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vor ziemlich genau 3 Monaten hat sich meine Freundin von mir getrennt. Die Trennung kam für mich unfassbar plötzlich und hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Im Nachgang kamen dann leider noch viele unschönen Infos raus und ich habe den Menschen fast nicht wiedererkannt. Wir waren 8 Jahre zusammen und haben uns damals im Studium kennengelernt.
Seitdem habe ich sehr viele Phasen durchgemacht, von absoluter Ungläubigkeit bis hin zu Trauer, Wut, Selbstzweifeln- und Vorwürfen war alles dabei.
Seit 1,5 Monaten ist nun nach ihrem Auszug etwas Ruhe eingekehrt. Ich merke, dass es mir deutlich besser geht, vor allem unzählige Gespräche mit der Familie und Freunden haben geholfen (auch wenn man sich dabei gefühlt teilweise im Kreis gedreht hat).
Anfangs habe ich nie durchgeschlafen und wurde immer sehr früh wach, das funktioniert nun etwas besser.
Auch die Selbstvorwürfe werden weniger und vor allem deutlich kürzer. Daher will ich darauf hier jetzt nicht eingehen, sondern eher auf die Dinge, die mich aktuell noch am stärksten beeinflussen.
Ich weiß auch, dass es ohne Corona und mit mehr Ablenkung wohl noch deutlich besser wäre.
2 Punkte, mit denen ich aktuell noch sehr große Probleme habe:
1) Ich bin jemand, dem gemeinsame Erlebnisse sehr wichtig sind. Daher schießen mir immer und immer wieder aus dem Nichts Bilder von gemeinsamen Erlebnissen / Urlauben aber auch einfach Restaurantbesuchen mit ihren Eltern, Besuche bei meinen Eltern etc. in den Kopf. Teilweise ganz banale Dinge, wie man einfach nur durch eine Stadt geht und ein Eis isst. Diese Erinnerungen sind aktuell unfassbar schmerzhaft. Ich habe mich während der Beziehung immer so gerne daran erinnert und die Bilder vor meinem inneren Auge Revue passieren, das nun zu sehen, tut noch unfassbar weh. Wir haben sehr viel miteinander erlebt und hatten viele kleine Dinge, die uns verbunden haben. Jetzt zu merken, dass das alles weg ist und für sie scheinbar nicht mehr relevant ist, ist brutal.
2) Morgens beim Wachwerden macht der Kopf teilweise die verrücktesten Sachen. Es wird besser, wenn man aufsteht, aber teilweise zieht sich das dann in den ganzen Tag.
Hat hier jemand Erfahrungen, Tricks, wie man damit besser umgehen kann? Ich will und werde die Erinnerungen ja gar nicht löschen, aber aktuell geht es einfach nicht, darüber nachzudenken, da es zu schmerzhaft ist. Vor allem die letzten Urlaube, Spaziergänge, gemeinsamen Essen, die teilweise dann erst ein paar Monate, Wochen, Tage vor dem Ende waren, sind mir teilweise sehr präsent und wirken noch so real.
Danke euch schon einmal
