Begonie
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nun, er hatte einen Unfall und ist jetzt auf Reha. Sollte seine Hand langfristig nicht mehr oder nur eingeschränkt benutzbar sein, dann hat er mit Behinderungen zu rechnen. Warum kann er seinen Beruf nicht mehr ausüben? Ist er Chirurg oder bin ich vielleicht zu naiv?
Egal, wie das jetzt ausgeht, so wirst Du daran nichts ändern können. Du könntest ihm die Hand nicht ersetzen.
Und dann stellt sich mir auch die Frage nach dem Wahrheitsgehalt? Er hat so oft gelogen, übertrieben und gerade wenn es um seine Gesundheit geht, ist ja völlig überdreht. Also, was von dem ganzen Drama stimmt denn nun eigentlich? Ist es tatsächlich so schlimm oder übertreibt er wieder mal wie gewöhnlich und bauscht alles wieder auf, damit er Aufmerksamkeit und Fürsorge und Mitleid erntet?
Ehrlich gesagt, ich würde mich da jetzt nicht so vereinnahmen lassen.
Das Problem bist Du selbst. Warum fühlst Du Dich immer noch in der Verantwortung? Warum kannst Du den Vogel nicht einfach abschießen? Warum hast Du seinetwegen Schuldgefühle?
Wurde es Dir anerzogen, dass Du immer die Schuldige bist, egal was auch immer passiert? Wurdest Du gemaßregelt mit Worten, wie: Du hättest .. Du solltest... Du müsstest.
Irgendwie kommt Du mir vor wie die Sagengestalt des Atlas, der das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern tragen muss.
Bist Du eine weibliche Art eines Atlas, der sich zu viel aufbürdet und dann unter der Last zusammenbricht?
Was ist da los mit Dir?
Zitat von Silence737:.Und dann erfahre ich dass ich ihm das alles nur Angesdichtet habe und er einen schlimmen Unfall mit mehreren OPs hinter sich hat und jetzt in der Reha wohl um seine Hand bangt.
Was hast Du ihm angedichtet? Und nur weil er einen Unfall hatte, macht ihn das nicht zu einem besseren Menschen.
Zitat von Silence737:Ich habe das Gefühl ihm unrecht getan zu haben. Ich habe ihn dafür gehasst wie sehr er mich verletzt hat und habe ihm selbige schmerzen gewünscht.
Und jetzt, wo ich weiß dass es ihm e
Ja, und? Du warst/bist wütend und verletzt. Da hat man nun mal solche Gedanken, die helfen einem manchmal auch, den innerlichen Druck abzubauen.
Was meinst Du, was ich meinm Ex. gewünscht habe? Er sollte schwer verunglücken und dann gelähmt sein? Er sollte schwer verletzt im Krankenhaus liegen und dann endlich Zeit haben, über sich und seine schlechten Charakterzüge nachzudenken. Oder noch besser, er sollte verrecken! Jawohl, und ich würde nicht auf seine Beisetzung gehen, sondern irgendwann mal an seinem Grab stehen und triumphieren. Das hast Du nun davon, Du elender Schuft. Ich lebe weiter und Du bist tot!
Du hast einfach so einen inneren Druck in Dir, der halt irendwo hin muss. Und dass Du ihm dann nicht unbedingt schöne Tage mit Next wünschen kannst, ich auch klar.
Also, ich finde das einfach nur menschlich. Wichtig ist nur, dass solche Hassfantasien nicht zur Dauereinrichtung werden.
Warum kannst Du Dir das nicht nachsehen und Dir sagen, nach all dem mit ihm steht es mir zu, schlechte Gedanken über ihn zu haben?
Es geht bei dir immer um ein Thema. Du fühlst Dich verantwortlich für Dinge, die Du nicht verschuldet und verursacht hast. Du bist in der Opferhaltung, das meint, alles aushalten zu müssen. Und Du hast permanent ein schlechtes Gewissen, wiel Du angeblich nicht genug getan hast und Du hast ein schlechtes Gewissen weil Du schlechte Gedanken hast.
