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3 Monate nach Trennung

Sufentanil

Hallo liebe Trennungsschmerz-Mitglieder,

Vor 3 Monaten trennte sich meine Ex-Freundin von mir. Wir waren nur für 4 Monate ein Paar. Sie war erst meine zweite Freundin und ich bin 25 Jahre alt, davor war ich für 10 Jahre Single. Die Zeit mit ihr war die schönste in meinem Leben, die Beziehung war an Intensität kaum zu übertreffen. Sie gab mir alles, nach was ich mich viele Jahre (insgeheim) gesehnt hatte, aber dann mit der Zeit ausgeblendet oder schlichtweg nicht gekannt hatte. Ich hatte Gefühle für diese Frau, wie ich sie noch niemals für jemanden gespürt habe und habe Angst, diese auch nie wieder für jemanden fühlen zu können, nachdem wie das ganze geendet ist und den Erkenntnissen, die ich daraus zog:

Zum Anfang der Geschichte: Das ich 10 Jahre single war, wundert mich im Nachhinein betrachtet absolut nicht. Ich war übergewichtig, verbrachte meine Zeit hauptsächlich mit Computerspielen, Canna. und Saufen. Mit etwa 20 Jahren erreichte ich einen Punkt, an dem ich mein Leben umstellen wollte - Computerspielen und Canna. strich ich aus meinem Leben, Alk. nur noch 1-2x pro Monat am Wochende und ich fing an, stattdessen sehr viel Sport zu machen, wurde von fett zu fit (Sixpack, muskulös, Frauen machten mir viele Komplimente zu meinem Körper und meinem Lebenswandel). Auch psychisch schien ich einige Entwicklungsschritte in dieser Zeit nachzuholen, forderte mich heraus - ich konnte zuvor wenig mit meinen eigenen Gefühlen anfangen, spürte diese selber wenig, konnte somit auch mit niemandem über diese sprechen und kannte meine Grenzen zu wenig. Ich lernte mich in dieser Zeit besser kennen und fing an meine eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen und mehr und mehr durchzusetzten. Dazu stellte ich mich auch angstbesetzten Situationen, schaffte es aus mir herauszukommen und mein Selbstbewusstsein deutlich zu steigern. Auch bei meiner Ausbildung lief alles perfekt, schloss Jahr für Jahr mit Auszeichnung ab. Ich erreichte einen Punkt, an dem ich Stolz und Zufrieden mit mir selber war und gleichzeitig den Punkt erreichte, dass ich aktiv auf die Suche nach einer Freundin gehen wollte.

Ich meldetet mich auf einer Singelbörse an und bald darauf kam ich in Kontakt mit meiner Ex-Freundin. Nach knapp zwei Wochen Chatkontakt trafen wir uns das erste Mal persönlich. Bei den ersten drei Treffen saßen wir stundenlang in diversen Lokalitäten und redeten und redeten. Irgendwie hatte ich ein komisches Gefühl, egal welches Thema besprochen wurde, diese Frau gab die selben Vorstellungen, Wertvorstellungen, Ansichten und Interessen an. Dieses komische Gefühl legte sich aber, da sie sich niemals widersprochen hat oder mir einen Grund gegeben hat zu glauben, dass sie lügt. Ich dachte sie ist einfach nur ein absoluter Glückstreffer und wollte daran glauben, dass wir einfach nur perfekt zueinander passen. Die nächsten Treffen waren meist bei mir oder ihr zu Hause, wir lernten uns körperlich kennen. Meist lagen wir stundenlang vor der Couch, "schauten einen Film", küssten, streichelten, umarmten uns und hatten S.. Sie war unglaublich zärtlich und leidenschaftlich und ich verliebte mich sehr in sie. In diesen Momenten mit ihr konnte ich mich absolut fallen lassen - sie zu sehen, spüren, riechen, hören und schmecken überreizte mein Gehirn fast an Glückgefühlen - Stunden wurden zu Minuten und ich konnte mein Glück kaum fassen. Nach ein paar weiterer Treffen schrieb sie mir per Whatsapp, dass sie noch nie in ihrem Leben so glücklich war, dass sie sich eine Zukunft mit mir wünschen würde und dass sie nicht weiß, ob sie mich vor ihren Freundinnen als ihr Freund benennen darf. Ich freute mich sehr darüber, dachte selber schon über diese Dinge nach, aber hielt mich noch bewusst zurück um nichts zu überstürzen. Ich vertröstete sie darauf, dass ich denke, dass solche Angelegenheiten persönlich besprochen werden sollten, was wir auch beim nächsten Treffen taten und uns ab diesem Gespräch als "offizielles Paar" identifizierten. (ihr wisst was ich meine, ganz so förmlich war das Ganze jetzt nicht)

