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verlassenertyp
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Hallo liebe Community,
in den letzten Tagen habe ich viel in diesem Forum gelesen. Es ist erleichternd die Gewissheit zu haben, dass so unfassbar viele Menschen auch solchen Schmerz verspüren, wie ich es wohl gerade tue. Ich weiß zwar nicht was ich durch dieses Posting erwarte, aber ich denke die Sicht aussenstehender Personen kann mir wohlmöglich in vielen Punkten die Augen öffnen.
Sie ist 20 und ich 21 Jahre alt. Meine Beziehung dauerte circa 3 Jahre. Vor 3 Tagen hat meine (Ex-)Freundin diese beendet. Da hier so etwas täglich niedergeschrieben wird, versuche ich es möglichst kurz zu machen.
Wir beide, meine (Ex-)Freundin und ich, kannten uns schon einige Jahre bevor wir zusammen gekommen sind. Wir waren Anfangs beste Freunde, und ich hätte damals auch nie gedacht, dass ich sie eines Tages so sehr lieben würde wie ich es tat und immer noch tue. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich gerade mein Abitur in Angriff genommen. Sie hatte selbiges vor, es wurde ihr aber immer wieder verwehrt, da sie einer schlimmen Viruserkrankung zum Opfer gefallen ist. Dennoch sind wir zusammen gekommen, es war mir egal, ich fing an sie so sehr zu lieben, und sie mich auch. Wir lagen teilweise im Bett und schauten uns einfach nur an, um dann vor Glück einige Tränen zu vergiessen.
Wie in wohl jeder normalen Beziehung hatten wir auch manchmal Unstimmigkeiten. Wir waren aber immer bereit Kompromisse einzugehen. Sie hat bspw. für mich aufgehört zu rauchen. Das rechne ich ihr auch bis heute hoch an. Wegen anderen belanglosen Dingen haben wir uns nie gestritten. Auch bis heute nicht.
Bis zu diesem Punkt - circa 1 Jahr Beziehung - hätte ich auch noch gedacht dass ich mit ihr alt werde, doch dann fingen die Komplikationen an. Die Beziehung ihrer Eltern war schon seit langer Zeit "tot", aber als ihr Vater dann seinen Job verloren hat, wollten die Beiden einen neuen Versuch im Ausland starten. Meine (Ex-)Freundin und ich wussten was uns bevorstünde, und wir waren der Ansicht dass es das besten wäre - auch schulisch - wenn sie hier in DE bleiben würde. Glücklicherweise hat ihr Großvater eine leere Wohnung gehabt.
In der Wohnung habe ich mich benommen wie ein Ar*chloch. Sie hat neben der Schule eigentlich den gesamten Haushalt geschmissen. Ich war zu der Zeit einfach nicht bereit dafür, meine ehemaliges Kinderzimmer sah aus wie eine Messibude. Sie hat mich auch mehrmals darauf angesprochen, doch ich habe es nie richtig ernst genommen. Unsere damaligen Vorstellungen von sauber und aufgeräumt waren zu weit voneinander entfernt. Es kam wie es kommen musste, und nach einem Kurzurlaub mit ihrem Sportverein wusste sie, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Es kam zur Konfrontation, in der ich mich gekränkt gefühlt habe, und dann wütend mit den ungefähren Worten "Es macht keinen Sinn" die Wohnung verlassen habe. Für sie bedeutete das das Beziehungsende. Die folgenden Tage/Wochen waren unfassbar schlimm für uns beide. Es war so gesehen auch eine Trennung. Dennoch habe ich mir damals meine Fehler eingestanden und wir haben wieder zueinander gefunden.
Die Wohnung war dann aber für sie erstmal erledigt. Sie konnte nicht die Kraft aufbringen es so früh nach diesem Eklat wieder in derselben Wohnung zu versuchen. Somit ist sie zu ihren Großeltern gezogen und ich wieder zu meinen Eltern. Ich habe auch gleich angefangen an dem Thema aufräumen zu arbeiten, und heute ist es auch kein Problem mehr. In diesem Punkt habe ich mir sehr verbessert. Für sie und für mich.
