1. Dein Vater war praktisch nicht da und genau das hast Du weitergelebt. Es heißt nicht umsonst, wie der Vater, so der Sohn. Das ist keine Beschuldigung, aber eine Tatsache, die sich immer wieder bestätigt. Der Mensch lebt das nach was er kennt. Dasselbe gilt übrigens genauso auch für Töchter.
Was Du selbst nicht kennengelernt hast, also dass Dein Vater eine gute Beziehung zu Dir aufgebaut hat und Dich gefördert hat, kannst Du schlecht weitergeben, weil an der Stelle bei Dir ein Vakuum ist.
Außerdem neigst Du zur Bequemlichkeit und hast die Dinge laufen lassen wie sie halt liefen. Und jetzt kommt die große Trauer.
2. Du bist NICHT alleine schuldig. Wenn eine Beziehung zerbricht, haben beide ihren Anteil meist gleichermaßen. Gut, Du bist Deinen Vaterpflichten nicht gut nachgekommen und bliebst passiv. Sie kümmerte sich zwar um die Kinder, aber sie hat Eure Beziehung aktiv beschädigt, indem sie fremd ging.
Das ist vielleicht verständlich, da sie frustriert war, aber Fremdgehen ist keine Lösung, denn das hat immer nachhaltige Folgen wie ein zerstörtes Vertrauensverhältnis. Hinzu kommen oft noch eine Art Überwachung des Partners, ein Kontrollwahn, denn wer einmal fremd ging, wird es womöglich wieder tun.
Also mach Dir klar, dass die Beziehung kaputt ist, aber zieh Dir nicht den Schuh an, dass Du sie allein zum Scheitern gebracht hast. Steh mal auf und komm aus dem Büßerhemd. denn das macht darüberhinaus extrem unattraktiv und macht Dein Selbstgefühl völlig kaputt. Davon hast Du nichts und sie auch nicht und die Kinder auch nicht. Beide haben es so weit kommen lassen.
3. Du konntest nach ihrem Geständnis offenbar gefühlt wieder Nähe aufbauen, die aber jetzt wieder weg ist.
Es war wohl eine Scheinnähe, die entstanden ist. Nicht ungewöhnlich, da sie ja auch keine weiße Weste hat und da neigt der Verursacher dazu, wieder mehr Nähe zuzulassen, weil er froh ist, wenn er nicht verstoßen oder übel abgekanzelt wird. Fremdgehen ist kein Pappenstiiel
Aber sie ist offenbar schon weit weg von Dir.
4. Ich finde ihr Verhalten unfair, denn sie schließt nicht aus, dass es ja wieder sein könnte, aber ob das nun in den nächsten Monaten was wird oder erst in Jahren, lässt sie offen. Heißt, sie hält Dich in der Warteschleife und stellt Dich aufs Abstellgleis und wenn es ihr günstig erscheint, holt sie Dich von dort wieder ab. Sie kann aber nicht die nächsten Jahre Deines Lebens planen. Was Dir jetzt wie der Silberstreif am Horizont erscheint, ist bei näherem Hinsehen Berechnung und das ist unfair Dir gegenüber.
Sie ging fremd, Du hast es hingenommen und wirst jetzt in die Ecke gestellt und darfst warten, ob sie Dich wieder mal brauchen kann oder auch nicht.
5. Du bist ausgezogen, also habt ihr eine räumliche Trennung. Das ist in der Lage gut. Bleib dabei, denn ständiger Kontakt schürt Deine Hoffnung wieder an und ich habe des Gefühl dass sie nicht berechtigt ist. Denn jetzt übertreibt sie mit ihrem Nachholbedarf, denn es ist offenbar noch ein neuer Freund aufgetaucht, mit dem niichts läuft. Angeblich. Kann stimmen oder auch nicht. Sie könnte diese Zeit auch darauf verwenden mit Dir zu reden, aber da geht sie lieber woanders hin. Auch hier wieder: Du stehst in der Ecke, aber kannst nicht aktiv werden.
5. Ich glaube, Du solltest Dir keine allzu großen Hoffnungen machen. Sie scheint mir jetzt auf dem Trip zu sein, alles nachzuholen was sie angeblich versäumt hat und da bist Du nur hinderlich für sie. Dich kennt sie ja zur Genüge, andere Männer nicht.
7. Mein Rat. Mach nicht den Fehler den Dein Vater gemacht hat. Es ist für die Kinder ein riesiges Unglück wenn sich ein Elternteil nicht darum kümmert. Das tut Kindern sehr weh, weil sie immer glauben, Papa hat mich nicht lieb und ich bin daran schuld. Kinder denken so und meinen das tatsächlich und das ist eine Bürde fürs Leben. Du hast einige Jahre versäumt, weil Du Dir lieber vor dem PC Deinen Hintern platt gesessen hast, aber es ist noch nicht zu spät, ein besserer Vater zu werden.
Um die Frau geht es weniger, aber bei den Kindern kannst Du was bewirken. Wenn Du da bist und Dir Zeit nimmst und ihnen das Gefühl gibst, dass sie Dir wichtig sind. Ansonsten sagen sie auch eines Tages: Mein Papa war irgendwie nicht da. Er war zwar körperlich einige Jahre anwesend, aber gekümmert hat er sich nicht. Ich war ihm egal.
Du hast die Abwesenheit des Vaters schmerzlich empfunden. Mach es besser - jetzt und nicht irgendwann später. Zeig ihr dass Du auch Vaterqualitäten hast. Damit kannst Du punkten. Das heißt nicht, dass sie jetzt weider zurück kommt, aber es könnte Dein Ansehen bei ihr heben. Wenn sie sich sagt, sieh an, von der Seite kenne ich ihn noch gar nicht.
8. Du kannst nicht um Liebe kämpfen, Du ziehst ja nicht in den Krieg. Lass sie erst mal in Ruhe. Mit ihr kannst Du im Moment kaum rechnen, denn sie verspürt wohl Nachholbedarf bis sie weiß, dass andere Männer auch nur mit Wasser kochen. Also erwarte Dir da nicht allzu viel. Und Nichtstun ist in dem Fall die bessere Variante als ihr jetzt beweisen zu wollen dass Du doch eine gute Wahl bist.
Aber denk an Deine Kinder, denn die brauchen auch einen Vater. Du musst den Fehler Deines Vaters nicht wiederholen.
Das ist jetzt alles schwer und schmerzhaft für Dich und es ist ein Jammer, wenn wieder eine Ehe mit kleinen Kindern vor die Hunde geht. Aber ich glaube, dass Du derzeit ziemlich machtlos bist.
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