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1001 Folge er hat sich getrennt, ich bin am Boden

mutig

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Das kann ich verstehen.
Es sollte kein Druck machen sein, ich weiss ja nicht alles was bei euch abgelaufen ist.
Ich hab nur gemerkt, wie sehr du leidest und dass ganz sicher auch dein Selbstwert darunter leidet.
Darum habe ich das gesagt.

Tut mir leid, wenn es falsch rüber kam, das war nicht meine Absicht.

Ich hoffe sehr, dass du wieder erkennen kannst, wie viel Wert du hast und dass du es verdient hast, dass es dir gut geht.

12.07.2022 12:08 • #61


ImSturzflug


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Erster richtig schlechter Tag seit ich in der Klinik bin.
Weil die Hausverwaltung gerne eine Wohnungsbegehung möchte da ja die Wohnung durch uns gekündigt wurde, aber nur mich angeschrieben hat. Also hab ich ihm die Mail weiter geleitet, da ich ja nicht da bin.
Und Zack, ist er wieder über meine Grenzen gelatscht.
Ich habe mehrfach darum gebeten, während ich hier bin nicht kontaktiert zu werden. Dass ich mich nicht in der Lage fühle, aktuell Entscheidung zu treffen und dass mir das im Gesamten (Mama, Beziehungsende, Wohnungsauflösung, Umzug) viel zu viel ist.
Also nahm er die Kontaktaufnahme meinerseits zum Anlass, mir mitzuteilen dass er schon mit der Hausverwaltung Kontakt aufgenommen hat um ggf. einen Nachmieter zu suchen um früher aus dem Mietvertrag zu kommen. Und zu fragen, ob ich jetzt dieses oder jenes Möbel möchte.
Und mich zu bitten, denen zurück zu melden, dass er da kann.

Warum werden meine Aussagen nicht wahrgenommen? Meine Grenzen nicht respektiert? Zusätzlicher Druck aufgebaut?
Ich bin einfach in der Klinik bis kurz vor Kündigungstermin.
Ich kann das alles nicht brauchen, ich kann damit absolut nicht umgehen.

14.07.2022 00:14 • #62



1001 Folge er hat sich getrennt, ich bin am Boden

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ImSturzflug


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Nach mehreren Tagen im absoluten Sumpf aber auf Wunsch nach wie vor ohne Medis bin ich endlich wieder mehr im hier und jetzt.

Mit dazu beigetragen hat bestimmt die Erkenntnis, dass ich keine Beziehung verarbeiten kann, in der noch die Wohnungsauflösung ansteht und die gerade erst beendet ist. Deren Verlauf und Ende mein Kopf tatsächlich gerade auch weitreichend auszublenden versucht.

Also jetzt die Zeit ganz alleine für mich und um an mir zu arbeiten. Damit ich stabil stehe, wenn ich hier gehe. Damit ich mich wieder finde, ein Fundament habe und meine Ressourcen wieder nutzen kann.
Damit ich keine Alpträume mehr habe, an die ich mich morgens nicht erinnern kann.
Um aufzutanken, wieder Kraft zu haben. Und hoffentlich nicht sofort wieder in eine das geht schon noch und Verantwortungsspirale rein zu rutschen sondern auch anderen ihre Verantwortung zu lassen und stattdessen bei mir, meinen Aufgaben, Wünschen und Bedürfnissen zu bleiben zu können.

Tut auch weh, ist höllisch anstrengend und macht Angst. Tut mir aber hoffentlich gut. Mit dem nötigen Abstand kann ich dann vielleicht irgendwann anders diese Beziehung und mein Verhalten in eben dieser aufarbeiten.
Und vielleicht und als wichtigstes noch die letzte Zeit die mir mit meiner Mama bleibt genießen.

19.07.2022 22:55 • #63


ImSturzflug


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Ich habe nach wie vor Alpträume an die ich nicht heran komme.
Aber mein Gefühlsleben wird Stück für Stück etwas bunter.