Da sie eine sehr starke Beziehung zu ihrer Mutter hat, war sie oft von der ganzen Situation hier erdrückt. Ihre Mutter hatte sie durch die krasse Phase ihrer Erkrankung geführt, in der ich noch nicht mit ihr zusammen war, von daher kann ich ihre Bindung zu ihr auch nachvollziehen. Ich habe ihr oft Trost gespendet und war immer für sie da. Ich versuche mich hier möglichst auf die schlechten Punkte zu fokussieren, denn das wir sonst eine unfassbar tolle Beziehung hatten will ich nicht näher ausführen.
Jedenfalls sah es so aus als würden ihre Eltern erstmal im Ausland bleiben. Da sie für mich hier in DE geblieben ist, erwartete sie nach meinem Abi von mir, mit ihr in den Süden Deutschlands zu ziehen um ihren Eltern näher zu sein. Das hat mich damals emotional schon fertig gemacht. Ich dachte nur dass ich alles verlieren würde. Meine Eltern, Freunde etc. Ich hätte sie gehabt, aber ich dachte immer realistisch und habe von so vielen Menschen gehört dass die Beziehung dann irgendwann endet und man alleine dasteht. Sie hatte hier wenigstens noch ihre beiden Großelternpaare und ihre besten Freunde, ich hätte dort nichts gehabt. Auch finanziell hat mich das alles abgeschreckt. Wie hätten wir uns finanzieren sollen? Deswegen habe ich mich bei der ganzen Organisation nicht beteiligt. Ich weiß ich hätte ihr das sagen sollen, aber dann wäre es sicherlich vorbei gewesen. Es sind einfach Situationen gewesen mit denen ich damals nicht klar gekommen bin. Ich war noch so jung und unerfahren im Kopf, es war einfach so erdrückend, dass ich es immer versucht habe zu verdrängen.
Wir hatten wieder einen größeren Streit. Ihre Eltern haben dann nach nicht erfolgreicher Jobsuche und der Erkenntnis, dass auch eine andere Umwelt ihre Beziehung nicht rettet, den Ausslandsauftenhalt abgebrochen und sind wieder hier hin gezogen. Das war natürlich für meine (Ex-)Freundin und mich gut, dennoch vergaß sie nicht, dass ich wohl nicht mitgezogen wäre. Ich denke falls sie wirklich gegangen wäre, dann wäre ich mitgezogen. Ich denke aber auch, dass sie weiß, dass wir das emotional und vor allem finanziell nicht geschafft hätten. Sie hat mir irgendwie verzeihen können. Wir blieben weiter zusammen und hatten auch wieder unfassbar schöne Momente.
In den folgenden Monaten wollte sie unbedingt wieder bei ihren Großeltern ausziehen und es mit mir in einer neun Wohnung versuchen. Auch hier habe ich wieder falsch gehandelt. Ich sah wie sehr sie die Situation bei ihren Großeltern quälte, aber auch hier sah ich wieder, dass wir der Situation finanziell nicht gewachsen waren. Sie als Schülerin und ich dann als auch noch Schüler bzw. Student. Ich habe es ihr nicht klar kommuniziert. Es hätte ihr nur so wehgetan das von mir zu hören, und ich wollte sie nicht enttäuschen und verletzen. Jedenfalls hat sie wieder Besichtigungen organisiert usw. Es gab dann einen Tag vor der Unterschreibung des Mitvertrags einen Streit (eben wegen diesem Thema). Somit haben wir keine neue Wohnung zusammen bezogen. Wir fanden dennoch wieder zueinander. Es war auch gut dass wir die Wohnung nicht genommen haben, wir sind uns heute einig dass es finanziell hinten und vorne nicht gepasst hätte. Trotzdem hat sie immer im Hinterkopf, dass ich sie dabei nicht unterstützt habe. Aber auch hier fanden wir zueinander, sie konnte darüber hinwegsehen.
