Dieser Vorschlag, dass sich die TE bei der EF entschuldigen sollte, hat mich wirklich nachdenklich gestimmt:
Zitat von sonntag_morgen: Mein Vorschlag wäre: entschuldige dich bei ihr. Schicke ihr eine E-Mail und teile ihr mit, dass es dir leid tut, dass du ihr Schmerzen zugefügt hast und dich auf ihren Mann eingelassen hast und dass du ihr und ihrer Familie alles Gute wünscht. Und dass du keinen weiteren Kontakt mit ihrem Mann haben wirst.
Als ich damals von der Affäre meines Mannes mit meiner langjährigen Freundin von ihr erfuhr, war ich enttäuscht, wütend, verletzt… aber ganz sicher nicht empfänglich für eine Entschuldigung - von keinem der beiden.
Warum nicht?
Weil eine „ehrliche“ Entschuldigung voraussetzt, dass der Mensch, der sich entschuldigt, seine Schuld reflektiert, anerkennt, bereut und wieder gutmachen möchte.
Und das ist eigentlich eher ein langwieriger Prozess.
Direkt nach einer Affäre wird das kaum möglich sein.
Anderenfalls wäre es erst gar nicht dazu gekommen.
Nun ja, in meiner Geschichte gab es diese Zeit dazwischen.
Trotzdem!
Erst wenn das eigene Dazutun mit allen Konsequenzen erkannt, akzeptiert und die eigene Verantwortung übernommen wird, kann es überhaupt möglich sein, sich aus ganzem Herzen zu entschuldigen.
Ansonsten wären es nur leere und bedeutungslose Worthülsen, die nicht helfen.
Nun, wenn ich mir die Situation von @trennungsangst ansehe, sieht es ehrlich gesagt nicht nach der großen Erkenntnis und Reue aus.
Sollte sie sich tatsächlich bei der EF entschuldigen wollen, frage ich mich, was sie tatsächlich bereut und bedauert?
Vermutlich bereut sie, dass sie sich willentlich auf eine Affäre mit einem Familienvater eingelassen hatte.
Aber nur, weil er ihr so viele leidvolle Stunden beschert hat und sie letztendlich nicht erfolgreich war.
Zitat von Heavydreamy: Sie bereut, dass sie eine Affäre generell eingegangen ist, aber eben auch nur das.
Genau!
Denn, bereut sie, dass sie einer Frau, die 4 kleine Kinder versorgt und so belastet ist, dass sie eine Kur bewilligt bekam, willentlich so viel Kummer bereitet hatte?
Eher nicht.
Hätte es eine Möglichkeit gegeben, wäre die TE jeden erforderlichen Schritt gegangen, um diesen Mann dort loszueisen.
Sie scheute nicht einmal davor zurück, dies während der Kur, bei der diese Frau ihre Kinder mitnahm, zu versuchen.
Bereut sie, dass sie diesem Mann dabei half, seiner Familie so viel Leid und Tränen zuzufügen?
Auch das war ihr nicht wichtig genug.
Zitat von E-Claire: Entschuldigungen ohne aufrichtige Reue bringen doch niemandem etwas.
Ja, das sehe ich ebenso.
Für was soll sie sich nun entschuldigen?
Reue und verspätete Einsicht, dass dies nicht der „gütige Weg“ war?
Oder ist es eher die Erkenntnis, dass die TE nicht erfolgreich sein wird und der AM einfach nur ein armseliger Lügner ist?
In dem Fall ist eine Entschuldigung obsolet.
Eine Affäre wird willentlich eingegangen und während der Laufzeit auch gelebt.
Anderenfalls wäre es frühzeitig gestoppt worden.
Eine spätere Entschuldigung erscheint somit immer etwas unehrlich.
Trotzdem hatte ich mich damals über die spätere Entschuldigung meiner Freundin gefreut, da dies zumindest bewies, dass sie reflektierte, nachdachte und Verantwortung übernahm.
Und genau das wünsche ich @trennungsangst !