Es ist jedem selbst überlassen, wie er leben möchte, ganz klar.
Auch ich bin ein Beziehungsmensch, leide seit über einem Jahr so unter der Trennung von meiner Ex-Freundin, dass ich langfristiger psychologischer Behandlung bin . Und auch ich fände es schöner, mein Leben mit einer Frau zu teilen. Gelegentlich bin ich auch recht traurig, weil ich mich nach Liebe sehne.
Es gibt aber momentan keine Frau und meinem Leben, die ich liebe und die mich liebt. Was soll ich dagegen tun? Mich vergraben und bei allem was ich tue daran denken, dass es schei. ist, nur weil keine liebende Frau dabei ist?
Es geht hier auch nicht darum, dass die TE für immer und ewig der Liebe abschwören soll. Niemand soll das.
Nur halte ich es für kontraproduktiv, sich während der Single-Phasen zu verkriechen und das Glück seines Lebens einzig und allein von einer Partnerschaft abhängig zu machen.
Ich möchte auch nicht allein alt werden, würde gerne Familie gründen und gerade jetzt, wo es auf Weihnachten zu geht, wäre es schön, ein liebes Mädel an meiner Seite zu haben. Alleine schlafen finde ich auch doof, das Kuscheln fehlt mir, genau so wie alle anderen Zärtlichkeiten. Aber es gibt sie momentan einfach nicht.
Ich selbst bin kurz vor dem Suizid gestanden, als sich meine Ex getrennt hat. Warum? Weil ich eben gedacht habe, mein Leben hat ohne die Liebe keinen Zweck.
Und siehe da, ich bin immer noch hier. Ich persönlich halte die Liebe für das höchste Gut und erachte als sehr wichtig in meinem Leben - aber sie ist momentan einfach nicht da.
Man kann sich das Single-Leben als Beziehungsmensch natürlich auch noch schwerer machen, als es eh schon ist und zu Hause in seinen Gedanken verbittern, bis man einen neue Liebe findet. Man kann sich jeden Tag in das Gefühl der Einsamkeit hoffnungslos reinsteigern, bei jedem Schritt und Tritt daran denken - Oder man rafft sich auf und probiert einfach, sich das Leben so angenehm wie es die Situation zulässt zu gestalten. Neuen Sachen entdecken, Leidenschaften entwickeln, die Aufmerksamkeit auf etwas anderes als die schwarze Wolke über dem Kopf lenken. Stichwort Ablenkung vom Gedankenkarussell.
Das ist, um es mal vermessend zu sagen, schlicht und ergreifend Einstellungssache.
Dass man nach der Trennung als noch Liebender am Boden ist und Ausnahmezustand herrscht, ist ganz klar. Dass dieser Zustand andauert, ist auch klar.
Aber auf Dauer muss man da raus, wenn man nicht vollkommen untergehen will.
Und ja, ich behaupte von mir, dass ich glücklich bin. Als hoffnungsloser Romantiker und Beziehungsmensch, verlassen und single. Ich wäre glücklichER, wenn ich mich verlieben würde, das stimmt. Aber den Umständen entsprechend bin ich mit der Sitiation zufrieden. Ich hatte auch in meiner letzten Beziehung Dinge, die ich für mich gemacht habe und die nichts mit meiner Ex zu tun hatten. Und ich war glücklich dabei, hatte Spaß.
Hoffe, meine oberschlauen Antworten helfen trotzdem ein paar Leidensgenossen.
