Zitat von phoenix123: Ich meine, er ist ja kein Gewalttäter vor dem man in ner geheimen Nacht- und Nebelaktion flüchten muss.
Wir haben Waffen im Haus und er war in der Vergangenheit bereits mehrere Male extrem cholerisch, hat bei 2 Gelegenheiten sein Tablet durch den Raum geworfen und einmal meinen Fuß in der Haustür eingequetscht, als er mich bei einem Streit aus dem Betrieb warf und ich den Fuß in die Tür stellte, damit er sie mit nicht vor der Nase zuschlägt. Obwohl er merkte, dass mein Fuß da drin ist, hat er die Tür immer wieder zugedrückt. Danach wollte ich ihn verlassen und er flehte, heulte, entschuldigte sich und überredete mich, zu bleiben.
Das ist jetzt zwar schon mehr als 2 Jahre her, aber ich weiß nicht, was passiert, wenn ich ihm sage, dass ich ausziehe.
Es wurde nach diesen Extremsituationen, von denen es mehrere gab (in den ersten Jahren in jedem Urlaub) immer wieder gut, bis zum nächsten Anlass.
Ich schrieb ja eingangs: viel Leidenschaft beim Streit und bei der Versöhnung. Aber richtiges aufgehoben sein, Partnerschaft, Respekt, Würdigung... ist alles jetzt in den letzten Jahren abhandengekommen bzw. zweifle ich, ob es je da war.
Zu eurer Erklärung: ich war 2021 bereits mal so weit, dass ich gehen wollte und hatte nicht den Mut, weil die Angst vor einem Scheidungsverfahren, Umzug, Neustart usw größer war als der Leidensdruck. Das hat sich jetzt seit März über den Sommer langsam geändert.
Zitat von phoenix123: Hattet ihr jemals darüber gesprochen, dass du eine wirklich ernsthafte Krise hast, in der du Trennungsgedanken entwickelst?
@phoenix123
du kannst zu Recht sagen, dass ich ihm nicht ausdrücklich gesagt habe, dass ich auf Wohnungssuche bin. Aber das hab ich ja erklärt, ich habe Angst, dass er mich sofort entweder herauswirft (sein Haus!) oder so belagert und beschwört, dass ich wieder "umkippe". Nachhaltig wird sich nichts ändern. Das letzte große Gespräch war im März, da sagte ich ihn, dass es so nicht weitergeht.
Im Sommer, Ende Juni, bat ich ihn, als es bei uns über 30 Grad heiß war, ob ich nicht doch mal im Koiteich schwimmen dürfte. Seine Antwort war (in einem absolut verächtlichen und wirklich richtiggehend bösem Tonfall): "Kauf dir dein eigenes Haus, baue dir deinen eigenen Teich, dann kannst du da schwimmen!".
Ich stand auf, entgegnete, dass er wohl vergessen habe, dass ich bereits ein eigenes Haus besäße und dort jederzeit wieder hingehen könnte und mich auch von ihm scheiden lassen würde.
"Mach doch"... Er weiß genau, dass ich meine Mieterin nicht von heute auf morgen vor die Türe setzen könnte, selbst wenn ich wollte, darauf ruht er sich aus.
Erst Sonntag vor einer Woche gab es wieder einen heftigen Streit wegen einer absoluten Nichtigkeit, und ich sagte am Ende, dass ich künftig vorziehen werde, dass wir jeder getrennte Wege gehen und zwar für immer. Er verschwand den ganzen Sonntag und da begann ich erst ernsthaft mit der Wohnungssuche! Montag die Besichtigung.
Also, meine Entscheidung ist gereift über ganz lange Zeit.
Ich habe es mir wirklich nicht leicht gemacht. Meine Besitztümer sind sehr begrenzt, als ich bei ihm eingezogen bin, habe ich fast alles in meinem Haus zurückgelassen. Ich werde jetzt fast bei Null anfangen. Eine Handvoll Möbelstücke in meinem Home Office nehme ich mit und zwei IKEA-Kommoden. Wenn er mich rauswerfen sollte, wer weiß, ob er nicht in einem Wutanfall meine teuren Fachbücher kaputt macht? Ich kann ihn nicht einschätzen. Vielleicht weint er auch und fleht, dass ich zurück komme. Wenn ich das besser einschätzen könnte, würde es mir erheblich leichter fallen.
Sicherheit ist einer meiner wichtigsten Werte - neben Ehrlichkeit, wohl fühle ich mich wirklich nicht! Und seit ich die absolute innere Klarheit über meine Entscheidung habe - hatten wir auch keinen 6 mehr.
Der Hinweis war mehr allgemein gemeint an dieser Stelle, dass das Thema keinen Trennungsgrund darstellt, wie es in anderen Beziehungen ein weiterer Grund sein kann.
Ich starte keine Zärtlichkeiten, ich erwidere sie nicht, ich sage nicht "ILD" usw.
Ich spiele ihm nichts vor, bin ganz normal freundlich, aber distanziert. Und ich denke, dass er DAS merkt und sich jetzt plötzlich wieder mehr anstrengt.