Mehrere Wochen trafen wir uns regelmäßig (2-3x pro Woche) und unternahmen viel. Gingen ins Kino, wandern, spazieren, sie zeigte mir ihre Lieblingsorte ich ihr meine, wo wir unglaubliche Stunden voller Zärtlichkeit verbrachten. Mitten in der Nacht kurz zu erwachen, ihr wunderhübsches Gesicht an meinem zu spüren und ihren Atem einzuatmen, da wir uns wohl im Schlaf so Nahe zueinander bewegt haben - Augenblicke unglaublicher Nähe, die sich in meine Erinnerung eingebrannt haben. Sie sprach von Urlaub im Sommer, nie dagewesener Liebe ihrerseits und absolutem Glück.

Naja, soviel zu meiner Wahrnehmung während der Beziehung. Nun nach 3 Monaten "Abstinenz" das was ich damals gekonnt abgeblockt und ignoriert habe: Schon in der Nacht, nachdem wir unsere Beziehung offiziell machten, sagte sie mir: "Jetzt hast du dich auf etwas eingelassen, eine Beziehung mit mir ist hart." S. wurde zunehmend weniger, beim Kuscheln wurde sie zunehmend passiver, schien es nur noch zu genießen verwöhnt zu werden und machte von sich aus wenig Anstalten etwas zurückgeben zu wollen. In der Kommunikation ging es um sie, ihren Tag, was ihr wer für ein Kompliment gemacht hat und welche Menschen ihr wichtig sind. Oft konnte ich ihr nicht mehr folgen, sie war dabei zu sprunghaft, hielt sich nicht an eine zeitliche Reihenfolge und schien vorauszusetzen, das alles was in ihr vorgeht logisch ist und ich eigentlich wissen müsste. Ich versuchte trotz allem sie zu verstehen, fragte bei Unklarheiten nach und die Gespräche mit ihr forderten teilweise größte Konzentration für mich. Umgekehrt konnte ich ihr alles erzählen was ich wollte - wirklich zu Interessieren schien sie nichts. Sie nutzte meine Erzählungen als Einstieg für Geschichten über sie selber oder sie tat sie mit kurzen Antworten ab, nachfragen etc. - Fehlanzeige. Oft reagierte sie auch mit Abwertung, meist indem sie sich darüber stellte. Ich erzähle ihr von einer wissenschaftlichen Arbeit die ich für meine Ausbildung schreiben muss mit einem Umfang von 50 Seiten. Antwort: Sie hat bei ihrem Studium 150 Seiten Arbeiten geschrieben und das in zwei Wochen geschafft, nebenbei hat sie noch 100% gearbeitet. Sie zeigte deutliche Stimmungsschwankungen, die ich zu dem Zeitpunkt nicht sehr tragisch genommen habe und mir kommt vor, dass sie sich damals gut von mir "besänftigen" ließ, durch Gespräche und Kuscheln, diesen Eindruck habe ich noch immer. Manchmal erfolgten aus heiterem Himmel verbale, messerscharfe Angriffe - oft bezüglich S.. Bei einem Film betrügte eine Frau ihren Mann, während der S. meinte sie trocken: Die ist wie ich. Als ich dann nachfragte, was sie damit jetzt meinte, antwortete sie nur ganz entspannt, dass unter der Voraussetzung, wenn A,B,C,D,E in einer Beziehung nicht mehr stimmen würden, sie sich wohl auch einen anderen Suchen würde. Tage darauf erwähnte sie immer wieder, dass sie in unserer Kennenlernphase parallel mit mir einen anderen Typen gedatet hat, zudem sie aber den Kontakt, wegen mir abgebrochen habe. Dieser würde ihr immer noch öfters mal schreiben um sich zu erkundigen ob wir noch zusammen seien, sie habe ihm darauf nur kurz geschrieben, dass wir noch zusammen sind und ansonsten nur kurz auf die Fragen wie es ihr so geht etc. geantwortet. Sie erzähle mir das, dass es nicht zu Missverständnissen kommen könne. Ich weiß bis heute nicht, ob das ganze von ihr so berechnende Angriffe waren, wie ich sie heute vermute, oder ob ich mir das so jetzt zusammenbastle, wie damals die perfekte heile Welt mit ihr. Insgesamt, war es die ganze Zeit so, dass es sehr viel brauchte, bis ich mich über sie ärgerte, ich das dann aber nicht einmal ansprechen musste und sie ihr Verhalten sofort um 180 Grad wechseln konnte, auf mich eingehen wie kein anderer Mensch und mich wieder glücklich und zufrieden zu machen.

