Angst vor den Konsequenzen

Gast K.

Ich bin Mitte 40, verheiratet, eine Tochter 13 jahre alt.
Mein Leben war die letzten 5 Jahre eine Hölle. Meine Frau wurde depressiv, ihr war alles zu viel, ich bin mit ihr sämtliche Ärzte durchgelaufen, wenn ich jobtechnisch auswärts war, hat das meine Schwester übernommen.
Hat nichts genützt, alle Therapien wurden abgebrochen, alle Ärzte für dumm erklärt, das einzige was sie gerne annahhm waren die Pillen und Schlafmittel. So schlich die Tablettenabhägigkeit ein und ich habe das nicht registriert. Letztes Jahr habe ich im Winterschrank, der im Keller steht auch noch 112 leere Alk. entdeckt. Auch das habe ich nicht gemerkt. Sie hat anscheinend die Tabletten mit Wein runter gespült. Dieses Jahr sammelt sie die Flaschen im Gartenhäuschen und denkt, dass ich es nicht weiß.
Ihre Veränderung ist das einzige, was ich schon vor Jahren registriert habe. Apatisch und ständig am Schlafen und wenn sie wach wurde, ging das pöbeln los. Ich bin beruflich sehr oft weg, meist für Tage oder Wochen, die Tochter hat am meisten abbekommen, zum Glück wohnt meine Schwester nur ein paar Strassen weiter und wenn ich nicht da war, ist sie zu ihr gelaufen und blieb bei ihr so lange bis ich zurück war.
Unser Hund ist vor Weihnachten verschwunden, sehr komisch, weil er sich immer zurückfand, egal wo er war. Tochter meint, sie hat ihn getötet, weil sie einmal abends komische Geräusche gehört hat.
Ich kann nicht mehr, ich bin am Ende, ich ertrage das nicht mehr.
Habe ihr gesagt, dass ich gehe werde und die Tochter mitnehmen, was soll sie mit ihr, sie zeigt keinerlei Gefühle für ihre Tochter und die Tochter hat permanent Angst vor ihr.
Dann ging es aber los, meine Kollegen in der Firma wurden angeschrieben, der Chef auch. Sie erzählte dass ich ein Betrüger bin und die Ehe kaputt mache. Mag sein, in ihren Augen bin ich ein Betrüger, habe eine Frau vor 10 Monaten kennen und lieben gelernt. Belogen habe ich sie nicht, betrügen gab es nicht wen. Denn das letzte Mal im Bett waren wir vor 5 Jahren und der letzte Kuss ist genau so alt!
Jetzt will sie noch zum Jugendamt, Tochter darf nicht mit mir. Ich muss sagen, ich habe sie schwanger kennengelernt und habe das Kind wie meines angenommen. Ich liebe meine Tochter! Aber nun hat sie alle Karten und sagt, dass sie Vaterschaftstest will. Und ich habe dann keine Chancen.
Wie kann ich gehen, wenn meine Kleine da bleiben soll? Ich habe Angst und darf das nicht zulassen.
Sie droht nun mit allem, sie bringt sich um und das Haus wird sie nicht hergeben, aber vor allem droht sie mit der Tochter.
Ich weiß nicht mehr was ich machen muss und wo ich anfangen soll. Es wird immer schlimmer.
Für ein paar Ratschläge wäre ich sehr dankbar.
Viele Grüße - K.

08.04.2014 15:10 • #1


1kolibri


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hallo k,
gut, dass du da bist, schreibst, dich öffnest und dich um dich dadurch kümmerst.

kannst du mit deiner tochter offen reden? vielleicht (noch) nicht über die vaterschaftsfrage, sondern über die probleme ihrer mama.
was meint das mädchen dazu?
wenn jemand droht sich umzubringen, sollte man nicht einen arzt verständigen, damit die dieser druck genommen wird?
kannst du als vorläufigen kompromiss vorschlagen, du kommst bei einem freund unter? (gibt es so einen freund, sonst hotel...?)
hat deine frau eine beste freundin od mutter, die helfen kann und würde?

08.04.2014 15:45 • #2


Alena-52


Zitat von Gast K.:
...zum Glück wohnt meine Schwester nur ein paar Strassen weiter und wenn ich nicht da war, ist sie zu ihr gelaufen und blieb bei ihr so lange bis ich zurück war.

Ich kann nicht mehr, ich bin am Ende, ich ertrage das nicht mehr.
Habe ihr gesagt, dass ich gehe werde und die Tochter mitnehmen, was soll sie mit ihr, sie zeigt keinerlei Gefühle für ihre Tochter und die Tochter hat permanent Angst vor ihr.

Jetzt will sie noch zum Jugendamt, Tochter darf nicht mit mir. Ich muss sagen, ich habe sie schwanger kennengelernt und habe das Kind wie meines angenommen. Ich liebe meine Tochter!

