Matida
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Mein Mann (52) hat mir (52) im November vergangenen Jahres für mich völlig überraschend bei einem ganz normalen Frühstück verkündet, er würde sich trennen und ausziehen. Ich könne mit beiden Kindern (beide erwachsen, 19 J.) wohnen bleiben. Wir haben insgesamt drei Kinder, das dritte, 21 J. studiert und wohnt in einer anderen Stadt. Für mich war dieser Tag der Verkündung ein normaler Arbeitstag. An dem Tag ist meine Welt untergegangen.
Mein Mann hat mir gesagt, wir hätten uns auseinandergelebt, er wolle sich nochmal verlieben, wolle ein eigenes Leben. Unser gemeinsam gebautes Haus (es gehört uns beiden jeweils halb), in dem wir gemeinsam alt werden wollten, und der Garten mit seinen zuvor geliebten Pflanzen seien halt nur materiell und könnten ihn nicht halten. Dann erzählte er von seiner neuen Beziehung, die zugleich seine neue Chefin sei.
Ich war so fassungslos, absolut verblüfft, da es zuvor auch keinen Streit gab. Alle Pläne, aller Alltag, alle Zweisamkeit, alle Vertrautheit - auf einmal dahin.
Ich hab mich auf Arbeit geschleppt und habe die Arbeit wie in Trance (bis heute) durchgezogen, aber von diesem einem Moment auf den anderen war ich ein seelisches Wrack. In den vielen Tagen seither wurden nicht nur eine abgrundtiefe Traurigkeit, eine Einsamkeit wie der einsamste Mensch auf der Welt zu sein und permanente Ängste zu meinen ständigen Begleitern. Auch physisch habe ich diese Angst/Panik wie einen großen Klumpen in mir, Herzrasen, Apoetitlosigkeit, ständiges Heulen usw. Sicher kennen das einige von euch auch? Wann wird das schwächer werden? Geht das jemals vorbei?
Ich habe jede Freude verloren, selbst wenn ich mit meinen Kindern zusammen und darüber eigentlich glücklich bin, bin ich auf einer anderen Ebene ohne Pause tieftraurig, einsam, ängstlich.
Jetzt beginnt der April und keine Besserung ist in Sicht. Zuhause weiß ich nicht wohin mir mir, dann krieche ich ins Bett. Weiß nicht wie oft ich mich schon in diese "Höhle" zurückgezogen habe.
Nachts schlafen ist auch problematisch, geht immer nur bis gegen drei Uhr, dann startet - nachdem die Erkenntnis über die aktuelle Situation wie ein Schlag in den Magen zurückgekehrt ist - das Gedankenkarussel erneut.
Ich habe Kontakt zu Freundinnen, zu meinen Eltern usw., aber nichts kommt an gegen das Gefühl dieser absoluten Einsamkeit und Verlorenheit.
Gern würde ich an der Stelle aussteigen und sagen, es waren 50 wundervolle Jahre, die Familie war für mich alles, nun ist sie zerfallen und allein mag ich nicht weitergehen. Äußert man derartiges, wird man behandelt wie jemand Kriminelles, den man unbedingt bekehren muss, wie wundervoll diese Leben doch sei. Ist es aber nicht. Es ist nur noch Schmerz und Traurigkeit.
Ging es von euch jemand vielleicht auch so und ihr habt es überwunden? In welchem Zeitraum?
Ich danke euch schonmal, dass ihr euch Zeit genommen habt, all das Gejammere hier alles zu lesen.