Zitat von Urmel_:
Und da es kein Sparbuch der Liebe gibt, ist auf der Ebene der Anziehungskraft egal, ob Kinder vorhanden sind oder der schwache Partner so ist, weil er eventuell eine Depression oder BurnOut hat. Es spielt keine Rolle.
Anziehungsrkaft und Moral haben keinerlei Verbindung und auch keinerlei Einfluss aufeinander. Sie können zusammen auftreten, sind aber absolut entkoppelt.
Genau da habe ich in den letzten Jahren einen Unterschied zwischen Männern und Frauen festgestellt. Mein bisheriges "Fazit" - für Männer spielt das von Dir zitierte "Sparbuch der Liebe" sehr wohl eine Rolle. Sie verlassen eine Partnerin nur selten, auch wenn die Anziehung nicht mehr gegeben ist. Erst recht nicht, wenn Kinder und eine langjährige Verbindung im Spiel sind. Kommt dann eine Frau aufs Tapet, die starke Anziehung ausübt, gehen sie eben fremd

bleiben aber dort, wo sie sich per "Sparbuch" verantwortlich fühlen.
Das ist bei Frauen (heutzutage?) anders. Sie sind eher bereit, den Mann, der keine Anziehung mehr hat, zu verlassen, wenn sie es können. Sei es, weil sie selbstständig und unabhängig genug sind, auch mit Kindern ohne diesen Mann auszukommen, oder weil der "Neue" mit der Anziehung gleichzeitig auch ein gewisses Maß an Versorgung und Sicherheit bietet. In den Fällen, wo das nicht gegeben ist, verhalten sich Frauen dann wie Männer und gehen fremd. Nicht wegen des Sparbuchs der Liebe, sondern wegen des Sparbuchs bei der Sparkasse
Madame Bovary ist an dem Thema noch kläglich gescheitert und durch Selbstmord ums Leben gekommen. Ihr Galan bot keine Versorgung und Sicherheit, der Gatte keinerlei Anziehung. Für sie gab es keinen Ausweg. Durch die Emanzipation ist das heutzutage anders und da zählt dann die Anziehung wieder viel mehr als früher. Eine neue Situation für Männer, die sich früher darum keine Gedanken machen mussten, die Frau "konnte" ja eh nicht weg.