paul258
Gast
Meine Brötchen backen gerade vor sich hin und da dachte ich mal ich stelle hier eine Frage, die mich immer mal wieder beschäftigt im Leben.
Im Grunde lautet sie:
Wie geht ihr damit um, wenn ihr Freunde/Bekannte habt, die Treffen immer im wagen halten oder gar spontan absagen?
Ich habe mich mal etwas belesen und offenbar findet man viel im Internet, dass das eher ein Problem der neuen Generation wäre. Ist dem so? Was denkt ihr?
Früher, vor ca. 10 Jahren, war das ein riesiges Thema für mich und natürlich, wie der eine oder andere Hobbypsychologe herausfinden wird heute immer noch, weil es sonst diesen Thread hier nicht geben würde
Ich denke aber, dass ich das heute viel besser einordnen kann.
Früher, bevor ich auch in Therapie war, hat mich sowas oft ziemlich verletzt und ich habe (unbewusst) es höher gehängt als es eigentlich war. (Vermutlich auch noch Mal ein Thema für sich, aber darum soll es hier nicht gehen. Ich würde es gerne allgemeiner halten, um möglichst viele Meldungen zu hören.)
Jedenfalls bestand mein "Freundeskreis" voll solcher Menschen und erst mit der Zeit habe ich einen Durchblick dafür bekommen.
Ich kann ja mal vom aktuellen Beispiel berichten wieso ich überhaupt auf das Thema kam.
Ich habe einen Arbeitskollegen mit dem ich mich auch privat sehr gut verstehe. Wir haben auch schon ab und an mal was zusammen gemacht (zusammen ins Stadion usw). Er ist etwas jünger als ich, aber wir verstehen uns ansonsten sehr gut.
Nur dieses an und absagen.
Er hatte mich Mitte der Woche gefragt, ob ich am Wochenende Zeit hätte. Er wolle ins Kino diesen einen Film schauen den ich auch sehen will. Danach vielleicht in eine Bar über den Film reden.
Ich sagte zu, weil ich nichts vor hatte am Wochenende.
Am Freitag meldete er sich dann tagsüber, dass wir doch in zwei Stunden ins Kino könnten. ich noch mitten auf Arbeit. Es wurde also nichts draus. Er meinte nur "Na ich sagte doch Wochenende, also auch Freitag".
Dann meinte er weiter, dass er ansonsten nicht weiß, weil er sich noch andere Leute gefragt hätte was zu machen, z.B. Samstag auf ein Konzert.
Und genau so kam es auch.
Heißt er war gestern unterwegs und meldete sich heute (Sonntag) 16 Uhr bei mir, das er ja verkatert sei und Kino wohl nichts wird.
Ich fand das ziemlich assig, weil ich mir ja extra freigehalten habe und vor allem diesen Film unbedingt sehen wollte. Ich wäre auch alleine ins Kino, hatte aber ja gewartet.
Er hat sich auch nicht entschuldigt, sondern tat einfach so als wäre das halt so passiert. Was soll man machen. Auch kein Gegenvorschlag oder so, einfach weg ignoriert. Das nervt sogar am meisten: ich hatte ihm geantwortet, aber es kam einfach nichts. Ich empfinde das irgendwie respektlos, oder übertreibe ich?
Kennt ihr das?
Ich habe das alles mit angesehen und musste eher schmunzeln, weil es mich an dunkle Zeiten erinnert. Ich weiß nun was ich von dieser Verbindung zu halten habe.
Gleichzeitig nervt es natürlich, weil es ja irgendwie ein Eingriff in mein Leben ist, was dem anderen aber einfach egal ist.
Wann habt ihr erkannt wo ihr da eure Grenzen zieht? Wo sind eure Grenzen?
Oder meint ihr das sei halt ein normales Verhalten?
Bin sehr gespannt auf Meinungen