In einem psychiatrischem Umfeld zu sein ist für mich nach wie vor erschreckend, ich übe mich aber in Akzeptanz. Und es tut mir gut, hier zu sein. Es geht bei mir immernoch ohne Medikamente, ich habe super Menschen um mich herum die mich inzwischen ganz schnell aus der Grübelei und ins hier und jetzt holen. Darüber nachzudenken warum genau ich der Grund seiner Probleme sein soll hilft mir nämlich gar nichts. Schon weil ich das nicht war. Vielleicht habe ich nicht ausreichend unterstützt. Aber wer sich nicht öffnet, wer sich nicht mitteilt, dem kann man nicht helfen. Hellsehen kann nicht nur ich nicht sonder sehr viele Menschen nicht. Und ich wurde auch von ihm nicht unterstützt sondern abgewertet und meine Eltern schlecht geredet. Langsam taucht immer mehr auf, was ich nie mit mir hätte machen lassen dürfen, wo ich mich wehren oder tatsächlich die Beziehung hätte beenden sollen. Aber meine das geht schon noch Einstellung, mein Verständnis für die Situation anderer und meine persönliche hohe Leidenstolleranz haben mich abgehalten. Ob das Liebe oder am Ende Abhängigkeit vom Nähe - Distanz Spiel wär, muss ich eigentlich auch nicht mehr herausfinden.

Ich versuche mich auf das hier und jetzt zu konzentrieren. Eine neue Perspektive zu entwickeln und mir eigene Ziele zu schaffen. Nehme die tollen Rückmeldungen und ehrlichen tiefen Komplimente der Menschen um mich herum so gut ich kann an und vielleicht wird das dann auch wieder mit dem Selbstwert und der Selbstliebe.

Weil das hier für mich schon fast etwas Tagebuch ähnliches hat, notiere ich mir hier auch die schönsten Rückmeldungen der letzten drei Tage:
- meine Stimme wird als sehr schön und angenehm wahrgenommen, mir wird gerne zugehört da ich sehr klar und intensiv spreche
- meine Rückmeldungen sind nachvollziehbar, ehrlich und authentisch und auch wenn es mal Kritik ist sehr konstruktiv, annehmbar und wertvoll
- wenn ich mit 36 das erste Mal in der Klapse bin, kann es so schlimm ja nicht sein und ich mache auch nicht den Eindruck, als wäre ich ernsthaft gestört (wenn man das in der Psychiatrie von Mitpatienten hört, ist das tatsächlich ein ehrliches und liebes Kompliment und wertet auch niemand anderen ab.)
- es ist gut dass ich hier bin, ich bin ein Lichtblick für einige Mitpatienten
- ich bin eine große Hilfe wenn es um Formulierung für Briefe in die Realität geht

Ich denke, ich werde mir weiter die Rückmeldungen aufschreiben. Damit sie mir bleiben. Damit ich lerne, dass ich nicht schlecht oder falsch bin. Damit ich übe, Komplimente anzunehmen statt abzuwehren.

23.07.2022 10:35 • x 4 #64


ImSturzflug


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Es ist erschreckend erleichternd gesagt zu bekommen, dass man keine Schuld trägt, dass man kein strukturellen Problem (z.B. eine Persönlichkeitsstörung) hat sondern an einer Kombination mehrerer Lebenskrisen gescheitert ist. Die andere schon alleine, ganz ohne Kombination aus der Bahn werfen.
Und schön, dass ich das langsam auch wirklich annehmen kann, das also auch wirklich ankommt.

28.07.2022 09:55 • x 3 #65


ImSturzflug


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Eigentlich sollte ich total dankbar sein, dass meine Freunde meinen Umzug machen. Das einfach annehmen.
Stattdessen zieht mich das völlig runter. Ich kann nicht teilhaben, ich werde entwurzelt.
Und erst Recht, dass er einfach entschieden hat, ohne nachzufragen, oh e meine Zustimmung, Nachmieter zu suchen damit er/wir keine Miete mehr zahlen muss und die Hausverwaltung das mit macht. Ich komme aus der Klinik und werde plötzlich wo anders wohnen. Kann mich nicht einmal mehr verabschieden vom alten Zuhause, in einer Situation in der ich auch emotional kein Zuhause mehr habe. Muss statt im hier und jetzt zu sein, nebenbei noch überlegen, in welcher Ecke der Wohnung noch irgendetwas essentielles ist. Ohne da zu sein.
Meine Gedanken dazu habe ich so zusammen gefasst:
Du warst weg und dann hab ich aufgelegt.

