die_Zeit_danach
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es gibt bereits einen Beitrag von mir:
affaere-manchmal-noch-im-kopf-wie-flashbacks-vermeiden-t63339.html
Ich habe folgenden Text auch dort verfasst, bin mir jetzt aber nicht sicher, ob es dort passt.
Liebe Foris, ich möchte heute ein persönliches Update geben. Ich würde mich freuen, falls es jemanden ähnlich ergangen ist, wenn er/sie mir Tipps geben kann oder einfach von eigenen Erfahrungen berichten würde.
Es geht im Prinzip darum, dass ich mittlerweile immer wieder schmerzlich feststelle, dass mir die romantischen Gefühle meinem Mann gegenüber (wir sind seit 7 Jahren zusammen und starten in ein paar Wochen in unser 8. Jahr, aber unverheiratet) abhanden gekommen sind.
Wir gehen seit einem Jahr zur Paarberatung. Auslöser war mein Betrug 2/19 und der damit einhergehenden Krise unserer Beziehung. Die Beratung ist sehr gut! Und ich/wir haben immer wieder festgestellt, dass wir ein gutes Paar sind. Respektvoll, liebevoll, umsichtig, offen und bereit an uns zu arbeiten. Wir haben durch die Paarberatung sehr viele Anregungen erhalten, die wir umgesetzt haben bisher, um unserer Partnerschaft zu stärken und uns verbunden zu fühlen und gemeinsam die Herausforderungen, die ein Familienalltag mit sich bringt, zu meistern.
Mir geht es jedoch immer mal wieder nicht gut. Ich habe das Gefühl, dass ich es nicht mehr hinbekomme, romantische Gefühle für meinen Mann zu entwickeln. Wir schlafen ungefähr alle acht Wochen miteinander. Das ist auch schön, geht für mich aber nur, wenn ich schaffe meinen Kopf auszuschalten von all den Alltagssorgen (Kinder, Finanzen, Paar- und eigene Probleme)… ich habe das Gefühl, wir bekommen das nicht mehr so gut hin. Mein Mann macht sich keine Sorgen. Unser Berater hat mit uns herausgearbeitet, dass Lust und Verlangen schon noch da ist, aber eben nur bei bestimmten Bedingungen. Diese sollen wir versuchen zu schaffen.
Wir sind auch so zärtlich zueinander mit Umarmungen, Händchen halten beim Unterwegs sein. Küsschen und auch Küsse zwischendurch.
Ich fühle mich wohl mit meinem Mann. Er ist ein toller Mensch, wir können sehr gut reden, sind für einander da, er unterstützt mich uneingeschränkt, wertschätzt mich, ist ein toller Vater, verantwortungsvoll und er sieht auch gut aus, achtet auf sich, legt Wert auf sein Äußeres und achtet auf seine Gesundheit. Ich habe sehr oft das Gefühl wird sind sehr verbunden. Fast wie Geschwister oder sehr sehr sehr gute Freunde.
Zuweilen fühle ich mich ihm nicht ebenbürtig. Eher so wie ein Kind, um das sich gut gekümmert wird. Dafür kann er überhaupt nichts. Es liegt an mir. Ich habe das Gefühl mit meinen bewertenden Gedanken alles kaputt zu denken.
Ich denke auch immer mal wieder an den AM. Nicht oft in zufriedenen Zeiten. Aber öfter, wenn es mir nicht gut geht, ich Zweifel habe. Aber ich merke auch, dass das ein Muster bei mir ist, was ich nicht ernst nehmen sollte. Der AM steht für etwas, was ich in mir suchen sollte. Ich will nicht mit ihm zusammen sein (auf keinen Fall!) habe aber das Gefühl mich immer in Gedanken an ihn zu flüchten, wenn es in meinem Leben gerade alles zu viel ist. Das bemerke ich auch und ich finde es lächerlich von mir. Es passiert dennoch. Und das finde ich illoyal meinem Mann gegenüber.
Meine Frage ist nun: wie können sich solche romantischen Gefühle wieder entwickeln? Wie bekomme ich es hin dauerhaft zufrieden um Hier und Jetzt zu sein? Mit dem zufrieden, was ich habe? Dankbar zu sein für meinen Mann und unsere Familie? Ich sehe in meinem Umfeld so viele Paare, die nicht annähernd so gut miteinander zurecht kommen, wie wir. Warum fehlt mir immer etwas? Warum kann ich nicht zufrieden sein, mit dem was ich habe? Ist es besser sich zu trennen und erstmal mit mir selbst klar zu kommen oder kann man es auch parallel in der Paarbeziehung schaffen? Zeitweise habe ich das Gefühl, ich bin so mit mir selbst beschäftigt, dass ich das nicht hinbekomme. Dann wieder, will ich es unbedingt schaffen. Das sind zyklische Phase. Und es strengt mich unheimlich an.
Entschuldigt, dass es etwas durcheinander ist.
Wir haben ein gemeinsames Kind (5,5 und ich habe ein Kind (11). Wir leben normal als Familie zusammen.