Zitat von trennungsangst: Liebe VerletzteFee,
ich danke dir von Herzen für deinen Beitrag. Ich habe deinen Thread vollständig gelesen. Weiß also auch von dem GPS und der Wildrose.
es tut mir leid, dass du auch da durch musstest, aber ich freue mich unheimlich, dass es ein Happy End für dich gab und du glücklich bist!
Als ich das eben gelesen habe, kamen mir echt die Tränen.
Ich will es schaffen, aber die Angst ist so groß, vor dem was kommt.
Wie hast du diese Gefühle ausgehalten? Das Gefühl zu zerbrechen, es fühlt sich so verdammt Real an, dabei weiß man, das man physisch nicht wirklich zerbricht und doch.. fühlt es sich so an.
Diese Ohnmachtsgefühle. als wär man gelähmt. Und dann zu wissen, dass es Monate dauert, bis es besser wird.. wie hält man das durch?
Ich wünsche mir sehr, dass jeder glücklich ist und lachen kann. Und ich hoffe, dass ich meins auch wiederfinde.
Liebe @trennungsangst, ich bin mir absolut sicher, dass Du Dein Glück und Lachen wiederfinden kannst.
Ich will Dir kurz ein bisschen von mir erzählen: auch für mich gab es ein - wie ich finde - Happy End.
Zwar begann die Geschichte bei mir ein wenig anders, aber auch ich war Teil einer Affäre und bin durch die Liebeskummer-Hölle gegangen.
Und heute geht es mir so gut wie noch nie in meinem Leben.
Ich war verheiratet (bzw. bin es noch), in 25jähriger Beziehung und 17-jähriger Ehe. Drei Kinder, Haus, Katzen, Familienglück. Aber ich wurde immer unglücklicher in meiner Beziehung, wir drifteten immer mehr auseinander - und ich begann eine Affäre mit einem ebenfalls verheirateten Mann, in den ich mich verliebte. Für mich war das der Auslöser, mich zu trennen - nicht für und wegen des anderen Mannes, der wollte sich seinerseits gar nicht trennen und hat das auch immer offengelegt, ich hab mir da also gar keine Hoffnungen gemacht, dass da irgendetwas Offizielles draus werden könnte. Meine Ehe war am Ende, und das trat durch die Affäre und die Gefühle für den anderen nur noch deutlicher zu Tage.
Dann geschah etwas für mich völlig unerwartetes: mein Affärenpartner trennte sich plötzlich seinerseits von seiner Frau, für mich, aus Liebe zu mir, weil er Angst hatte, mich zu verlieren, so sagte er. Ich war plötzlich wie im 7. Himmel. Sollte nun tatsächlich das Unerwartete eintreten, was ich nicht mal zu hoffen gewagt hatte, und wir ganz offiziell ein Paar werden? Ja, so war es zunächst, für ein paar Monate war ich im Glück, aber es war auch unheimlich aufreibend und anstrengend, ich war mitten im Trennungsprozess, zog von meinem Familienheim aus in eine eigene Wohnung, meine Kinder plötzlich Trennungskinder, und mein Affärenpartner wurde von seiner Frau und seinen - schon erwachsenen - Kindern unter Druck gesetzt, wieder zurückzukommen, seine Trennung lief weit weniger friedlich ab als meine.
Und so kam es dann nach ein paar Monaten auch: er zog wieder nach Hause zurück. Unendlicher Schmerz, unendlicher Liebeskummer, noch dazu die Hälfte der Woche ohne meine Kinder, allein in meiner kahlen Wohnung, Winter, Dunkelheit, es war die Hölle. Dazu kam, dass mein Affärenpartner mich nicht in Ruhe ließ. Ich hatte um eine Kontaktsperre gebeten, aber er hat das von Anfang an nicht akzeptiert, hat sogar vor meiner Arbeit auf mich gewartet, und ich war zu schwach, mich dagegen wirklich zu wehren und ihn auf allen Kanälen zu blockieren. Er wollte mich wieder zu seiner heimlichen Affäre machen, hat seine Frau, zu der er gerade wieder reumütig zurückgekrochen war, erneut belogen und betrogen - und ich weiß nicht was passiert wäre, wenn er nicht nach ein paar Monaten damit aufgeflogen wäre. Gottseidank hab ich mich nicht wieder in den Schatten ziehen lassen und konnte einigermaßen erhobenen Hauptes da rausgehen.
Seitdem gab und gibt es keinen Kontakt mehr, ich habe ihn blockiert und bin ihm auch im bei zufälligem Aufeinandertreffen im Alltag komplett aus dem Weg gegangen. Und weißt Du was: seit dieser Kontaktsperre ging es bergauf. Ich war, wie Du, seit meinem 19. Lebensjahr immer in einer festen Beziehung, und ich hatte auch solche Angst vor dem Alleinsein, noch dazu wo gerade mein gesamtes Familienkonstrukt auseinander gebrochen war. Aber genau dieses Zeit des Alleinseins hat mir soviel Selbst-Wert und Selbst-Bewusstsein (ich schreibe das bewusst so) und Selbständigkeit gegeben, ich hab so viel über mich gelernt und bin soviel stärker als zuvor. Ich sage immer, in dieser Zeit bin ich endlich wirklich erwachsen geworden. Und auch, wenn nicht alles rosarot ist - da ist die Trennung, der Zusammenbruch meines Lebenskonzepts, die finanziellen Sorgen manchmal, die große Verantwortung, meine traumatisierten Kinder - ich hab mich noch nie so wohl und richtig gefühlt in meinem Leben.
Und auch in der Liebe gab es für mich ein - zumindest vorläufiges - Happy End: seit einem halben Jahr habe ich einen neuen Partner, ein alter Freund aus Jugendzeiten, mit dem ich endlich die Nähe und Verbindung erleben darf, nach der ich mich immer gesehnt habe. Ich bin sehr glücklich. Und so etwas wirst Du auch wieder erleben, auch Du kannst heilen, wenn Du Dir selbst die Möglichkeit dazu gibst. Dafür musst Du Dir aber erstmal das Geschwür in Form Deines Affärenmannes herausschneiden, und dann musst Du Dich gut pflegen, Dir Zeit geben und Geduld haben, damit die Wunde verheilen und vernarben kann und zur Erinnerung und schließlich zur Erfahrung wird, aus der heraus Du Dich weiterentwickeln darfst.