Zitat von suse34:
Wie lange hat es ungefähr bei dir getrauert bis du das alles hin bekommen hast.
Hast du vielleicht ein paar Tipps wie ich damit umgehen kann.
Würde mich echt freuen wenn du mir sagst wie du diese Zeit rum bekommen hast.
Oh je

, ganz ehrlich?
In der ersten Zeit habe ich gar nichts geregelt bekommen. Ich suhlte mich im Selbstmitleid und ein unverarbeitetes Trauma gelangte an die Oberfläche .
Ich war zu nichts fähig, hatte keine Kraft, keine Energie und sah in nichts einen Sinn. Da kam meine älteste Tochter zu Hilfe (ich habe 6 Kinder

), zog bei mir ein, besorgte so gut sie konnte den Haushalt, versorgte meine Jungs und war einfach nur für mich da. Ich denke, da existierte auch eine Angst, dass ich etwas tun würde, womit sie hinterher nicht leben wollte.
Ich konnte nicht mehr arbeiten. Drei Monate war ich insgesamt krank geschrieben. Zwischendurch versuchte ich es immer mal wieder, aber es ging nicht.
Früher hatte ich nie Schlafstörungen, jetzt halfen nicht einmal Schlaftabletten. Meine Ärztin verschrieb mir dann ein Antidepressivum und empfahl eine Kur.
Das erste halbe Jahr "siechte" ich dahin. Und in dieser Zeit zeigt sich ganz besonders, wer sich wirklich "Freund" nennen darf. Meine Kollegen waren rührend besorgt, sogar mein Chef. Meine beste Freundin holte mich mit den Jungs jedes WE zu sich (sie wohnt 100km von mir entfernt).... Aber einige meldeten sich nie und sind heute aus meinem Freundeskreis verschwunden.
Was mir besonders geholfen hat, war das Schreiben und der Austausch hier im Forum.
Knapp ein halbes Jahr nach meiner Trennung wurde mir eine Kur genehmigt. Einfach mal weg von allem.
Zuerst dachte ich: Und wohin sollen meine Jungs? Ich kann sie doch nicht drei Wochen allein lassen!
Aber auch das regelte sich schnell und fast von selbst. Den Ältesten beaufsichtigte meine Tochter bei mir zu Hause-und das neben ihrem Job (sie war zu dem Zeitpunkt 21). Meinen Jüngsten nahm meine beste Freundin und in Absprache mit der Schulleiterin wurde er die drei Wochen vom Schulbesuch befreit (eine Entscheidung am Schulamt vorbei

). Und den Mittleren nahm eine andere Freundin.
Die Kur war ein voller Erfolg und der Anfang meiner Verarbeitung. Ich hatte eine sehr gute Psychologin an meiner Seite und auch die Gespräche mit den anderen Teilnehmern waren hilfreich.
Wir machen uns dur die Trennung immer kleiner als wir sind, stellen unsere Stärken in den Schatten, übersehen unsere inneren Kräfte und nehmen kaum die Hilfe von außen wahr.
Und dabei haben wir doch vorher auch vieles allein gemeistert! Warum sollten diese Fähigkeiten denn auf einmal verschwunden sein?
Du darfst und du sollst auch trauern, wütend sein und enttäuscht. Aber lass dich nicht von den Gefühlen überwältigen! Lass sie nicht dein Leben bestimmen und dich außer Gefecht setzen! Zweifle nicht an dir und deinen Fähigkeiten! Du bist doch trotzdem noch der gleiche Mensch. Nichts geht verloren.
Rede oder schreib viel darüber, was dich bewegt! Es muss runter von der Seele. Versuche deinen Tagesrhythmus beizubehalten! Setze dir kleine Ziele, du musst nicht alles mit einem Mal schaffen!
Kleine Schritte führen auch zum Ziel.
Man kann dir die Hand reichen, damit du aus dem Loch herauskommst. Aber die Hand annehmen und die Kraft aufwenden, um aus dem Loch herauszukommen, musst DU selbst.
Du schaffst das!
