Memi
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Ich habe hier bereits vor ein paar Monaten ein Thema eröffnet, möchte aber in diesem thread nicht weiter schreiben, da meine Vorgeschichte zum einen für das aktuelle Thema irrelevant ist und zum anderen, weil ich mich dort mit einigen "Trollen" plagen musste, die sich wohl durch meine Geschichte getriggert gefühlt haben und ihrem eigenen Frust feien Lauf ließen.
Kurz gesagt: es tut erstmal nichts zur Sache, warum meine Beziehung in die Brüche ging. Fakt ist, mein Ex und ich haben uns nach vier Jahren Beziehung vor gut sechs Wochen getrennt. Und auf rationaler Ebene ist das sicher das beste gewesen. Wir waren beide nicht mehr glücklich, vor allem er war absolut überfordert mit der Situation, wir haben zum Schluss viel gestritten und uns gegenseitig verletzt. Eine Abwärtsspirale, da wir auch auf sehr unterschiedlicher Ebene kommuniziert haben. Alles was ich sagte, verstand er als Angriff auf seine Person, dabei habe ich mich wirklich bemüht, meine Sicht der Dinge auf eine wertschätzende Art und Weise mitzuteilen. Er konnte es nicht annehmen und hat schlussendlich seinen ganzen Groll auf mich projiziert. Alles, was ihn gestresst hat, hat er mich spüren lassen. Er kam mit sich selber nicht mehr zurecht, das hat er mir auch so mitgeteilt. Und ich verstehe ihn da auch, weil er wirklich mit sich zu kämpfen hat.
Jedenfalls ist es jetzt so, dass ich, seit die Trennung ausgesprochen wurde, aus unserer gemeinsamen Wohnung weg bin, ich wohne übergangsweise bei meiner Schwester. In zwei Wochen habe ich eine neue Wohnung. Es gibt keinerlei Kontakt zwischen uns, außer ein paar Briefen, die ich ihm hinlege, wenn ich in unsere alte Wohnung gehe um meinen Auszug vorzubereiten. Dabei geht es aber nur um organisatorische Dinge. Auch er schreibt mir. Das ist aber der einzige Kontakt, den ich im Moment aushalte und wenn ich in zwei Wochen weg bin, werde ich auch das einstellen.
Nun haben wir aber ganz unterschiedliche Ansichten, was den Kontakt betrifft. Er leidet sehr darunter, dass ich ihn überall blockiert und auf allen Kanälen gesperrt habe. Er hätte gern gehabt, dass ich weiterhin mit ihm zusammen wohne, dass wir gemeinsam etwas unternehmen, dass wir zu einer Freundschaft übergehen. Was ich hier noch anmerken muss - er kennt es nicht anders. Seine letzte Trennung verlief so, dass seine Ex nach der Trennung noch zwei Monate mit ihm zusammen gewohnt hat, er sich also langsam daran gewöhnen konnte, er hat ihr sogar beim Umzug geholfen und sie hat ihm einen neuen Mitbewohner vermittelt. Auch nach ihrem Auszug ist sie noch einige Male bei ihm vorbei gekommen, für Gespräche, gemeinsame Unternehmungen und auch für S. Danach gab es freundschaftlichen Kontakt, der bis heute Bestand hat (was übrigens für mich auch während der Beziehung nie ein Problem war).
Ich hingegen bin der Ansicht, dass man nach der ausgesprochenen Trennung einen klaren Cut machen sollte. Das heißt, kein Kontakt, kein Treffen und schon gar keine Intimitäten mehr. Daran halte ich mich, auch, wenn es weh tut.
Was mich nun im Moment dennoch so fertig macht, ist dieses Gefühl, nicht zu wissen, wie es ihm geht. Ich weiß, dass mich das nicht weiter bringt, aber ich klebe den ganzen Tag an diesen Gedanken fest. Ich habe ja selber alles getan, damit weder ich ihn noch er mich kontaktieren kann. Und doch ertappe ich mich dabei, wie ich mir ausmale, dass wir in einigen Monaten wieder Kontakt haben, uns vielleicht sogar treffen. Im Moment kann und will ich nichts von ihm sehen oder hören, aber der Gedanke, dass ich ihn ja nicht für immer verloren habe, hilft mir durch den Tag zu kommen. Ich bin mir relativ sicher, dass er einer Kontaktaufnahme meinerseits nicht abgeneigt wäre. Andererseits will ich mich selber auch vor einer erneuten Verletzung schützen. Ich will ihn aber einfach nicht ganz aus meinem Leben streichen müssen. Das ist so schwer.
Mache ich mir nur etwas vor? Fällt das unter die Kategorie "Hoffnung aufrecht erhalten"? Ich bin so verwirrt, ich kann es einfach nicht einordnen. Wenn ich daran denke, dass ich mich in ein paar Wochen/Monaten wieder mal melde, geht es mir besser. Dabei weiß ich doch, dass diese Beziehung keine Basis mehr hat. Und, dass ich weitergehen muss. Ist es ok, mich mit diesen Gedanken über den Tag zu retten? Oder verrenne ich mich da in etwas?
Danke für euren Input.
Memi


