieder hin mit dem Neuanfang - ist halt eine schwierige Zeit: graues Wetter, nicht aufkommende Weihnachtsstimmung, Erinnerungen, wie es noch vor einem Jahr war

Aber wer weiss, wie es nächstes Jahr aussieht. 2013 steht an - ich bin zum Glück und trotz allem oder gerade deswegen ein unverbesserlicher Optimist. Ich drücke euch Bon Courage - es wird!

16.12.2012 20:13 • #12




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