Sabine13
Gast
Ich habe einige Eurer Beiträge gelesen und viele haben mir aus der Seele gesprochen. Manche hätten fast wortgleich von mir sein können. Wir sind also nicht alleine in unserem Kummer!
Der einzige Unterschied: Ich bin schon in einem Alter, wo Liebeskummer eigentlich kein Thema mehr sein sollte. Und trotzdem hat es mich voll erwischt. Alter schützt also vor Dummheit nicht! Hier meine Geschichte, die Euren oft so ähnelt:
Ich war viele Jahre in einer unerfreulichen Dauerbeziehung aus der auch mein Sohn (12) entstammt. Es hat mich viel Kraft gekostet, mich von diesem Mann zu trennen und mein Kind alleine aufzuziehen. Zwei Jahre nach der Trennung hatte ich mich endlich gefangen und mir ging es gut. Da war ich 46 und lernte ich einen jüngeren Mann kennen (39). Er hat mir schon gefallen, aber ich habe noch drei Monate hin und her überlegt, ob ich mit ihm überhaupt eine Beziehung möchte. Einiges hat da nicht gestimmt und ich hätte auf mein Bauchgefühl hören sollen. Aber schlussendlich dachte ich mir: "Was soll's! Geh das Abenteuer ein. Wenn's nicht klappt, dann halt nicht." Wie dumm von mir! Denn ich habe mich sehr in diesen Mann verliebt. Ich habe allerdings schnell gemerkt, dass er total beziehungsunfähig und unreif ist. Ein Narzist, der immer nur den Ton angeben muss; keine Kompromisse, kein Eingehen auf den anderen. Er hat mich am laufenden Band verletzt, sodass ich nach fünf Monaten Schluss gemacht habe, obwohl es mir fast das Herz herausgerissen hätte. Ich war so fertig. Bin wie ein Zombie durch die Gegend gewankt und wäre nicht mein Sohn gewesen, wäre ich wohl in eine tiefe Depression versunken. Vier Monate habe ich gekämpft, bis es mir endlich wieder ein wenig besser ging. Und da rief er an und wollte eine zweite Chance. Und ich blöde Kuh habe sie ihm gegeben, weil ich immer noch so in ihn verliebt war. Er hat mir versprochen, dass alles besser wird und die ersten Monate waren auch ganz schön. Er hat mir oft versichert, wie gern er mich hat und dass er sich eine Zukunft mit mir wünscht. Aber die grundlegenden Probleme blieben. Ich musste mich total nach ihm richten. Wochenden und Feiertage verbrachte er mit seiner Familie und nicht mit mir. Vor allem die Beziehung zu seiner Mutter war alles andere als normal. Er erklärte mir, dass seine Mutter der wichtigste Mensch in seinem Leben sei. Was glaubt Ihr, wie ich mich da gefühlt habe! Er entschied über Nähe und Distanz. Mal rief er an, mal nicht. Mal kam er, mal nicht. Zusammenleben wollte er nicht mit mir. Mein Kind war ihm auch total egal. Er war der Meinung, ich müsse ihm dankbar sein, dass er das Kind toleriert. Kurz gesagt: Es ging allmählich wieder bergab. Ab April war dann deutlich spürbar, dass er sich distanzierte. Und vor einer Woche kam es dann zu einem Streit, bei dem ich ihm vorhielt, dass er mich schlecht behandelt. Er meinte darauf, der Grund dafür sei, dass er nichts für mich empfindet. Und außerdem sei ich ihm ohnhin zu alt. Ich solle ihm seine Sachen in einem Paket schicken. Ich war so geschockt, dass ich einen Tag gar nichts fühlte. Doch dann schlugen die Wellen wieder über mir zusammen und jetzt könnte ich wieder nur mehr heulen. Ich ärgere mich so über meine Dummheit, ihm eine zweite Chance gegeben zu haben, nur damit er mich wieder ein paar Monate ausnützen kann. Ich komme mir so schäbig vor, so gedemütigt. Ich bin ja kein Teenager mehr, aber trotzdem bin ich noch so dumm wie einer. Wie konnte ich mein Herz nur an so einen Mann hängen? Von meinem Umfeld bekomme ich die gleichen Tipps, wie Ihr sicher auch: Vergiss ihn. Der war ohnehin nichts für dich. Sei froh, dass du ihn los bist. Hilft ja leider alles nichts. Mein Herz ist wie in einem Schraubstock festgeklemmt. Ich kann nicht schlafen, nicht essen und nicht arbeiten.
Das Schlimmste ist die Einsamkeit und die Panik mit meinem bald 48 Jahren vielleicht nie einen Partner zu finden mit dem ich alt werden kann. Jemand, der mich wirklich liebt, der zu mir steht, der Wert auf mich legt. Bei dem ich nicht nur eine Nummer unter "ferner liefen" bin. Jemand, der mir nicht dauernd weh tut. Das ist echt schlimm.
Ich glaube, mit Liebeskummer ist es wie mit körperlichen Wunde. Eine Trennung ist eine Verletzung der Seele. Das kann nur eine leichte Abschürfung sein, oder eine tiefe Wunde, die lange braucht, bis sie heilt. Und immer bleiben Narben.
Wünsche Euch mehr Glück!
Alles Liebe
Sabine
verliebt, ist es um einen geschehen.