Du musst nicht in der Opferrolle bleiben, denn ein Opfer hat es auch bequem. Es leidet und damit ist alles gut. Und ein Opfer tut nichts, denn es leidet. Es bleibt in einer Rolle hängen und auch das hat eine Funktion. Denn ein Opfer verharrt und ändert nichts. Ein Opfer packt nichts an und kümmert sich nicht um sich selbst. Das Leiden kann einem wiederum sogar ein gutes Gewissen vermitteln. Ich leide, also bin ich gut. Und das Leiden ist so in Dir angelegt, dass Du es gar nicht mehr anders kennst.
Und vielleicht kam daher auch Deine Partnerwahl. Dein Unterbewusstsein hat Dich gezielt zu einem Menschen geführt, mit dem ein späteres Leid vorprogrammiert war. Partnerwahl ist nicht Zufall, denn Du wirst unbewusst getrriggert von etwas, was dieser Mensch vermitteln. Seine Botschaft war: Komm zu mir und ich lass Dich tanzen, mache Dich zur Marionette und auch wenn Du völlig fertig bist, weil Du nicht mehr kannst, setze ich noch eines drauf. Ich lasse Dich nicht in Ruhe und je kaputter und fertiger Du wirst, desto mehr profitiere ich davon.
Du bist an einen Energievampir geraten, der Mitmeschen aussaugt und im Gegenzug von der Energie der anderen profitiert und seine Speicher auffüllt. Er benützt Menschen. Da ist nichts mit Liebe und Fürsorge und dem Wunsch, der Partnerin möge es gut gehen. Nein, um ihn geht es. Ganz allein um ihm. Die Anderen erfüllen nur Funktionen für ihn.
Zitat von Silence737:Dann habe ich im Kopf wie er damals sagte dass er sich das Leben nehmen wird, sollte es gesundheitlich weiter bergab gehen. Ich habe das abgetan.
Weil Du nicht erkennst, dass es eine weitere Drohung von ihm ist. Sieh nur her, wenn es mir schlechter geht, dann mag ich nicht mehr leben.
Du bist nicht verantwortlich dafür. Es ist sein Leben und seine Sache wie er damit umgeht.
Es ist auch wieder eine manipulative Aussage von ihm, die nur ein Ziel hat. Kümmere Dich um mich, sonst tue ich mir was an.
Er benützt Drohungen, um Dich gefügig zu machen. Der Typ tut sich nichts an, keine Sorge. Der hängt am Leben, zumal er nicht weiß, wer ihm nach dem Ableben den Hintern pudert.
Es ist eine ganz und gar manipulative Aussage, die dem anderen Schuldgefühle suggeriert und den Anderen wieder gefügig machen und in die Verantwortung nehmen will. Dass Du das nicht erkennst?
Zitat von Silence737:Aber ich hatte keine Kraft mehr. Das war alles Zuviel für mich.
Zu Deinem großen Glück hat irgednwann der Selbstschutz die Oberhand bekommen. Du bist gegangen, um nicht völlig unterzugehen. Es ist ein Fingerzeig Deiner Seele, die sagt, rette Dich davor, ich gehe sonst kaputt. Es war eine Selbstrettung.
Zitat von Silence737:Zu den schlimmsten Zeiten habe ich ihm es sogar gewünscht, dass er nicht mehr als Arzt arbeiten kann.
Natürlich nur in meinen Gedanken. Ich fühle mich so schlecht und mies deswegen.
Ja ,warum denn nur? Hass ruft Rachegefühle hervor. Völlig normal. Es zeigt Dir aber auch, wie weit Du schon beschädigt warst in dieser Beziehung. Er hat Dich missbraucht und ausgenützt. Der immense seelische Druck führt zu hässlichen Gedanken. Diese sind ein Katalysator und verursachen nichts. Sie sind da, aber sie bewirken nichts. An snem Unglück hast Du keine Schuld. Manche Menschen entwickeln solche Hassgefühle, dass sie dem Anderen Gewalt antun. Aber bloße Gedanken haben keinen Einfluss auf das Schicksal.
