@trennungsangst
Danke erst einmal für diese tiefgründige Frage.
Ich will schonungslos ehrlich sein.
Ich hatte es damals nicht akzeptiert. Ich hatte als ich ins Forum kam immernoch die Hoffnung, daß aus uns was wird. Genau, wie du. Leider fühle ich das alles nach. Ich kenne deinen Schmerz.
Auch ich wollte nichts böses, nur geliebt werden. Er hat gelogen. Erst wollte er sich auch trennen, die Ehe sei kaputt, seine Frau einmal Drache... blablabla.
Ich war sehr wütend. Wütend auf ihn, meinen Schmerz, wütend auf seine Frau und auch eifersüchtig. Klar. Das volle Programm.
Ich bin aber ein Schisser vor dem Herrn. Ein Peoplepleaser. Nie hätte ich seine Frau kontaktiert und schon gar nicht die offene Konfrontation gesucht, da mein ExAM meinte und das glaube ich ihm, dass sie mich krankenhausreif bzw gerne auch tot schlagen würde.
Glaube mir, ich war stinkwütend, dass er seine Ehe fortführt und ich alleine am Boden lag, physisch und psychisch dran erkrankt. Er besaß sogar die Dreistigkeit mir "kuschelige Weihnachten" zu wünschen via Karte, während ich alleine in meiner Wohnung lag mit gebrochenem Herzen.
Dann kam eine Phase, wo ich dachte, dass die beiden sich verdient haben. Ich bin ehrlich, ich bin ein Mensch, der gerne allen hilft, niemals jemanden körperlich verletzen könnte, ich habe mich bei Angriffen auf Arbeit nie gewehrt, aber da war ich gehässig und dachte mir, die beiden haben sich verdient. Wie gesagt, nicht fair aber heilsam.
Und weißt du, ich denke nicht, dass sie ihre Ehe "einfach fortgeführt" haben. Seine EF kann ja nichts für den Betrug, vielleicht die Schieflage der Ehe, die gab es objektiv, aber nicht den Betrug. Entsprechend wünsche ich ihr nichts böses. Und er wird schon leiden müssen. Sicher hat er Regeln bekommen, Strafmaßnahmen,...
Mein ExAM versank in Selbstmitleid und meinte, dass es sein Schicksal wäre bei den Kindern zu bleiben und entsprechend auch bei seiner Frau, über die er selten nur ein gutes Wort verlor, was schrecklich ist.
Heute tun mir beide leid. Zwei traurige Charaktere. Ich denke nicht, dass sie glücklich sind. Aber das ist nicht mehr meine Sorge. Gar nicht. Hätte es nie sein sollen. Mit dem Abstand weiß ich es.
Und wie gesagt, er scheint bestürzter zu sein. Sobald die Sprache auf meinen Partner fällt, meldet er sich nicht mehr, machte aber zuvor sexuelle Andeutungen. Entsprechend scheint er unglücklich, aber auch nur er alleine kann sich helfen. Von oben betrachtet ein recht armer Wicht.
Hat lange gedauert zu dieser Erkenntnis zu kommen.
Leider wirst du Monate leiden, wie ein angeschossener Hund, aber dann bist du frei, suchst dir einen tollen Hecht und er lebt eben sein trostloses Leben und seine Lüge.
Es war kein Annehmen. Es war logische Konsequenz. Trennung, Kontaktsperre, sehr sehr heftige Schmerzen, diese ebben ab und dann ist es einfach da.
Man weiß, Gott sei Dank bin ich da raus. Raus aus dem Dreieck. Raus aus dem Drama. Raus aus der Ehe, wo man nie reinwollte.
Er hat uns beide belogen. Sie meinte, ich wäre alleine Schuld, eine Madonna, der er sich niemals entziehen konnte, damit sie es aushielt, dass er für mich die Ehe brach und hat allen Hass auf mich projiziert, zumal sie nicht arbeiten gehen will und er sie finanziert und die Kinder und bei ihm bleiben kann.
Für ihn bin ich keine Böse. Er meint immernoch, so einen lieben Menschen habe er noch nie getroffen, mit so viel Herz.
Aber umso mehr bin ich mit mehr wert, als geheime Stunden irgendwo und zwischen Tür und Angel.
Was die beiden treiben, stört mich nicht die Bohne. Er baut gerade die Scheune aus für sie und ich spüre keinen Neid. Ich kann es abnicken.
Sie tut mir inzwischen sogar leid, da er ihre Körperfülle bemängelte, ihre psychischen Krankheiten, ihre Arbeitslosigkeit... quasi ihre Person. Aber sie kommt nicht raus.
Ob die beiden so glücklich sind bezweifel ich. Aber es interessiert mich nicht mehr.
Mit Abstand wirst du sehen, was er alles verbockt hat, wie viel du investiert hast und wie wenig er und dir dann an den Kopf fassen, selbigen schütteln und einfach gehen können. Und das in Frieden. Aber dafür musst du dich erst lösen und nicht mit der Hoffnung, dass es doch was wird, sondern ehrlich und final.