Nun hat sie ihr Abi bald fertig. Sie arbeitet so diszipliniert daran und ich bin einfach so unfassbar stolz auf sie. Sie ist die stärkste Frau die ich bis jetzt kennenlernen durfte. Nun denn, sie will nach ihrem Abitur in eine größere Stadt ziehe um dort zu studieren. Das würde natürlich für uns bedeuten, dass wir uns weniger sehen. Leider habe ich noch eine Make an mir: Eifersucht. Ich bin der Typ Mensch der lieber etwas "spannendes" unternimmt oder auf dem Sofa/im Bett die Zeit mit seinem Partner genießt. Meine Freundin geht eben ab und zu gerne feiern. Jetzt seit dem sie wieder einigermaßen gesund ist, wurde das natürlich mehr. Wenn ich das alles reflektiere, dann ist mir aber klar dass 1-2 Mal im Monat absolut nicht zu viel sind und es selbstverständlich sein sollte, dass der Partner das darf. Sie hätte mich auch gerne öfters bei Veranstaltungen dabei, aber ich sozial halt leider etwas inkomptent, und ordne Menschen schnell ein. Wir hatten auch schonmal darüber gesprochen, dass sie einen Mann an ihrer Seite will, den sie auch mal zu Veranstaltungen mitnehmen kann. Ich hatte ihr dann den Vorschlag unterbreitet, dass ich versuche mitzuziehen. Leider habe ich keine Erfahrung damit, und Partynächte/Veranstaltungen als solche zogen sich nach einigen Stunden so sehr für mich, dass ich nach einiger Zeit einfach nicht mehr Spaß haben konnte.
Nun waren diese Weihnachten/Silvester öfters Streitigkeiten, weil wir sehen wie ihr Umzug immer näher rückt, und wir so eine Art "Wand" erbaut haben, die uns sagt "Ab da habt ihr keine Zeit mehr füreinander". Dadurch kam wohl auch wieder meine Eifersucht hoch bzw. hat sich verstärkt. Das ist im Grunde blödsinn. Ich habe ihren Stundenplan für die nächsten Semester ausgedruckt, und auch wenn wir uns weniger sehen sollten, gibt es genug Möglichkeiten die Zeit zu nutzen. Außerdem gibt es auch Semesterferien in denen wir uns mal länger sehen könnten.
Dennoch hat sie sich so sehr eingeschränkt gefühlt und durch die Situationen in denen wir uns befanden haben, kann sie sich derzeit keine Zukunft mit mir vorstellen. Und es tut mir so weh, dass ich es sogar nachvollziehen kann. Hätte sie in den Situationen so gehandelt wie ich, dann würde ich ihr wohl auch nicht mehr glauben.
Sie hat sich distanziert, mir nicht mehr alles erzählt was sie unternehmen möchte, wohl aus Angst dass wir wieder diskutieren. Somit hat sie sich getrennt.
Wir haben uns getroffen, haben uns begrüsst, innig Umarmt, geküsst und dann viel miteinander geredet. Wir haben ein unfassbar erwachsenes Gespräch geführt. Ich konnte es einfach nachvollziehen, dass sie darauf keine Lust mehr hat. Sie braucht einen Mann der ihr Gewissheit gibt und den Freiraum den sie braucht. Ich bin zwar immer noch fest davon überzeugt, dass ich das sein kann. Ich bin sozialer geworden und deutlich organisierter. Und das habe ich nicht alleine für sie gemacht, aber sie hat es angestoßen. Dafür bin ich ihr auch unfassbar dankbar. Alles andere ist auch machbar. Dafür lieben wir uns einfach zu sehr.
Nach diesem Gespräch sind wir noch essen gefahren. Haben Zärtlichkeiten ausgetauscht und jeweils ein Kleidungsstück dass dem anderen gehört. Als eine Art Erinnerung.
Es tut sehr weh, und ich hätte noch gerne so viel mit ihr erlebt. Ihr Abi, den Abiball, ihr Studium. Sie einfach weiterhin auf ihrem Weg begleitet. Unsere Beziehung wäre anders verlaufen, wären wir nicht in diesen Situationen gewesen. Oder wie seht ihr das? Ich überlege ihr diesen Text zu schicken, weil ich denke, dass ich hier meine Sicht der Dinge einigermaßen wiedergegeben haben. Sollte ich das machen? Denkt ihr beim durchlesen würde sie mich etwas besser verstehen? Oder wäre ihr das zu viel, dass ich mit der Öffentlichkeit teile?
in den letzten Tagen habe ich viel in diesem Forum gelesen. Es ist erleichternd die Gewissheit zu haben, dass so unfassbar viele Menschen auch solchen Schmerz verspüren, wie ich es wohl gerade tue. Ich weiß zwar nicht was ich durch dieses Posting erwarte, aber ich denke die Sicht aussenstehender Personen kann mir wohlmöglich in vielen Punkten die Augen öffnen.
