Zitat von Allesneu21: Wenn mein Vertrauen enttäuscht wird, dann kann ich mich dazu entscheiden, wieder zu vertrauen. Aber natürlich bin ich nicht mehr ganz so gutgläubig.
Und wenn der andere mir dann das Gefühl vermittelt, was zu verbergen, werd ich nicht mehr die Augen verschließen.
Das ist eine mögliche Sichtweise.
Diese habe ich nicht gewählt und auch nicht gemeint. Ich will damit wieder nicht sagen, dass die meinige besser wäre oder Du meine annehmen sollst, nur dass es immer noch weitere Sichtweisen gibt und zumindest ich die Erfahrung gemacht habe, dass diese eben noch weiter gehen und mir noch nützlicher (im Sinne eines zufriedenen Lebens) sind.
Wieder schreibst Du, dass Du weniger gutgläubig wärst. Das ist Dein Fazit aus dem erlebten.
Was ich aber meine ist deutlich elementarer.
Denn wieder ist hier der Schluss - ich brauche etwas vom Anderen.
Die Frage die ich stelle ist - wozu?
Wozu muss ich dem Anderen überhaupt glauben? Wozu ist das notwendig?
Ich selbst bin zu dem Schluss gekommen, der einzige Nutzen ist, dass ich mich in irgend einer vermeintlichen Sicherheit fühlen will, die aber nur ein Gedankenkonstrukt ist und nie wirklich. Alles was die stören könnte, müsste dann aus meinem Leben verbannt sein.
Ich habe statt dessen den Weg gewählt, bei dem mir das eigentlich wurscht ist und ich mir keine Gedanken mehr darum mache, was war oder was sein könnte. Sondern mich um mein jetziges Leben kümmere.
Mehr Zufriedenheit ist meiner Meinung nach nicht zu erreichen. Und wenn man die als Ziel hat, hab ich auch keinen anderen Weg dort hin gefunden.
Die Beziehung, die Welt, den anderen Menschen oder irgendwas an den eigenen Idealen ausrichten die einem eine falsche Sicherheit vor spielen soll, die es gar nicht gibt ist im Grunde eine Riesen Energie Verschwendung deren einziges Ergebnis ist, dass es mir schlecht geht.
Wenn meine Freundin meint, mich wegen eines Arztbesuches anlügen zu müssen, who cares? Was immer sie damit bezweckt ist doch ihre Sache. Wäre nicht nötig, aber wenn es ihr was gibt? Why not?
Was mich betrifft wäre hier die Organisation des Alltages. Solange die funktioniert, wen interessiert warum und wie es dazu kommt?
Es lohnt sich nicht mal eine Sekunde mit einen Kopf darüber zu machen. In der Zeit kann ich mit ihr lecker essen gehen oder spazieren oder was, was uns gut tut.
Gleiches gilt für eine Affäre. Ja wenn sie meint, sie braucht irgendwann eine, who cares. Wie es dann weiter geht, seh ich dann. Aber mir jetzt darüber eine Birne machen, da ist mir meine Lebenszeit zu schade.
Welchen Nutzen hätte ich also tatsächlich davon, wenn ich mich mühevoll damit auseinandersetzen sollte, ob sie nun glaubwürdig treu ist oder nicht oder wie dieses oder jenes Verhalten zu werten hätte?
Ich bevorzuge in einer Welt zu leben in der nichts sicher ist und ich null Kontrolle habe. Und auch nicht brauche.
Mag nicht jedermanns Geschmack sein, das ganz sicher.
Ich erzähle es halt dann, wenn Jemand wie ich früher den Weg zur Zufriedenheit dort sucht, wo er nach meiner Erfahrung nicht zu finden ist.