Ich versuche hier im hier und jetzt zu sein, weil ich all das aus dem außen nicht aushalte. Ich möchte dann nicht mehr existieren.
Einfach weil alles weg ist. Alle engsten Vertrauenspersonen (Mama, er), meine Zuhausen (Wohnung, er, Kinderzimmer, Mama), ich habe Selbstzweifel (warum habe ich mich auf den ihn eingelassen, schlechte Menschenkenntnis, Urvertrauen in eine Beziehung, warum hab ich das mit mir machen lassen, ich bin nicht liebenswert, ich bin es nicht Mal wert dass man ehrlich zu mir ist, ich bin ein Problem und der Ursprung all seiner Probleme, ...), Selbsthass weil ich kaputt gegangen bin obwohl das alles normale Dinge im Leben sind, meine Zukunft ist weg also warum weiter leben (keine gemeinsamen Projekte mehr, kein rum spinnen mit ihm, keine Familie mehr, ...)
Und ich bin weg. Ich hab scheinbar alles falsch gemacht und über bleibt einfach nichts mehr.
Usw
Ich kann das einfach nicht. Nicht mich damit auseinander setzen. Nichts organisieren, nicht aktiv dabei sein. Ich halte den Druck und diese Gefühle alles verloren zu haben nicht aus.
Und er rechtfertigt sich damit, dass er ja nur das Beste für mich will und alle glauben ihm das.

28.07.2022 22:07 • #66


ImSturzflug


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Heute werden meine Sachen umgezogen während ich in der Klinik bin.
Es ist schwer, das zuzulassen und es ist noch schwerer, den Prozess des aktiven Umzugs nicht zu haben. Bei Entlassung einen neuen Wohnort zu haben, ganz ohne Kisten schleppen, ohne sich zu verabschieden, ohne ein zurück. Es ist unglaublich unangenehm, es geht extrem tief.

30.07.2022 12:01 • #67


DieSeherin

DieSeherin


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weißt du denn schon, wann du entlassen wirst? in dein neues leben?

Vor 5 Stunden • #68


ImSturzflug


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Vorraussichtlich Ende August.
Hoffentlich mit Belastungserprobung davor, damit ich mich ein bisschen auf das neue Zuhause einstellen kann.
Und gerade habe ich zwischendrin derartige Tiefs (alles immer schön vergraben, ich packe nur kleinstportionen raus zu lassen, die hätten hier aber gerne größere Portionen) dass das noch abzuwarten ist.

Vor 4 Stunden • #69


DieSeherin

DieSeherin


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Zitat von ImSturzflug:
Und gerade habe ich zwischendrin derartige Tiefs (alles immer schön vergraben, ich packe nur kleinstportionen raus zu lassen, die hätten hier aber gerne größere Portionen) dass das noch abzuwarten ist.


hmmmm.... traust du dir (noch) nicht größere portionen zu?

Vor 3 Stunden • #70


ImSturzflug


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Zitat von DieSeherin:
hmmmm.... traust du dir (noch) nicht größere portionen zu?

Nein, traue ich mir absolut nicht zu. Ist so schon jedes Mal richtig überwältigend.

Vor 2 Stunden • #71


DieSeherin

DieSeherin


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kannst du denn vielleicht verlängern?

Vor 2 Stunden • #72


ImSturzflug


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Ich hätte noch drei Wochen ohne Rechtfertigung vor der KK über.
Allerdings muss dafür vorher noch einiges außerhalb der Klinik geklärt werden. Betreuungssituation meiner Mama zum Beispiel, oder ob die Wohnungsauflösung tatsächlich stattgefunden hat. Aber das sind zum einen Sachen auf die ich keinen Einfluss habe und zum anderen Sachen, welchen ich mich kräftetechnisch gerade nicht zuwenden kann.

Vor 1 Stunde • #73


Unterwegs

Unterwegs


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Kurze Frage zu deinem Eingangspost.

Wieso nimmt man einen Ex Freund zurück , der einen damals ohne Begründung für eine andere Frau verlassen hat?!
Wo bleibt da der Selbstwert?

Dein Ex flüchtet oder sucht sich jemand Neues, sobald es Probleme in der Beziehung gibt. Wieso lässt man so jemanden wieder in sein Leben?

Ist doch klar, dass er bei Stress nicht standhaft ist.

Nach der ersten Trennung von deinem Ex, warst du in einem so guten Zustand. Und dann kam er wieder und hat dich wieder runtergezogen. Schade.

Vor 54 Minuten • #74


ImSturzflug


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Zitat von Unterwegs:
Schade.


Jup, genau, Schade.

Weil emotionale Entscheidungen nicht immer rational zu begründen oder gar zu verstehen sind.
Und sonst: danke, Vorwürfe, also Selbstvorwürfe, kann ich sehr gut alleine.

Vor 12 Minuten • #75



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