Zitat von Silence737: Allerdings gibt es hier im Forum echt tausend mal heftigere Geschichten. Wenn ich das teils lese, schäme ich mich. Da dass Ausmaß meines Fühlens nicht gerechtfertigt ist.
Dafür gibt es kein Maß, das allgemeingültig ist. Wer will denn schon beurteilen, wieviel Last ein Mensch empfinden DARF?
Menschen sind sehr verschieden. Manche sind stabil und stehen gut im Leben und ein paar Nackenschläge stecken sie leicht weg ohne sich viel zu grämen. Auf Trübsal folgt ohnehin wieder Sonnenschein - so die unantastbare Wahrheit! Beneidenswert, aber man kann sich so eine Lebenshaltung nicht anerziehen.
Und andere tun sich sehr schwer, sie können Schicksalsschläge kaum wegstecken und ertragen und sinnvoll in ihr Leben integrieren. Alles ist Kampf, alles muss sich erkämpft werden und auch durchlitten werden. Tausendfach durchgedacht, durchgekaut und es geht doch nicht weg, es ist da - immer.
Das sind die Leidensfähigen, die Gebeutelten, die sich das Leben schwer machen, weil es das innere Programm ist. Das Leben ist schwer, also wird es schwer gelebt. Kleinigkeiten mutieren zu Elefanten, summieren sich auf, während die Seele nach Ruhe schreit und sie nicht findet.
Warum das so ist, weiß ich nicht. Aber es ist vieles bereit anerzogen, hinzu kommt die seelische Befindlichkeit, die von Geburt auf ganz unterschiedlich sein kann.
Mein Therapeut sagte mir mal: was einer recht locker wegstecken kann, kann bei einem anderen durchaus ein Trauma auslösen. Hypersensibilität gibt es eben auch.
Wenn dazu dann noch schlechte Erfahrungen im Umfeld kommen, ist das kaum mehr zu ertragen.
Du erwähnst immer wieder Deinen Vater. Der ist die Schlüsselfigur in Deinem Leben. Und aufgrund schlechter Erfahrungen mit ihm, mangelnder Stabilität, die er vorgelebt hat und mangelnder Zuwendung hast Du eben diesen immensen Mangel in Dir, der kompensiert werden will. Damit bist Du natürlich auch eine leichte Beute für defizitäre Männer, die Dich nur ausbeuten und drangsalieren und sich Deine Energie zu Nutze machen und davon profitieren. Du bist ein Missbrauchsfall, denn was der Ex. mit Dir machte, war Missbrauch.
Vater = Ex? Geht diese Gleichung auf? Ist der Ex. die Stellvertreterfigur, mit der das Trauma gelöst werden sollte?
Du bist in Therapie - immerhin, aber es geht zäh voran oder zumindest nicht spürbar aufwärts. Eine Stunde pro Woche ist wenig in Deinem Fall. Aber mehr wirst Du nicht kriegen.
Ich kann Dir leider nicht sagen, wie Du Dich endlich von den beiden Männern, die Dir zu viel angetan haben, loslösen kannst. So, dass Du damit leben kannst.
Und dazu kommt Deine innere Unruhe, der ständige Stress, der in Dir ist und der sich schon psychosomatisch zeigt. Und gleichzeitig fühlst Du Dich permanent ausgelaugt und überfordert. Dein Energielevel ist ganz unten.
Manchmal frage ich mich, ob Dir ein Ortswechsel helfen könnte. Weg von all dem, was Dir schwer auf der Seele liegt. Aber wahrscheinlich ist das kaum hilfreich. Dein Vater kann Dich überall erreichen, Mittel und Wege gibt es immer, wenn man nur will. Und Deinen psychischen Ballast nimmst Du ja doch mit.
Es tut mir leid, dass ich Dir keine hilfreichen Zeilen schreiben kann. Aber ich würde es Dir wünschen, dass Du aus dem Tief wieder raus kommst und wieder mehr Sonne in Dein Leben lassen kannst.