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Akzeptanz lernen?

Polyester

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Kann man Akzeptanz lernen?
Einen Verlust zu verabeiten, beginnt mit der Akzeptanz, heißt es. Um also "heil zu werden" muss ich den Verlust erst akzeptieren. Dies ist der erste Schritt zur Heilung. Der erste Schritt in ein neues, hoffentlich besseres Leben ohne ihn!
Gibt es hier feste Stationen? Oder Hilfsmittel? Kann ich diesen Prozess irgendwie vorantreiben? In mir ist nur Schmerz und Enttäuschung. Ent-täuschung.
Hat vielleicht jemand in einer Therapie hierzu schon mal eine Anleitung bekommen? Wie kann ich eine Situation aktzeptieren wie sie ist? Und ist es so, dass, so lange ich noch hoffe, völlig irrational auf eine annehmbare Erklärung hoffe, ich noch immer nicht akzeptiert habe oder darf ich "nebenbei" hoffen?

Wie äußert sich Akzeptanz?
Wie fühlt sie sich an?
Wie macht sie sich bemerkbar?
Kann mir hierzu jemand was sagen?


02.12.2008 17:46 • #1


easyrider

easyrider


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Hallo Polyester!
Nun eine therapie hatte ich wohl nicht, ausser die ,die das leben schreibt.
Ich denke mir, das aktzeptanz wohl mit aufgeben started. Das hat aber auf keinen fall etwas mit resignation zu tun.
Vernachlaessige nicht irgend welche dinge die wichtig sind.
Als meine Ehe von fuer mich, heute auf morgen zu ende war, und ich sozusagen auf der strasse stand, hatte ich mich um nichts mehr gekuemmert. So habe ich mein geschaeft auch nicht mehr retten koennen und ich stand am ruin.---
Sehe deine freunde, die koennen dich fuer eine kleine weile troesten, das fuehlt sich sicherlich gut. Aber nachts ist man ja doch mit seinenen gedanken allein.-- das bleibt nicht aus. was dann folgt ist meistens eher etwas langwierig, acceptiere Deinen schmerz als etwas gutes. Dann ist ja immer die Hoffnung das es besser werden wird. Was es mit der zeit ja auch wird. Man kommt nicht darum , seinem schmerz zeit zulassen. Ablenkung hilft nur fuer eine gewisse Zeit. Sicherlich koennen andere etwas bessere ratschlaege geben.Das einzige was ich sagen kann ist akzeptiere die situation wie sie ist und gieb es zeit zu heilen.
Alles gute wuensche ich Dir-- und allen anderen.  

02.12.2008 22:05 • #2


Manina


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Nun, mach dir klar Millionen Menschen haben das gleiche Problem, den gleichen Schmerz entweder sind sie mitten drin, oder haben es hinter sich. Generationen haben es erlebt... es gehört dazu.
Es gibt immer zwei Seiten, Glück und Unglück, Freude und Schmerz.
Er ist weg. Punkt.
Räume Erinnerungen an ihn weg. Er kommt nicht zurück.
Begreife es.

Wie äußert sich Akzeptanz?

Zu wissen, er kommt nicht zurück. Es ist vorbei.
Sich nichts mehr vormachen, kein Selbstbetrug, nicht hoffen auf Wunder.
 
Wie fühlt sie sich an?  

Befreiend. Man beginnt wieder nach vorn zu schauen, wischt die Tränen ab, man schminkt sich wieder, denn die Schminke verläuft nicht mehr. Man taucht wieder ins Leben ein.
Es ist befreiend.

Wie macht sie sich bemerkbar?

Du denkst wieder, dass er nicht der Traumprinz schlechthin war, sondern siehst wieder realistisch, dass er auch seine anderen SEiten hatte. Dass er ein Idiot war und dass du was besseres verdient hast, als einen Karl, der dich sitzen lässt.

Kann mir hierzu jemand was sagen?

Du gehst durch den Schmerz, wie es normal ist.
Am Anfang ist Trauer.
Dann Wut, dann beginnt man mit dem lieben Gott Deals auszuhandeln á la "Wenn er zurück kommt, dann höre ich auf zu rauchen" oder ähnliches...
Erst danach kommt die Akzeptanz.
Und du kannst keine Stufe überspringen. Da musst du durch.
Das ist normal.

Wer hat dir beigebracht, dass das Leben ein Zuckerschlecken ist?
Wer hat dir beigebracht, dass deine Welt immer rosarot ist?

Das ist das Leben, mal oben mal unten. Also geh da durch.
Was dich nicht umbringt, macht dich stark.

Viele Grüsse
Manina

14.12.2008 01:03 • x 1 #3




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