Nur auf Deines, denn sie vergällen Dir allein Dein Leben. Seines aber nicht. Er macht weiter wie gehabt, legt sich Next zu, die das Spiel wieder willig mitspielt und dann dafür bezahlt. So wie Du ja auch.
Nur weil Du ihm vor Wut wünschst, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, passiert nichts. So weit reicht Deine Macht nun auch wieder nicht.
Übrigens, mein Ex. ist nicht verunglückt und auch nicht gestorben, obwohl ich es ihm in Gedanken gewünscht hatte.
Zitat von Silence737:Was wenn ihn ihm komplett unrecht tat?
Und was, wenn er DIR komplett Unrecht getan hat? Das fragst Du nicht. Am liebstn würde ich Dir diese Gedanken , diese Schulgefühle, diese Selbstvorwürfe aus dem Kopf schütteln.
Silence, Du bist keine Weltretterin und Du musst das doch auch gar nicht sein.
Du hast doch genug mit Deinem Kind, Deinem job, Deiner Mutter zu tun. Das reicht doch völlig.Du brauchst nicht noch ein Kind, das das Erwachsenwerden verweigert und in frühkindlichen VErhaltensweisen stecken geblieben ist. Schuldgefühle sollten seine Eltern haben, die ihm zu dem gemacht haben was er ist.Der Wolf im Schafspelz.
Zitat von Silence737:Meine Mutter sagt dass er ein sehr netter Mann ist, der enorm viel Pech im Leben hatte. Er braucht eine Partnerin an seiner Seite diw ihm Stabilität gibt.
Und denkt man den Satz weiter, dann ist das eine indirekte Forderung Deiner Mutter, die damit sagt, diese stabilisierende Frau an seiner Seite solltest/könntest Du sein.
Aber Du hast das ja verweigert und daher bist Du ein schlechter Mensch.
Kann es sein, dass Dir Deine Mutter solche Gedankengänge anerzogen hat? Frag Dich das mal. Denn dann bist Du fremdgesteuert.
Zitat von Silence737:Wenn seine Hand wirklich so kaputt ist wie meine Mutter das verstanden hat, wird er seinen
Job nie wieder ausüben können.
Er wird andere Möglichkeiten finden. Es gibt viele Menschen, die ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Da gibt es eine ehemalige Profi-Rennfahrerin, die einen Trainingsnfall hatte und seither im Rollstuhl sitzt. Sie hat nicht aufgeben, sondern ihr Leben neu aufgestellt. Wenn ich mich recht erinnere, ist ihr sogar eine andere Rennfharerin rein gefahren.
Aber die gejammert halt ihr Schicksal nicht, sondern fand Lösungen. So was bewundere ich. Solche Menschen geben nicht auf, andere wiederum drohen mit Selbstmord, sollte ihnen eine Widrigkeit passieren.
Wenn es so ist, dann kannst Du seine Hand auch nicht retten. Ist so, außerhalb Deines Einflussbereiches. Wenn er sein Leben nicht auf die Reihe bringt, kann man ihm auch nicht helfen.
Du kannst Dich natürlcih als 24-h-Pflegekraft, die ihm Stabilität gibt, zur Verfügung stellen, um Dein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Wenn Du damit dann seelisch vor die Hunde gehst, dann hilft er Dir nämlich auch nicht.
Zitat von Silence737:Evtl haben sie recht. Bestimmt sogar. Wie ihr auch.
Ja, Silence, ist ist keinem damit geholfen, wenn Du vor lauter Aufopferung und aufgrund selbstschädigender Tendenzen zusammen brichst. Wer hat was davon? Du nicht, Dein Kind nicht, Deine Mutter nicht, niemand. Und der Verusacher wirft Dich dann weg, macht Dir noch Vorwürfe und schmeisst Dich als unbrauchbar aus seinem Leben, weil er nicht mehr von Dir profitiert.
Zitat von Silence737:Seine Freunde sagen dass ich nichts wert sei, weil ich ihn in der Not im stich gelassen habe. Was, wenn sie recht hatten?