Vor 3 Monaten geschah dann folgendes: Ich war noch in der "Rosawelt" wie im vorletzten Absatz beschrieben. (Die Erkentnisse aus dem letzten Absatz erfolgten allesamt erst nach der Trennung). Ich erhielt eine Whatsapp Nachricht von ihr mit Inhalten wie, dass sie noch nie jemanden so geliebt hat wie mich. Am nächsten Tag haben wir uns getroffen. Sie stand vor mir, wie ausgewechselt, eiskalt wirkend, sagte mir sie wolle Schluss machen, sie sei unglücklich mit mir und es habe seine Gründe. Diese erörterte sie mir auf Nachfrage nicht, es komme sowieso alles so, wie es kommen soll - alles sei für etwas gut. Auf Nachfrage, wieso sie mir dann noch gestern eine Nachricht mit Liebesbekundungen etc. geschrieben hat, entgegnete sie, da war es auch noch so, Gefühle können sich ändern. Konnte mir nicht verkneifen ihr noch zu sagen, dass sie gewaltige Probleme hat, wenn das ihr Ernst sei und sie wirklich so fühlt wie gerade beschrieben und bin gegangen, seitdem keinen Kontakt mehr mit ihr.

Diese Trennung riss mir den Boden unter den Füßen weg, sie kam für mich absolut unerwartet. (wie gesagt, die oben beschriebenen Gründe erkannte ich erst später). Ich verfiel für Wochen in ein psychisches Loch von einem Ausmaß, dass ich noch nie erlebt hatte. Heute, 4 Monate später kann ich das ganze reflektierter Betrachten, kann sehen, wie blind ich doch vor Verliebtheit war, dass hier wohl alles mehr schein als sein war und ich in dieser Beziehung absolut nicht ich selbst sein konnte. Ich bin froh das sie vorbei ist. Es handelte sich wohl um eine sehr toxische Beziehung. Trotzdem sind bestimmte Augenblicke mit ihr noch wie eingebrannt und diese vermisse ich sehr. Die innere Leere die ich wochenlang fühlte, wechselt langsam zu Trauer und Wut. (für mich ein sehr gutes Zeichen, meines Wissens nach bedeutet die innere Leere - dass sich die Psyche noch vor Gefühlen schützt, die so stark sind, dass sie das Ausmaß nicht ertragen kann) Meine Wut ist teilweise sehr intensiv und es fällt mir schwer sie zu kanalisieren - ich mache viel Sport was mir dabei hilft. Allerdings komme ich auch oft in Situationen, zum Beispiel wenn ich mit dem Auto fahre und mich plötzlich eine Wut überkommt, bei der ich am liebsten etwas kaputt schlagen würde und mir nichts anderes übrig bleibt, als sie zu unterdrücken oder im Auto herumzuschreien. Oft breche ich kurz darauf in Tränen aus und bin von einem Gefühl der Trauer überwältigt.

Mein Vertrauen in die Menschheit ist erschüttert. Ich lege momentan wenig Wert auf Sozialkontakte, "Freunde" stiegen nach zwei Wochen nach meiner Trennung, in der es mir so beschissen ging wie noch nie, aus, wohl weil sie mich in dieser Stimmungslage nicht ertragen konnten. Plötzlich sind sie immer alle beschäftigt oder schreiben nicht mehr zurück. Einigen von ihnen half ich selber durch schwerste Krisen, auch wenn sie noch so anstrengend waren. Ich bin am überlegen, ob ich noch weiter wert auf Kontakt mit diesen lege, auf sie zählen kann ich ja scheinbar nicht. Ansonsten bin ich mir nicht sicher, ob ich mich jemals wieder verlieben kann - meine erste (vermeintliche) Liebe im Alter von 25 Jahren und alles war nicht mehr als ein Hirngespinnst und vermutlich gekonntes Schauspiel ihrerseits. Ich habe Angst, nun Auszusteigen oder zu Misstrauisch zu sein, wenn ich mich doch wieder einmal verlieben sollte. Irgendwie habe ich den Eindruck momentan alles verloren zu haben, was man verlieren kann. Soll es jetzt wieder mit 10 Jahre Single Zeit weitergehen, diesmal ohne Freunde, so kurz nachdem ich auf den "Geschmack" gekommen bin? Was soll ich blos tun?

10.03.2018 23:57 • x 3 #1


Katzenmosaik


Zitat von Sufentanil:
Soll es jetzt wieder mit 10 Jahre Single Zeit weitergehen, diesmal ohne Freunde,


Du bist doch nicht mehr fett?! Du siehst, auch ein Sixpack hilft nicht, glücklich zu werden. Hör mal auf, es abhängig zu machen, ob du dick oder dünn bist. Man muss in einer Partnerschaft eben auch Glück haben und btw. Singlebörsen sind das letzte!