Aber nun hat sie alle Karten und sagt, dass sie Vaterschaftstest will. Und ich habe dann keine Chancen.
hallo gast K.

traurig so etwas zu lesen, in ihre selbstzerstörung zieht sie auch die tochter und dich mit hinein und scheut sich nicht dich woanders zu denunzieren um dich einzuschüchtern.

schlimm das die tochter denkt die mutter hätte etwas mit dem verschwinden ihres hundes zu tun und sie etwas gehört hat, was darauf hinweisen könnte.

allein schon wegen der tochter ist es ganz wichtig, dass sie aus dieser hölle herauskommt. gehe zum jugendamt, spreche da vor, schildere die situation.

deine frau ist unfähig in diesem zustand für ein kind zu sorgen, wenn sie in therapie war und diese abgebrochen hat, gibt es krankenberichte, die bezeugen, dass deine frau gestört ist.

du verlierst nichts, du kannst nur gewinnen und das kind auch, versuche das sorgerecht für sie zu bekommen, gehe zum anwalt, lasse dich da auch beraten und suche dir schnellstmöglich eine wohnung in der, nach absprache mit dem jugendamt/anwalt auch platz genug für das kind ist.

tue etwas, du und das kind habt schon lange genug ausgehalten !
wenn deine frau in der hölle untergehen will ist das ihre angelegenheit,
hilfe genug hat sie bekommen und immer wieder therapien abgebrochen.
solange sie nicht entmündigt ist trägt sie die verantwortung für sich und das kind.
es bleibt zu klären ob sie in diesen rauschzuständen überhaupt noch dazu in der lage ist, dass muss dann von anderer stelle geklärt werden.
spreche mit ihrem arzt darüber und/oder rufe den notdienst an wenn sie drohungen macht.

alles gute!

08.04.2014 15:50 • #3


Gast K.


Vielen Dank für die Antworten!
Kolibri, mit meiner Tochter habe ich viel geredet, schon seit Jahren hat sie Angst vor ihrer Mutter und ich habe schlechtes Gefühl, wenn ich wieder weg muss. Letzter Zeit habe ich sie gleich bei meiner Schwester untergebracht, ohne zu warten bis sie selbst heulend da ankommt. Vor etwa 2 Jahren hat meine Schwester das erste Mal rausgefunden, dass sie blaue Flecken hat. Erst dann hat sie zugegeben, dass die Mutter sie öfters geschlagen hat. Ich war damals nicht ich, ich war total neben der Spur, es fehlte ganz wenig, dass sie von mir die blauen Flecke nicht zurück bekam. Seit dem schlägt sie die Tochter nicht mehr, aber hat ihre Wut wohl öfters auf den Hund ausgetragen.
Meine Tochter weiß nicht, dass sie nicht meine biologische Tochter ist. Ich glaube, sie ist noch zu klein, ich will ihr das noch nicht sagen. Aber wenn man jetzt kämpfen muss, werde ich wohl müssen. Nur wie, weiß ich noch nicht.
Meine Gedanken sind so durcheinander, dass ich diesen Druck kaum aushalten kann.
Alena, meinst du, ich habe als nicht biologischer Vater beim Jugendamt eine Chance?
Selbst wenn ich belegen kann, dass sie 3 abgebrochene Therapien hat und einmal Tagesklinik, wo sie mir vorgegeben hat zu gehen, war in der Zeit bei einer Internet Bekanntschaft. Immerhin wurde so ein Vaterschaftstest belegen, dass ich nicht der Vater bin. Ansonsten bin ich der Vater, sogar rechtlich. Ich habe ihr das fahrradfahren beigebracht, das Schwimmen, ich habe sie überall begleitet, die Lehrerinnen in der Schule kennen nur mich und nicht die Mutter. Und nun scheint es nichts mehr wert zu sein?
Kennt jemand hier irgendwelche Fälle wo das Kind nicht dem leiblichen Elternteil zugesprochen wurde?
Ausziehen könnte ich, habe aber Angst, dass sie mit Kindesentführung kommt. Und das Mädchen alleine da lassen, das kann ich nicht.
Einfach wird es nicht, das Haus gehört mir und der Bank, aber wie kriege ich sie raus? Das wird auch noch eine komplizierte Geschichte. Ich verdiene nicht schlecht, für die erste Zeit würde klappen, somit ist das nicht meine erste Sorge. Ich will das Kind mitnehmen, will endlich ihr ein gutes Leben bieten. Ich schäme mich dafür, dass ich bis jetzt alles vernachlässigt habe. Ich weiß nicht, worauf ich gehofft habe, was ich gedacht habe. Habe meine Last getragen und merkte nicht wer hier die schlimmere Position hat.
Danke für das Zuhören
K.

08.04.2014 16:39 • #4


Walter


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Hallo Gast K.,
Geh zum Jugendamt und lasse dich beraten.

