Reieick
Mitglied
- Beiträge:
- 5
- Themen:
- 1
- Mitglied seit:
nun bin ich 41 Jahre und dachte mich kann so leicht nichts mehr erschüttern und nun das.
Doch der Reihe nach:
Seit 8 Jahren bin ich nun verheiratet mit meiner Frau. Nicht unbedingt die große Liebe, aber irgendwie hat es ganz gut funktioniert, weil uns ähnliche Vorstellungen vom und Einstellungen zum Leben verbunden haben. Gemeinsam haben wir viel erreicht und wir haben einen wirklich wunderbaren kleinen Jungen von 6 Jahren, den ich über alles liebe.
Vor anderthalb Jahren dann der große Bruch. Ich habe mich in eine Kollegin verliebt und für sie Hals über Kopf meine Familie verlassen. Noch heute mache ich mir Vorwürfe, meine Frau und meinen Sohn so im Stich gelassen zu haben. Aber das war es mir damals wert. Meine neue Partnerin war so warmherzig und ich dachte eine Seelenverwandte gefunden zu haben. Ich dachte wirklich in der perfekten Beziehung zu sein.
Sehr schnell bin ich dann auch mit meiner neuen Partnerin zusammengezogen. Sie hat mir von Anfang allerdings auch immer klar gemacht, dass sie sich ein langfristiges Zusammensein mit mir nur vorstellen kann, wenn ich mich scheiden lasse. Und am Anfang, d.h. in der Phase der Verliebtheit, bin ich auch dann voll darauf eingestiegen.
Doch die Zeiten und Lebensumstände ändern sich. Plötzlich wurde alles viel schwieriger. Ich hatte unterschätzt, wie weh es tun kann, sein Kind nur am Wochenende zu sehen. Hinzu kam, dass es in der neuen Partnerschaft immer öfter zu handfesten Streitereien oft wegen nichtigem Anlass kam. Zudem signalisierte mir meine Frau, nachdem sie sich vom Schock erholt hatte, dass sie mir verzeihen würde und gerne wieder mit mir zusammenleben würde. Das hat insgesamt dazu geführt, dass ich die Aktivitäten hin zu einer Scheidung immer weiter zurückgefahren habe. Als mich dann noch mein Sohn unter Tränen bat, doch zurückzukommen, war es mit meiner Fassung vorbei. Die Situation mit meiner Freundin eskalierte und ich bin dann letztendlich in eine kleine Wohnung eingezogen. Meine Freundin und ich haben das allerdings als Zeit der Besinnung begriffen, in der ich dann auch die notwendigen Schritte hin zu einer Scheidung unternehmen kann.
Die gesamte Situation hat mich dann aber doch so belastet, dass ich schließlich sogar die Hilfe eines Therapeuten in Anspruch genommen habe. Sein Ratschlag war: "Handeln durch Nicht-Handeln". Die Entscheidung ginge fast immer von außen aus und nur selten vom Zentrum. Wie recht er doch hatte!
Nun, der Umzug in eigene Wohnung hat alles nur viel schlimmer gemacht. Meine Frau hat sich auf einmal noch mehr Hoffnungen gemacht und meine Freundin wollte ein definitives Datum, bis wann die Scheidung durch sei. Immer öfter eskalierte dann die Situation und mehrere Male waren meine Freundin und ich schon fast auseinander. Irgendwie haben wir dann aber immer wieder die Kurve bekommen. Dass heißt, ich habe so lange 'gebaggert', bis wir wieder zusammen waren. Entscheiden allerdings konnte ich mich immer noch nicht. Auf der einen Seite eine wirklich tolle Frau, die ich immer noch liebe, mit der ich aber ein extrem stressiges Leben habe. Auf der anderen Seite die Familie, die Sicherheit und das gewohnte Leben.
Gestern dann kam es zum erneuten Streit mit meiner Freundin, die mir vorwarf egoistisch zu sein und andere Leute mit Füßen zu trampeln.Vermutlich hat sie da sogar Recht, aber ich kann nun mal nichts an meiner inneren Zerrissenheit machen. Auf jeden Fall hat sie letztendlich ihre Sachen gepackt und ist in ihre Wohnung gefahren. Das war's denn wohl endgültig und ich kann sie auch verstehen.
Jetzt hänge ich fürchterlich durch und weiß nicht ein noch aus. Was kann, was soll ich bloß tun?
Weiß jemand Rat, außer "Handeln durch Nicht-Handeln"?
Vielen Dank für eure Antworten.
Desperate houseman
:'(