Zitat von Yolanda:Nun zu meiner Frage: Wie schafft man es, mit einer Lebensvorstellung abzuschließen, wo man weiß, es hat keinen Sinn. Ich möchte Frieden schließen. Nach der Trennung vom Vater meines Sohnes musste ich mich damit arrangieren, dass es keine Familie mit Mutter, Vater, Kind im klassischen Sinn mehr geben wird. Es hat eine Weile gedauert, aber heute habe ich da ein anderes Lebenskonzept und bin gut damit. In Sachen Lebenspartnerwunsch gelingt mir das nicht. Wer von euch ist an einem Punkt, an dem er glücklich alleine ist und nicht mehr auf etwas hofft, was mit unnormal großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr eintreffen wird?
Hallo Yolanda.
Ich kann Dich sehr gut verstehen, an dem Punkt war ich auch schon und nun steht - möglicherweise - eine neue Überlegung bei mir im Raum, nämlich auch, ob ich lieber alleine bleiben werde, dauerhaft. Oder ob ich das Wagnis feste Partnerschaft, überhaupt gedanklich, noch mal wagen werde.
In den letzten gut zwei Jahrzehnten hatte ich Affären und ONS zuhauf, aber nun habe ich davon auch irgendwie genug. Sie stressen auch, wenn auch anders als eine Ehefrau, die nur zickig gelaunt ist, die dann irgendwann selbst mal in eine Affäre ging (und mir zuvorkam). Meine gescheiterte Ehe ist das Paradebeispiel, wie eine Ehe nicht laufen sollte. Nein, nicht
darf.
Das ist aber auch schon mehrere Jahrzehnte her, aber wenn es selbst mit der Sandkastenliebe nicht hält .. na ja.
Gott sei Dank habe ich keine Kinder in die Welt gesetzt, diesen Makel der gescheiterten Beziehung habe ich nicht, nur den der gescheiterten Partnerschaft für mich. Ich selbst sehe mich da auch als gescheitert und die Wege zu Affären und ONS und offenen Beziehungen waren wohl für mich eine Art Rettungsweste. So saufte ich nicht ab.
Ich plane derzeit auch eher, jetzt den Rest meines Lebens alleine zu sein. Ich habe mich ausgetobt, 6 wird immer der bestimmende Faktor für mich sein, mit einer Frau zusammen zu kommen. Ich kenne keine partnerschaftlichen Werte, die das übertreffen, dafür bestimmt tausende Argumente gegen eine Partnerschaft. Was soll ich groß sagen, ich bin wohl nicht für Partnerschaften geeignet.
Also, wenn Du Dich entscheiden solltest, es zukünftig nur noch alleine durch das Leben zu gleiten - warum nicht? Schlechter wird es nicht, bestimmt eher bunter, interessanter, aber eben auch manches Mal einsamer, man kämpft alleine, man weint alleine, man ist alleine. Wie in Ehen gibt es gute und schlechte Zeiten, tolle Momente, Schicksalsschläge, die sprichwörtliche Sonne am Horizont und einen immer wiederkehrenden Alltag, mal schöner, mal nicht.
Ich habe mich festgelegt, wenn was kommt, nehme ich es gerne an. Ich möchte Frauen nicht absprechen, aber momentan ist mein Gusto vollauf befriedigt. Wer weiß, vielleicht werden in geraumer Zeit wieder Affären und ONS für mich interessant. Vielleicht taucht eines Tages die eine "perfekte" Frau auf. Wer weiß das schon. Aber, und darum finde ich Deine Entscheidung alleine zu bleiben, sehr positiv, es hat Vorteile, alleine zu leben.
Ja, Männern ist in der Regel 6 wichtig, jene, die das Gegenteil behaupten, mit denen stimmt meistens irgendetwas nicht. Ob Männer nicht treu sein können, kann ich nicht beurteilen, meine These ist ja, jeder Mensch ist zu Untreue und Affären imstande, ich auch. Also sollte das Dein Hauptkriterium für eine Partnerschaft sein - blop, Blase zerplatzt. Dafür gibt es schlicht keine Garantie. Ein Risiko wird immer und überall bestehen und niemals war es leichter für solche Wege als in unserer derzeit digitalisierten Zeit mit all den Möglichkeiten, die sich da bieten. Ich weiß, wovon ich spreche, ich habe es ausgiebig zig Jahre genutzt.
Nun lege ich den Fokus weg vom 6, hin zu meiner beruflichen Entwicklung und meinen Hobbies, Freiräume (zeitlich wie örtlich wie in Sachen Tätigkeiten) sind mir enorm wichtig, eine "Klette" wäre da wohl derzeit störend.
Ich genieße es, aufzustehen, wann ich will und wie ich will. Ich kann alleine entscheiden, was ich im TV anschauen will. Wenn ich 8 Wochen am Stück nicht ausgehen will, sondern daheim lieber entspanne, gibt es keine Zimtzicke, die dann beleidigt die Flure rauf und runter läuft. Überhaupt, dieser ewig währende Drang vieler Damen, sich immer mit irgendetwas beschäftigen zu müssen, alles diskutieren und eine Million mal durchkauen zu müssen - grausam, sage ich Dir. Was habe ich nach dem 6 mit den AFs gelacht, wenn die Musen wieder zu ihren "tollen" Männern zurück sind - ich hatte den Spaß, sie haben den schlechten Part der Frauen gehabt. Das hat mich natürlich geprägt, wie oft habe ich schon Paare streiten sehen, weil sie sich wegen des Essens in die Wolle bekamen - wegen des Essens!

Und dieses Programm dann jeden Tag erleben?
Nee, danke schön. Ich könnte mir eine Beziehung vorstellen, auch eventuell was festes, aber auf jeden Fall mit eigenen Hausstand. Sonst nein.
Also, Fazit: Mach es nach Deinem Gusto. Lege Dich da fest, wo du meinst, dass es sinnvoll und gut für Dich ist, dann ist es auch richtig. Egal, was Du für weitere andere Ratschläge bekommst. Ändern kannst Du ja jederzeit alles, wichtig ist doch nur für Dich, dass es für Dich gut passt, Und wenn das heißt: Jetzt mal 10 oder 20 Jahre oder für immer keine Männer mehr, warum nicht? Man kann sich das Leben, gerade wenn man alleine ist, doch genauso gestalten, wie Du es haben möchtest, dann wird in einer Beziehung so nie ganz möglich sein, da wird es immer Kompromisse, Streits und wer weiß was noch alles geben. Ich habe darauf auch keine Lust, leben tue ich schon so viele Jahre und wenn es nicht anders geht, dann weiß ich auch, wie ich mir weiblichen Touch ins Leben hole - ohne Bindung, wenn nicht gewünscht.
Versuche für Dich den besten Weg zu finden und genieße einfach jeden Tag. Es ist möglich.