Ich versichere Dir das es Möglichkeiten für Euch gibt,
Es geht in erster Linie um das Kindeswohl, eine schwierige Situation, kenne aber Fälle wo mit Hilfe des Jugendamtes eine Lösung gefunden wurde, wie in Deinem Fall.
Kämpfe für deine Tochter.

LG

08.04.2014 16:47 • #5


1kolibri


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lieber k! du kannst stolz sein, dass du jetzt eure sitution änderst. was vorher war ist JETZT unwichtig. lobe dich für dein vorhaben und hole so rasch als möglich rechtliche erkundigungen ein. ich glaube, dass du für die wahrheit deiner tochter gegenüber immer einen grund findest ihr es "ein ander mal" zu sagen, weil...vielleicht gehört das auch JETZT zu eurem gemeinsamen weg!? da solltest du dich aber sicher auch mit fachleuten (psychologen, jugendamt,...) unterhalten. viel kraft und du machst es richtig!

08.04.2014 17:02 • #6


Alena-52


Zitat von Gast K.:
Vor etwa 2 Jahren hat meine Schwester das erste Mal rausgefunden, dass sie blaue Flecken hat. Erst dann hat sie zugegeben, dass die Mutter sie öfters geschlagen hat. Ich war damals nicht ich, ich war total neben der Spur, es fehlte ganz wenig, dass sie von mir die blauen Flecke nicht zurück bekam. Seit dem schlägt sie die Tochter nicht mehr, aber hat ihre Wut wohl öfters auf den Hund ausgetragen.
Meine Tochter weiß nicht, dass sie nicht meine biologische Tochter ist. Ich glaube, sie ist noch zu klein, ich will ihr das noch nicht sagen.

Alena, meinst du, ich habe als nicht biologischer Vater beim Jugendamt eine Chance?
Selbst wenn ich belegen kann, dass sie 3 abgebrochene Therapien hat und einmal Tagesklinik, wo sie mir vorgegeben hat zu gehen, war in der Zeit bei einer Internet Bekanntschaft.

Kennt jemand hier irgendwelche Fälle wo das Kind nicht dem leiblichen Elternteil zugesprochen wurde?

Einfach wird es nicht, das Haus gehört mir und der Bank, aber wie kriege ich sie raus? Das wird auch noch eine komplizierte Geschichte. Ich verdiene nicht schlecht, für die erste Zeit würde klappen, somit ist das nicht meine erste Sorge.
ja, deine chancen stehen gut, dass du sie in pflege bekommst, sie ist alt genug das mitzuentscheiden und wird auch angehört.
du hast viele beweise, dass deine frau das kind misshandelt hat und es kind sogar in angst und panik vor der mutter entwickelt hat und dann zu deiner schwester läuft.

es ist für mich unfassbar das ihr als erwachsene das kind nicht besser geschützt habt. gehe bitte schnellstens zum jugendamt und auch zum anwalt,
lasse deine frau wegen unzumutbarer härte mit sofortiger wirkung aus dem haus klagen, zum wohle und schutze des kindes und für dich.
du kannst ihr das kind nicht eigenmächtig entziehen, du brauchst dafür eine entscheidung vom jugendamt/gericht und zwar schnell.
eine frau, die sich mit psychopharmaka und alk. zuschüttet und ihre aggressionen an ihren bezugspersonen ausläßt muss auf ihre zurechnungsfähigkeit, zum schutze der tochter, überprüft werden.
auch rufmord ist nicht zulässig und kann unterbunden werden, es kann nicht sein, dass sie die ganze welt gegen dich aufhetzt.
lerne dich durchzusetzen und krempel die ärmel hoch, lasse dich von ihr nicht einschüchtern und hole dir, bevor du weitere schritte gehst erst rat von o.g. anlaufstellen!

deine schwester wird dich sicher unterstützen, nehme sie und das kind (erst nach rücksprache mit dem amt) evtl. mit - mit 14 jahren ist sie alt genug um ihre herkunft zu erfahren und es ist auch ihr recht ! du kannst dir dafür auch unterstützung vom jugendamt holen. weil jetzt aber zuviel stress ist würde ich noch etwas warten, damit es nicht zuviel auf einmal für sie wird.

das kriegst du hin, auch wenn es nicht leicht sein wird

08.04.2014 17:06 • #7


vorbeigeschaut


eigentlich musst du nicht ausziehen! dein haus, du bezahlst die raten und nun musst du mit der tochter eine bliebe suchen, während sie alleine da ihre süchte befriedigen tut? unerhört! nein, sie muss da weg, wohin auch immer und ich glaube es ist einfacher als du denkst, kein gericht, kein jugendamt wird so einer mutter ein pubertäres kind anvertrauen. kämpfe und du wirst gewinnen!

08.04.2014 19:23 • #8




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