Sie ist 20 und ich 21 Jahre alt. Meine Beziehung dauerte circa 3 Jahre. Vor 3 Tagen hat meine (Ex-)Freundin diese beendet. Da hier so etwas täglich niedergeschrieben wird, versuche ich es möglichst kurz zu machen.
Wir beide, meine (Ex-)Freundin und ich, kannten uns schon einige Jahre bevor wir zusammen gekommen sind. Wir waren Anfangs beste Freunde, und ich hätte damals auch nie gedacht, dass ich sie eines Tages so sehr lieben würde wie ich es tat und immer noch tue. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich gerade mein Abitur in Angriff genommen. Sie hatte selbiges vor, es wurde ihr aber immer wieder verwehrt, da sie einer schlimmen Viruserkrankung zum Opfer gefallen ist. Dennoch sind wir zusammen gekommen, es war mir egal, ich fing an sie so sehr zu lieben, und sie mich auch. Wir lagen teilweise im Bett und schauten uns einfach nur an, um dann vor Glück einige Tränen zu vergiessen.
Wie in wohl jeder normalen Beziehung hatten wir auch manchmal Unstimmigkeiten. Wir waren aber immer bereit Kompromisse einzugehen. Sie hat bspw. für mich aufgehört zu rauchen. Das rechne ich ihr auch bis heute hoch an. Wegen anderen belanglosen Dingen haben wir uns nie gestritten. Auch bis heute nicht.
Bis zu diesem Punkt - circa 1 Jahr Beziehung - hätte ich auch noch gedacht dass ich mit ihr alt werde, doch dann fingen die Komplikationen an. Die Beziehung ihrer Eltern war schon seit langer Zeit "tot", aber als ihr Vater dann seinen Job verloren hat, wollten die Beiden einen neuen Versuch im Ausland starten. Meine (Ex-)Freundin und ich wussten was uns bevorstünde, und wir waren der Ansicht dass es das besten wäre - auch schulisch - wenn sie hier in DE bleiben würde. Glücklicherweise hat ihr Großvater eine leere Wohnung gehabt.
In der Wohnung habe ich mich benommen wie ein Ar*chloch. Sie hat neben der Schule eigentlich den gesamten Haushalt geschmissen. Ich war zu der Zeit einfach nicht bereit dafür, meine ehemaliges Kinderzimmer sah aus wie eine Messibude. Sie hat mich auch mehrmals darauf angesprochen, doch ich habe es nie richtig ernst genommen. Unsere damaligen Vorstellungen von sauber und aufgeräumt waren zu weit voneinander entfernt. Es kam wie es kommen musste, und nach einem Kurzurlaub mit ihrem Sportverein wusste sie, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Es kam zur Konfrontation, in der ich mich gekränkt gefühlt habe, und dann wütend mit den ungefähren Worten "Es macht keinen Sinn" die Wohnung verlassen habe. Für sie bedeutete das das Beziehungsende. Die folgenden Tage/Wochen waren unfassbar schlimm für uns beide. Es war so gesehen auch eine Trennung. Dennoch habe ich mir damals meine Fehler eingestanden und wir haben wieder zueinander gefunden.
Die Wohnung war dann aber für sie erstmal erledigt. Sie konnte nicht die Kraft aufbringen es so früh nach diesem Eklat wieder in derselben Wohnung zu versuchen. Somit ist sie zu ihren Großeltern gezogen und ich wieder zu meinen Eltern. Ich habe auch gleich angefangen an dem Thema aufräumen zu arbeiten, und heute ist es auch kein Problem mehr. In diesem Punkt habe ich mir sehr verbessert. Für sie und für mich.
