Enola
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ich bin neu hier und überlege schon seit einigen Stunden, wie ich meine Geschichte am besten irgendwie zusammenfasse, damit sie nicht ewig viele Seiten lang wird. Vielleicht wäre es am besten, wenn ich erst mal die Kurzfassung schreibe und wenn Fragen sind, dann kann ich die separat irgendwie beantworten.
Ich war 19 Jahre mit meinem Ex zusammen. Ich brachte ein Kind mit in die Beziehung, was beim Vater lebte. Dadurch bin ich an den Wochenenden oft bei meinem Sohn gewesen. Wenn es meine Zeit zuließ auch unter der Woche hin und wieder. Uns trennten 300 km voneinander.
Mein Freund und mein Sohn kannten sich, ebenso wie mein Ex Mann und mein Freund. Ich habe sowohl mit meinem Sohn und meinem Freund, als auch mit meinem Sohn und meinem Ex Mann hin und wieder was gemeinsam unternommen. Das war mit allen Seiten so abgesprochen und funktionierte auch.
Ich hab mehrere Versuche unternommen näher zu meinem Sohn bzw. direkt in seinen Heimatort zu ziehen. Mein Freund sagte zwar, dass er ins Home Office gehen kann und das war auch mit seinem Chef so abgesprochen, aber sein Interesse das wirklich durchzuführen war eher minimal vorhanden. Sprich: Er ließ mich die Wohnungen alleine aussuchen, anschauen und keine davon gefiel ihm wirklich.
Unsere Beziehung war nicht einfach. Ich wollte keine Kinder mehr, mein Partner wollte eigentlich welche. Ich hab ihm von Anfang an gesagt, dass ich keine mehr möchte und er sagte mir, dass das dann ok sei für ihn. Ich hab ihm frei gestellt, dass er sich trennen kann, wenn er damit nicht einverstanden ist. Liest sich jetzt ein wenig abgeklärt, aber das war nicht so. Wir haben lange drüber gesprochen.
Nach den ersten paar Jahren lief die Beziehung irgendwie. ich weiß nicht. immer weniger gut. Wir hatten keinen Sex mehr und wenn, dann bekam er meistens keine erek.. Zärtlichkeiten gab es keine mehr. Wir verbrachten unsere Freizeit auf dem Sofa oder am PC. Wir fuhren zwei Mal im Jahr in Urlaub, es fuhr sich irgendwie fest.
Als ich geplant für ein paar Tage zu meinem Sohn fuhr und überraschenderweise dann einen Tag eher nach Hause zu meinem Freund fahren konnte (mein Sohn wollte bei seinem besten Freund übernachten), hielt ich es für eine gute Idee meinen Partner damit zu überraschen. So quasi. Tadaaa. ich bin schon wieder Zuhause.
Es war Freitag und er war noch auf der Arbeit, als ich Zuhause ankam. Die gesamte Wohnung war verdreckt, zugemüllt, überall lagen Essensreste herum. Ich war geschockt. Zumal immer alles aufgeräumt war, wenn ich "geplant" nach Hause kam.
Es kam an diesem Tag zum Eklat zwischen meinem Freund und mir. und ich erfuhr, dass er P. war. Oder sagen wir mal so. Er gestand mir, dass er sich Tag und Nacht in meiner Abwesenheit P. anschaute, sich dabei selbst befriedigte und spielte das Ganze dann herunter mit den Worten. "Machen Männer halt so. "
Wir sprachen lange, wollten beide, dass es wieder so wird wie früher. Wir suchten nach einer Lösung für unsere festgefahrene Beziehung und es lief für einige Monate wieder gut.
Dann fing er an mich zu kontrollieren. Erst war er misstrauisch irgendwelchen Männern gegenüber, die mit mir befreundet waren, dann kontrollierte er unsere Telefonrechnungen und letztendlich durchwühlte er meine Privatnachrichten. Am Ende fand er wirklich harmlose Gespräche mit einem Freund, den ich schon Jahre kannte, warf mir vor, dass der Typ mich ins Bett kriegen wolte und ließ mich nach einem Streit für Stunden alleine Zuhause und in Sorge sitzen.
Das passierte immer häufiger. Er fing an mich anzulügen, verdrehte alles komplett, machte sich zum Opfer und ließ mich eiskalt einfach sitzen.
Er wurde sehr schnell wütend, teilweise grundlos, zog sich dann für Stunden, manchmal Tage in sich zurück und ich wusste nicht mehr weiter. Reden konnte ich mit ihm darüber nicht. Er hörte zu und das war es. Er selbst sprach nie darüber, was oder ob ihn etwas belastet.
Vor knapp 3 Jahren wurde bei meinem Sohn eine depressive Störung festgestellt. Die sich so rasend schnell entwickelte, dass er in eine Klinik eingewiesen werden musste.
Ich fuhr zu meinem Sohn und ihm beizustehen. Sachen packen, alles besprechen etc.
Zwei Tage vor meiner Rückkehr nach Hause (ich übernachtete immer bei meinen Eltern, wenn ich bei meinem Sohn war), telefonierte ich mit meinem Ferund. Er benahm sich seltsam. Auf mein Nachhaken hin sagte er, er habe eine Neue, ich brauche nicht mehr nach Hause zu kommen. Ich soll ihm den Schlüssel zuschicken, er hat meine Bankkarte sperren lassen und er schickt mir meinen Kram vorbei.
Ende!
Das war das letzte Mal, dass ich etwas von ihm gehört habe.
Bevor jetzt die Frage aufkommt. Nein, wir waren nie verheiratet und ja, wir besaßen ein gemeinsames Konto. Ich muss dazu noch sagen, dass ich 6 Wochen davor meinen Job verloren hatte. Rationalisierungsgründe und der Umstand, dass ich schon 49 war.
Er sperrte mich auf allen Kanälen. Eine Woche danach schickte er mir drei Kartons mit meinen Sachen an meine Eltern.
Das war der Moment, an dem er mein Leben wirklich komplett in den Staub getreten hat. Es passierte danach noch eine Menge. Nichts davon war was Gutes. Es gab nie ein Gespräch, ich weiß bis heute nicht warum und er hat sicher gestellt, dass ich wusste, wie sein Leben nach mir aussieht.
Ja. das ist erst mal alles. Ich hab gute Tage. meistens schlechte. Ich bin Single. Und will . kann. keine Beziehung mehr zulassen. Der Schmerz will nicht weg gehen. das Vertrauen ist hin. Komplett hin.