Geh lieber raus, lerne draussen die Leute kennen, in Bars, Diskotheken oder andere Freizeitaktivitäten. Dort lernst du, mit etwas Glück, auch jemand kennen, die dich liebt, wie du bist. Gut finde ich, dass du nicht mehr soviel trinkst und internetsüchtig bist.

Und komm erst mal über die letzte Sache mit deiner Ex weg. Verarbeiten ist wichtig. Er dann bist du wieder frei für neues. Achso und Thema Freunde: Freunde sind die, die in schlechten Zeiten zu einem halten. Also waren es keine. Suche neue!

Alles Gute!

11.03.2018 01:35 • x 2 #2



3 Monate nach Trennung

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althea

althea


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das macht doch eine menge aus ...man sagt zwar es kommt nur auf die inneren werte an... aber ganz ehrlich wir sehen besser als wir denken ...fühlt man sich attraktiv -geht man besser auf andere menschen zu ...und das ist ganz natürlich! übergewicht hat mit unattraktivität eher weniger zu tun.... diese spielerei ...ich hasse sie ... sie nahm mir die mutter ...und um so dümmer ist das für mich ..fressen und zocken ...nur doof ...as ist das sinnloseste was es gibt ...schmeiss deine playsation weg!

11.03.2018 02:25 • #3


derWissende


Ach du meine Güte, schon wieder so genial fundierte Ratschläge.
Das hilft dem, der gerade restlos verarscht wurde ungemein.

11.03.2018 02:52 • x 1 #4


Katzenmosaik


Zitat von derWissende:
Ach du meine Güte, schon wieder so genial fundierte Ratschläge.
Das hilft dem, der gerade restlos verarscht wurde ungemein.


Na dann zeig mal, was du kannst

11.03.2018 02:54 • #5


udi74


Hallo Sufentanil!

Ich gehe mal auf Deinen Eingangsthread ein und schildere Dir mal meine Sichtweise der Sachlage bei Dir:

Also Du hast doch schon einen tollen Weg zurückgelegt. Machst Sport, hast das Übergewicht abgebaut, Schluss mit Cann (macht sowieso nur das Hirn kaputt, das Dreckszeug), Alk. würde ich noch ggf. auch komplett aus Deinem Leben verbannen (beißt sich mit Sport).

Der tolle Ratschlag hier, die Playstation zu entsorgen, würde ich nicht machen. Ich habe auch eine PS3, die habe ich geschenkt bekommen und nutze sie ausschließlich als DVD bzw. Blu-Ray-Player. Die wenigen Games, die hier irgendwo rumliegen, dürften sehr gut Staub angesetzt haben und tangieren mich nicht. Aber die Playstation ist in Deiner jetzigen Situation nicht das Problem, sondern "DIE EX"!.

Für mich ist dieses "Gör" derart unreif und schlicht dumm, die hat einen braven "Trottel" gesucht, mit dem sie machen kann, was sie will. Der Beginn klang schon komisch, dass dieses Mädel "sämtliche Interessen und Neigungen wie Du" haben solltest - das gibt es nicht. Dann hat sie Dich solange benutzt, bist Du ihrer überdrussig wurdest. Und GAME OVER.

Das Dein Selbstwertgefühl im Eimer ist, ist klar. Man darf aber auch nicht vergessen, es war erst deine 2.Freundin! Dir fehlt noch viel Erfahrung mit Frauen, besonders herauszuerkennen (wie bei der jetzigen Verflossenen), welche zuträglich ist und welche nicht.

Ich würde sagen, lerne mal verschiedene Frauen kennen und mache Deine Erfahrungen. Die perfekte Frau gibt es nicht und man muss oft auf die Nase fallen, solange man wieder aufsteht - kein Problem. Zudem halten Beziehungen eh nicht ewig, auch ein weit verbreiteter "Hollywoodglaube".

Wenn Dir Deine Freunde nicht zur Seite stehen in der jetzigen Situation - schieß sie ab. Wenn die auch nur von Dir genommen, aber nichts zu geben haben, sind das LOSER und mit Losern sollte sich niemand abgeben - Zeit-, Kraft- und Energieverschwendung.

Suche Dir auch hier ein neues Umfeld, manchmal wechseln im Leben sowohl Freundinnen als auch Freunde. Diese Lektion musst Du noch erlernen.

Ansonsten bist Du doch auf einem super Weg!

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

L.G.

Udi

11.03.2018 12:26 • #6




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