Da sie eine sehr starke Beziehung zu ihrer Mutter hat, war sie oft von der ganzen Situation hier erdrückt. Ihre Mutter hatte sie durch die krasse Phase ihrer Erkrankung geführt, in der ich noch nicht mit ihr zusammen war, von daher kann ich ihre Bindung zu ihr auch nachvollziehen. Ich habe ihr oft Trost gespendet und war immer für sie da. Ich versuche mich hier möglichst auf die schlechten Punkte zu fokussieren, denn das wir sonst eine unfassbar tolle Beziehung hatten will ich nicht näher ausführen.
Jedenfalls sah es so aus als würden ihre Eltern erstmal im Ausland bleiben. Da sie für mich hier in DE geblieben ist, erwartete sie nach meinem Abi von mir, mit ihr in den Süden Deutschlands zu ziehen um ihren Eltern näher zu sein. Das hat mich damals emotional schon fertig gemacht. Ich dachte nur dass ich alles verlieren würde. Meine Eltern, Freunde etc. Ich hätte sie gehabt, aber ich dachte immer realistisch und habe von so vielen Menschen gehört dass die Beziehung dann irgendwann endet und man alleine dasteht. Sie hatte hier wenigstens noch ihre beiden Großelternpaare und ihre besten Freunde, ich hätte dort nichts gehabt. Auch finanziell hat mich das alles abgeschreckt. Wie hätten wir uns finanzieren sollen? Deswegen habe ich mich bei der ganzen Organisation nicht beteiligt. Ich weiß ich hätte ihr das sagen sollen, aber dann wäre es sicherlich vorbei gewesen. Es sind einfach Situationen gewesen mit denen ich damals nicht klar gekommen bin. Ich war noch so jung und unerfahren im Kopf, es war einfach so erdrückend, dass ich es immer versucht habe zu verdrängen.
Wir hatten wieder einen größeren Streit. Ihre Eltern haben dann nach nicht erfolgreicher Jobsuche und der Erkenntnis, dass auch eine andere Umwelt ihre Beziehung nicht rettet, den Ausslandsauftenhalt abgebrochen und sind wieder hier hin gezogen. Das war natürlich für meine (Ex-)Freundin und mich gut, dennoch vergaß sie nicht, dass ich wohl nicht mitgezogen wäre. Ich denke falls sie wirklich gegangen wäre, dann wäre ich mitgezogen. Ich denke aber auch, dass sie weiß, dass wir das emotional und vor allem finanziell nicht geschafft hätten. Sie hat mir irgendwie verzeihen können. Wir blieben weiter zusammen und hatten auch wieder unfassbar schöne Momente.
In den folgenden Monaten wollte sie unbedingt wieder bei ihren Großeltern ausziehen und es mit mir in einer neun Wohnung versuchen. Auch hier habe ich wieder falsch gehandelt. Ich sah wie sehr sie die Situation bei ihren Großeltern quälte, aber auch hier sah ich wieder, dass wir der Situation finanziell nicht gewachsen waren. Sie als Schülerin und ich dann als auch noch Schüler bzw. Student. Ich habe es ihr nicht klar kommuniziert. Es hätte ihr nur so wehgetan das von mir zu hören, und ich wollte sie nicht enttäuschen und verletzen. Jedenfalls hat sie wieder Besichtigungen organisiert usw. Es gab dann einen Tag vor der Unterschreibung des Mitvertrags einen Streit (eben wegen diesem Thema). Somit haben wir keine neue Wohnung zusammen bezogen. Wir fanden dennoch wieder zueinander. Es war auch gut dass wir die Wohnung nicht genommen haben, wir sind uns heute einig dass es finanziell hinten und vorne nicht gepasst hätte. Trotzdem hat sie immer im Hinterkopf, dass ich sie dabei nicht unterstützt habe. Aber auch hier fanden wir zueinander, sie konnte darüber hinwegsehen.