Seine wunderbaren Freunde kennen nur die Fassade, die er in Freundschaften zeigt. Da gibt er dann alles. Ist hilfsbereit, freundlich, zugewandt. Ein supernetter Typ.
Aber diese Freunde leben nicht mit ihm, sie wissen nicht, wie er im Alltag in einer Zweierbeziehung tickt. Sie wissen nicht, dass sich da sein Egoismus und seine Zentriertheit auf sich und die eigenen Bedürfnisse zeigen.
Ein Mann mit zwei Gesichtern.
Die Fassade, auf die auch Deine Mutter reinfällt, ist aber kein Kriterium. Denn das ist nur die Fassade.
Das gehört zu solchen Menschen. Sie verstehen es perfekt, andere für sich einzunehmen und die lassen sich dann einlullen und wissen nicht, wie er hintenrum agiert. Es ist alles nur Show und dient wieder dazu, sein Ego zu füttern.
Sag mal, Du bist doch eine kluge Frau. Du durchschaust das doch alles, wie er vorgeht. Warum machst Du Dir dann ständig das Leben schwer?
Zitat von Silence737:Ich müsste mich emotional anstoßen. Das gelingt mir aber nicht. Ich fühle mich wie ein Hamster der in seinem
Rad seine Runden dreht. Immer weiter und weiter und weiter.
Echt ätzend.
Ganz ehrlich. Du solltest Dir Hilfe suchen. Es ist 10 vor 12. Tu was für Dich und sieh zu, dass Du Unterstützung findest, um diese ungesunden Muster zu durchbrechen.
Man kann Dir sagen was man will, Deine Tendenz zu Selbstvorwürfen, Schuldgefühlen und fehlgeleiteter Verantwortlichkeit stehen Dir im Weg. Sie gewinnen immer wieder die Oberhand und Du schaffst es nicht, den Kreislauf zu durchbrechen.
Du fähst auf einem Karussell, das sich immer weiter dreht und Dir über wird. Du willst weg, aber Du schaffst den Absprung nicht. Vor lauter Angst davor, dass Du dann frei sein könntest. Du gestehst es Dir nicht zu, gut für Dich zu sorgen. Stattdessen malträtierst Du Dich selbst.
Warum das so ist, müsste ergründet werden. Ist es Angst vor Veränderungen, denn auch negative Gedankenstrukturen schaffen Sicherheit. Ist es Angst vor Versagen, Angst davor, an sich selbst zu denken und sich selbst zu schützen.
Deine Gedanken und die daraus resultierenden schlechtgen Gefühle erfüllen eine Funktion für Dich. Was das ist, weiß ich nicht, aber ich nehme an, da ist was in Deinem Unterbewusstsein angelegt, das immer wieder an die Oberfläche drängt und Dich steuert und damit im Griff hat.
Mit Hilfe von relativierenden Gedanken geht es Dir dann wieder besser, aber das ist nicht nachhaltig.
Du musst von diesem Karussell runter.
Silence, es geht um Dich, um Dein Leben. Dafür bist du verantwortlich, nur dafür. Du hast keinen gesunden Egoismus gelernt, weswegen Du Dich vereinnahmen lässt. Deine Selbstschutzmechanismen greifen dann, wenn es schon fast zu spät ist.
Vielleicht könntest Du es auch mal mit Meditation versuchen. Das kann man lernen, heißt es, aber das geht nicht von jetzt auf gleich. Aber damit verabschieden sich Menschen zeitweise aus dem Trubel um sie herum, von negativen Emotionen und auch von quälenden Wünschen.
Vielleicht eine Möglichkeit zur Selbsthilfe?
Ratter, ratter, bringt Dir nIchts, seiner Hand nichts, Deinem Kind nichts, Deiner Mutter nichts. Es stiehlt Dir nur wertvolle Lebenszeit, die nicht mehr zurückkommt.
Es ist auch Deine Wahl. Mache ich weiter wie bisher oder versuche ich alles, um zu einem besseren Lebensgefühl zu finden? Keiner hat was von einer unglücklichen Silence, aber viele Menschen hätten was von einer glücklichen Silence!