Zitat von Feliciia: Nur. meine Gedanken kreisen ständig. Ich will mir vielleicht nicht eingestehen, dass ich anfange, Gefühle zu entwickeln. Das Problem dabei: Manchmal wirkt er so distanziert. Es gibt Momente, da ist er voller Gefühl, und dann legt sich plötzlich ein Schalter um und er geht auf Abstand. Ich muss dazu sagen, dass ich eine extreme Overthinkerin bin. Ich analysiere alles bis ins Detail, und mein Kopf malt mir natürlich sofort die schlimmsten Szenarien aus. Ich sehe in allem eine Gefahr – vielleicht sind das noch kleine Überreste meiner Ex-Beziehung.
Du bist eine Overthinkerin, aus der die Angst spricht. Angst vor Vermeidung von Nähe, Angst davor, zu viel zu investieren, Angst vor Zurückweisung, vor Kaltstellen, vor Distanz. Das sind keine harmlosen Wehwehchen weil du selbstmitleidig bist, aber dein inneres suggeriert dir, dass er mal kalt und mal warm reagiert. Das ist wohl das altbekannte Bauchgefühl, das dir sagt: sei lieber mal vorsichtig, du bist schon in einem emotionalen Strudel bin und das wird dir schlecht bekommen.
Es sind vermutlich weniger Reste aus der Ex-Beziehung, sondern eher innere Muster, die du schon lange in Dir rumträgst.
Zitat von Feliciia: Wir reden kaum über Gefühle, weil uns das beide schwerfällt. Dennoch hält ihn das nicht davon ab, Dinge auszusprechen, die mich verwirren – zum Beispiel, dass er unsere Treffen vermisst und mich am liebsten schon am nächsten Tag wiedersehen würde. Doch dann kommt den ganzen Tag lang nichts von ihm.
Ich würde sagen, er legt typische Verhaltensweisen eines bindungsängstlichen Menschen zurück. Sie bauen gerne eine Schein-Nähe auf, die man sich gerne gefallen lässt, um kurz darauf wieder abzutauchen und auf Distanz zu gehen. Und bei dir kommen dann die zweifelnden Gedanken auf. Was hat er nur, habe ich was falsch gemacht, warum füttert er mich an um mich dann wieder mit Nichtbeachtung zu konfrontieren?
Du bist das Gegenteil von souverän, denn du reagierst sehr emotional und wirst damit leicht ein Spielball von Menschen wie ihm, die Nähe und Zuwendung, Interesse und 'Verstännis zeigen und sich dann doch wieder zurückziehen.
Zitat von Feliciia: Oft liege ich nachts in meinem Bett und frage mich: Was ist das eigentlich, was wir hier führen? Bisher habe ich nie den Mut aufgebracht, das anzusprechen – ich möchte ihn nicht in die Enge treiben. Aber ich merke gerade selbst, wie tief ich eigentlich schon in der Sache drinstecke. Es fühlt sich langsam an wie ein echter Liebeskummer.
Es ist Liebeskummer. Und du bist sehr ängstlich und willst keinen Druck machen, weil du inzwichen weißt, dass Druck ihn nur vertreibt. Also lässt du es und denkst über Stunden darüber nach. Was das ist, was ihr aufführt? Es ist ein Tanz, eine Choreografie: Ein Schritt vor, zwei zurück, einmal im Kreis herum und von vorne.
Ein ständiges Spiel zwischen Annäherung und Rückzug und das geht voll.zu deinen Lasten. Er hat dich in der Hand und bestimmt über deine Gefühlslagen und das ist sehr ungesund. Typisch für unsichere Menschen, die sich selbst nicht viel zutrauen und sich gerne an andere lehnen und die Resonanz brauchen. Die er dir immer wieder verweigert.
Ja, du steckst knüppeltief drin und er ist der Regisseur deiner Empfindungen. Er hat von dir Besitz ergriffen und du denkst ständig an ihn. Er dominiert dein Leben, er ist in deinen Gedanken, Zweifeln, Ängsten. Du liegst im Bett und wälzt Gedanken und fragst dich: was soll ich nur tun, wie soll ich mich verhalten, geben? Und damit hast du dich schon zu seiner Knetmasse gemacht.
Wenn du dich noch mehr auf ihn einlässt, wird er dich auffressen, dich vereinnahmen, bis von dir noch ein Häufchen weinerliches Elend übrig bleibt, das sich mühsam wieder aufrichten und Sicherheit zurückerobern muss.
Ich übertreibe? Nein, ich habe haargenau das selbst erlebt. Es gibt keine Gebrauchsanweisung für derlei Menschen wie ihn, es gibt kein "sei so und so und dann wird er ...", denn er ist dein Dompteur. Oder dein D ealer, der entscheidet, wann und wieviel du von der Dr oge bekommst und ob überhaupt.
Du wirst dich fühlen wie in einem Strudel, der dich immer wieder in die Tiefe zieht, kaum dass du wieder Luft geholt hast.
Bring dich in Sicherheit, vertiefe nicht den Kontakt mit ihm, löse dich von ihm. Er tut dir schon jetzt nicht gut, wie soll das später werden? Wenn nicht, wirst du bezahlen und der Betrag ist hoch, den du schmerzhaft abstottern wirst bis du wieder clean bist.
Schütze dich in deinem Interesse, beschäftige dich mit anderen Dingen und vor allem anderen Menschen. Solche, die dir keine Schmerzen zufügen.
Ich rate dir dringend gut auf dich aufzupassen , dich zu schützen und vor allem - keine Entschuldigungen für ihn zu finden. Er wird immer das machen, was er will und wonach ihm gerade ist und du wirst darauf re-agieren und dich selbst dabei verlieren.
Es ist eine bittere Erfahrung weil du ihn nicht ändern kannst.
Du wirst das nicht wahrhaben wollen, dich im Gegenteil an einen Strohhalm klammern, den Rest Mut zusammen nehmen und ihn darauf anzusprechen. Und es ist ein leichtes für ihn, dir das Gefühl des Verstandenseins zu geben, dich vielleicht vor ihm selbst zu warnen. Wenn dir was an dir liegt, glaube ihm das, er spricht nicht im Scherz.
Vielleicht musst du das durchmachen um zu lernen dass keiner von dir Besitz ergreifen darf.