Nun hat sie ihr Abi bald fertig. Sie arbeitet so diszipliniert daran und ich bin einfach so unfassbar stolz auf sie. Sie ist die stärkste Frau die ich bis jetzt kennenlernen durfte. Nun denn, sie will nach ihrem Abitur in eine größere Stadt ziehe um dort zu studieren. Das würde natürlich für uns bedeuten, dass wir uns weniger sehen. Leider habe ich noch eine Make an mir: Eifersucht. Ich bin der Typ Mensch der lieber etwas "spannendes" unternimmt oder auf dem Sofa/im Bett die Zeit mit seinem Partner genießt. Meine Freundin geht eben ab und zu gerne feiern. Jetzt seit dem sie wieder einigermaßen gesund ist, wurde das natürlich mehr. Wenn ich das alles reflektiere, dann ist mir aber klar dass 1-2 Mal im Monat absolut nicht zu viel sind und es selbstverständlich sein sollte, dass der Partner das darf. Sie hätte mich auch gerne öfters bei Veranstaltungen dabei, aber ich sozial halt leider etwas inkomptent, und ordne Menschen schnell ein. Wir hatten auch schonmal darüber gesprochen, dass sie einen Mann an ihrer Seite will, den sie auch mal zu Veranstaltungen mitnehmen kann. Ich hatte ihr dann den Vorschlag unterbreitet, dass ich versuche mitzuziehen. Leider habe ich keine Erfahrung damit, und Partynächte/Veranstaltungen als solche zogen sich nach einigen Stunden so sehr für mich, dass ich nach einiger Zeit einfach nicht mehr Spaß haben konnte.
Nun waren diese Weihnachten/Silvester öfters Streitigkeiten, weil wir sehen wie ihr Umzug immer näher rückt, und wir so eine Art "Wand" erbaut haben, die uns sagt "Ab da habt ihr keine Zeit mehr füreinander". Dadurch kam wohl auch wieder meine Eifersucht hoch bzw. hat sich verstärkt. Das ist im Grunde blödsinn. Ich habe ihren Stundenplan für die nächsten Semester ausgedruckt, und auch wenn wir uns weniger sehen sollten, gibt es genug Möglichkeiten die Zeit zu nutzen. Außerdem gibt es auch Semesterferien in denen wir uns mal länger sehen könnten.
Dennoch hat sie sich so sehr eingeschränkt gefühlt und durch die Situationen in denen wir uns befanden haben, kann sie sich derzeit keine Zukunft mit mir vorstellen. Und es tut mir so weh, dass ich es sogar nachvollziehen kann. Hätte sie in den Situationen so gehandelt wie ich, dann würde ich ihr wohl auch nicht mehr glauben.
Sie hat sich distanziert, mir nicht mehr alles erzählt was sie unternehmen möchte, wohl aus Angst dass wir wieder diskutieren. Somit hat sie sich getrennt.
Wir haben uns getroffen, haben uns begrüsst, innig Umarmt, geküsst und dann viel miteinander geredet. Wir haben ein unfassbar erwachsenes Gespräch geführt. Ich konnte es einfach nachvollziehen, dass sie darauf keine Lust mehr hat. Sie braucht einen Mann der ihr Gewissheit gibt und den Freiraum den sie braucht. Ich bin zwar immer noch fest davon überzeugt, dass ich das sein kann. Ich bin sozialer geworden und deutlich organisierter. Und das habe ich nicht alleine für sie gemacht, aber sie hat es angestoßen. Dafür bin ich ihr auch unfassbar dankbar. Alles andere ist auch machbar. Dafür lieben wir uns einfach zu sehr.
Nach diesem Gespräch sind wir noch essen gefahren. Haben Zärtlichkeiten ausgetauscht und jeweils ein Kleidungsstück dass dem anderen gehört. Als eine Art Erinnerung.
Es tut sehr weh, und ich hätte noch gerne so viel mit ihr erlebt. Ihr Abi, den Abiball, ihr Studium. Sie einfach weiterhin auf ihrem Weg begleitet. Unsere Beziehung wäre anders verlaufen, wären wir nicht in diesen Situationen gewesen. Oder wie seht ihr das? Ich überlege ihr diesen Text zu schicken, weil ich denke, dass ich hier meine Sicht der Dinge einigermaßen wiedergegeben haben. Sollte ich das machen? Denkt ihr beim durchlesen würde sie mich etwas besser verstehen? Oder wäre ihr das zu viel, dass ich mit der Öffentlichkeit teile?
