LukxS
Gast
vor etwa drei Monaten habe ich mich nach 14 Monaten Beziehung von meiner Ex-Freundin getrennt. Es war eine toxische Beziehung, die uns beiden stark zugesetzt hat. Während der letzten Monate ging es mir sehr schlecht, und auch sie hatte schwer damit zu kämpfen.
Ich war derjenige, der schließlich die Entscheidung traf, die Beziehung zu beenden. Nach und nach wurde mir immer klarer, dass etwas nicht mehr stimmte und ich mich selbst in dieser Beziehung verloren hatte. Innerlich fühlte ich mich verdreht und zurückgezogen – der viele Streit und die ständigen Konflikte haben ihre Spuren hinterlassen.
Meine Ex-Freundin litt immer unter einer starken Verlustangst, was bei ihr oft zu übermäßigem Grübeln und Hinterfragen führte. Sie zweifelte ständig – an sich, an mir und an unserer Beziehung und vertraute mir nie richtig. Ich habe lange um uns gekämpft, ihr auf viele Arten gezeigt, wie viel sie mir bedeutet und dass sie meine große Liebe war. Zwar hat sie das auch gespürt, aber es hielt nie lange an. Schon bei kleinsten Unsicherheiten geriet sie oft wieder in den Kreislauf des Overthinkings. Mit der Zeit besserte sich das zwar, aber es war nie ganz weg.
Irgendwann spürte ich, wie sehr mich das innerlich fertig machte, und ich hatte keine Kraft mehr, ihr ständig hinterherlaufen zu müssen. Schließlich habe ich bei einem Streit impulsiv die Beziehung beendet. Rückblickend würde ich sagen, dass ich vor einer Konfrontation geflüchtet bin, anstatt das Problem wirklich zu lösen. Die Trennung hat sie hart getroffen – ihre Verlustängste wurden Realität, und sie verlor dabei nicht nur ihren Partner, sondern auch ihren besten Freund.
In den ersten Wochen danach fühlte ich mich erleichtert, weil der ständige Streit ein Ende hatte und ich endlich wieder tun konnte, was ich wollte. Doch schon nach etwa vier Wochen holte mich die Realität ein, und ich fiel in ein tiefes Loch, als ich begann, das Ausmaß der Trennung zu realisieren. Verlieren wollte ich sie eigentlich nie – ich konnte nur die ständigen Konflikte nicht mehr ertragen.
Nach etwa sechs Wochen beschloss ich, noch einmal mit ihr zu reden. Ich hatte in der Zwischenzeit viel reflektiert, mit Freunden und anderen Menschen über die Beziehung gesprochen und wollte daraus lernen. Anstatt meine Gefühle zu verdrängen, habe ich mich ihnen gestellt. Doch als ich sie kontaktierte, erhielt ich keine Antwort.
Ich versuchte es erneut und stand schließlich persönlich vor ihrer Tür – doch unser Gespräch war kurz, und danach kam wieder nichts von ihr. Auch auf eine weitere Nachricht reagierte sie nicht. Schließlich schrieb ich 2 Wochen Später einen 10 Seiten langen Brief für mich selbst, in dem ich die ganze Geschichte vor und nach der Trennung erläutert habe und wieso es dazu kam. Damit sie die Wahrheit versteht und ich selber besser abschließen kann.
Zufällig sah ich sie etwa zehn Wochen nach der Trennung auf einer Kirmes wieder. Ich habe sie nicht angesprochen und auch nicht begrüßt, weil ich unsicher war, ob sie das überhaupt möchte, nachdem sie auf all meine Kontaktversuche nicht reagiert hatte. Am nächsten Tag war ich erneut auf der Kirmes, diesmal mit meiner Schwester. An diesem Abend stellte ich fest, dass sie mich blockiert hatte.
Ich vermute, dass sie verletzt war, weil ich sie nicht gegrüßt habe, oder dass sie mich mit meiner Schwester gesehen und möglicherweise gedacht hat, ich sei mit einer anderen unterwegs. Vermutlich wollte sie mich endgültig aus ihrem Leben streichen.
Nachdem ich den Brief eingeworfen hatte, fiel es mir deutlich leichter, die Trennung zu akzeptieren und abzuschließen. Seitdem geht es mir Stück für Stück besser.
Nun steht am kommenden Samstag ihr 18. Geburtstag an, und ich frage mich, ob es eine gute Idee wäre, ihr zu gratulieren. Ich würde es gerne tun, erwarte mir aber nichts davon. Mein Wunsch ist es lediglich, ihr aus Freundlichkeit und Respekt eine kurze Nachricht zukommen zu lassen. Ich hatte an eine kleine Karte gedacht, ohne viel Drumherum.
Glaubt ihr, dass das eine schlechte Idee ist, oder könnte es in Ordnung sein?
Wenn ich ehrlich bin, würde ich mir insgeheim wünschen, irgendwann eine zweite Chance mit ihr zu bekommen. Doch für den Moment habe ich akzeptiert, dass dieser Zug erst einmal abgefahren ist, und ob es irgendwann zu einer neuen Chance kommt, steht in den Sternen.
Momentan arbeite ich intensiv an mir selbst. Ich habe begonnen, mich innerlich und äußerlich weiterzuentwickeln und die Dinge anzugehen, die mich schon lange gestört haben. Dabei geht es nicht um sie oder um eine potenzielle neue Beziehung – ich mache das allein für mich, weil ich weiß, dass ich es mir selbst wert bin. Ich kann nicht, nichts tun und die Zeit vergehen lassen, so komme ich nicht weiter. Ich muss etwas tun.
Zudem: Manchmal kränkt mich folgender Gedanke:
Ich habe 14 Monate lang um alles „gekämpft“, habe alles mit ihr durchgemacht und durchgestanden. Sie hat so viel gelernt, Erfahrungen gesammelt und vieles erlebt – alles wegen mir, weil ich mir immer mühe gegeben habe. Oft gab es Streit wegen völlig normaler Dinge.
Jetzt ist sie älter, reifer und erfahrener, und der nächste Junge wird es so viel leichter mit ihr haben. Er muss diesen ganzen Mist nicht durchmachen. Natürlich wird es andere Probleme geben, aber nicht mehr diese „Kindergarten-Probleme.“
Es fällt mir schwer, mir vorzustellen, dass sie vielleicht bald jemanden anderen hat. Ich habe die Beziehung zwar beendet, aber ich wollte sie nie wirklich verlieren. Klar, es war eine toxische Beziehung und einige sagen, ich sollte froh sein, weil sie es nicht wert war, und dass ich mir eine neue suchen soll. Aber ich habe sie wirklich von Herzen geliebt und kann das nicht einfach abschalten oder verdrängen.
Was macht man in so einer Situation am besten?