Denkzeit
Gast
Ich bin jetzt seit 10 Tagen getrennt. Er ist warm gewechselt. Zwei Monate hat er sie "getestet" und heimlich zum Sport getroffen und nachdem sie ihr Interesse bekundet hat, hat er sofort unsere Beziehung beendet und war zwei Tage später mit ihr zusammen.
Die erste Woche war sehr hart für mich. Es kommen auch noch immer mehr Sachen raus, bei denen er nicht ehrlich war und Dinge vor mir verheimlicht hat. Ich musste auch noch Sachen aus seiner Wohnung holen und hatte öfter Kontakt, was mich jedes Mal noch mehr runtergezogen hat. Zumal er nicht ausließ. die "Neue" in höchsten Tönen zu loben, was sie alles mache, wo ich immer gesagt hätte, nein, keine Lust usw.
Die Hoffnung, dass das alles nicht wahr ist, war groß, ich hatte Phantasien, wie er reumütig zu mir zurückkommt und mich endlich zu schätzen weiß. Dass unsere Beziehung eigentlich nur noch ein nebeneinanderher leben war, hatte ich verdrängt.
Das schlimmste sind immer noch die Wochenenden, wo ich gucken muß, dass ich beschäftigt bin und Leute treffe.
Ich vermisse es, neben ihm wachzuwerden, die Gewissheit, da ist jemand an meiner Seite.
Vom Homeoffice bin ich wieder regelmäßig ins Büro gefahren, um nicht allein zu Hause zu sein. Wobei die erste Woche gar nichts ging mit produktiv arbeiten. Und dann immer der Gedanke, dass er glücklich in einer neuen Beziehung ist, während ich allein zurückbleibe. Das fühlt sich ungerecht an.
Zusätzlich habe ich jeden Tag mindestens 2 Stunden mit Freunden telefoniert und die Beziehung Revue passieren lassen. Während dieser Gespräche, war es klar, dass so viel nicht gepasst hat und es eine einseitige Beziehung war. Zumindest das letzte Jahr über. Er hatte schon abgeschlossen und nur auf Gelegenheit gewartet, zu wechseln.
Ich konnte nichts essen, Schlaf nur mit Beruhigungstabletten und immer dies Wellen, von Hoffnung, Wut,Trauer, Nichtwahrhaben wollen.
Gestern habe ich jetzt den Schlüssel abgegeben. Er hat mir wieder erzählt, dass sie alle seine Freizeitaktivitäten (Skihochtouren, Klettern, Hochtouren) teile oder lernen wolle. Meine Skitourenausrüstung, die ich dummerweise auch für ihn angeschafft habe, wandert jetzt an die "Neue" weiter. Wenigstens krieg ich etwas Geld dafür von ihm.
Aber dieser Moment hat irgendwie etwas bei mir verändert. Es tat sehr weh, aber ich habe das Gefühl, seitdem bin ich etwas mehr in der Akzeptanz. Die Wellen werden weniger und sind nicht mehr so stark. Ich kann die Gdanken an ihn und was er gerade mit ihr treibt oder auch nicht besser zur Seite schieben.
Ich muß ihn nächste Woche noch einmal kurz sehen und dann, werde ich Kontaktsperre halten. Wobei er sowieso keinen Kontakt mehr suchen wird, da er im 7. Himmel ist.
Als ich danach heimgefahren bin, war das wie ein Abschied von ihm. Ich hoffe, ich kann jetzt anfangen zu heilen.
Ich werde ab und zu mal hier weiter reinstellen, wie es bei mir gefühlsmäßig weitergeht. Die Abstürze werden sicher weiter noch kommen, aber ich hoffe, ich werde immer besser darin, mich da selbst wieder rauszuziehen.