Zitat von Caecilia: Mein Ex hat mich seit der Trennung nie (nie!) gefragt, wie es mir geht.
Meiner auch nicht. Ich vermute, dass er zu Beginn nicht gefragt hat, weil es ihm letztlich doch unangenehm war, wie schlecht es mir ging. Die Antwort Deines Mannes @Matida ist ja genauso ein Krampf und für Dich sicher bitter. Für mich war es das, also zu merken, wie entfernt mein Mann direkt nach der Trennung von mir war.
Mein Ex fragt inzwischen z. B. in Mails, wie es mir geht. Ich antworte ein höfliches "gut, danke". Ist für mich eine Höflichkeitsfloskel. Kann sein, dass es ihn ernsthaft interessiert, aber naja, ich habe daran kein Interesse.
Zitat von Matida: Mich gut um mich zu kümmern und gestärkt aus diesem Elend hervorzugehen liegt gerade beides sehr fern.
Zitat von Fastnormal07: Schon klar "Leiden zum Wachsen"
Ach, nein. Das fand ich schon immer ein merkwürdiges Konzept - per aspera ad astra, oder? Tu Dir das nicht an, so zu denken. Man muss nicht leiden, damit es einem hinterher gut- oder bessergeht. Das funktioniert beim Sport vielleicht, aber doch nicht bei seelischen Verletzungen. Die braucht kein Mensch. Klar können auch solche Trennungen rückblickend etwas Gutes haben: In der Regel passen Menschen nicht oder nicht mehr zusammen. Vielleicht hing man auch in - für einen selbst - nicht guten Beziehungsmustern fest. Es liegt schon eine Chance in Trennungen. Aber nicht im Leiden. Meine Meinung.
Und ja, das kostet Energie. Ganz ehrlich: Ich empfehle Spazierengehen aus rein biochemischen Gründen. 20 Minuten stumpf um den Block, jeden Tag, baut Adrenalin und Cholestorol (Stresshormon) ab, lässt Dopamin und Serotonin (Glückshormone, vereinfacht) steigen. Ich höre dabei auch gern Musik.
Wenn Ihr so in Musik reinfallen könnt wie ich - und wenn Ihr wieder Musik hören könnt, empfehle ich, ab und an mal die Playlist zu wechseln und statt "Scherbenmeer" vielleicht "Habit" von Laurell zu hören oder "Unstoppable" von Sia oder "I will dance when I walk away" von Katzenjammer oder "blue" von Alli Neumann oder "Nobody's Fool" von Parov Stelar - insbesondere das letzte, gibt's alle auf Spot..ify

(meine Playlist war aber auch voll von Herzschmerz-Liedern, ich verstehe das auch).
Und als letztes: Ich hab mir überlegt, wie es mir ging zu Beginn, nach vier Monaten. Ich hätte mit all diesen guten und freundlichen Ratschlägen wenig anfangen können. Hätte gedacht: Es geht halt nicht.
Deswegen nur eins zum Schluss: Zeit hilft auch. Ist schon gut, wenn man selbst etwas macht, das hilft. Gut um sich kümmern, kann man wann anders, nur aufpassen, bevor man kippt. Ansonsten speichert Euch doch diesen Thread als Lesezeichen - vielleicht ist es später mal hilfreich. Alles Liebe.