Diesen Thread würde ich gern dazu nutzen, um über das Thema Arbeitsunfähigkeit im Rahmen von akutem Liebeskummer / Trennungsschmerz etc. zu debattieren.
Dass dies höchst individuell und von den jeweiligen Beschwerden abhängt, dürfte klar sein. Dass entsprechende Diagnosen vorhanden sein müssen, ist ebenso Grundvoraussetzung. Dem entgegen stehen bzw. steht der Grundgedanke, dass Arbeit vor dem Hintergrund des „Ablenken“ wohl auch als adäquate Maßnahme dienen kann.
Was aber, wenn man so sehr in seiner Lebensfähigkeit eingeschränkt ist, dass eine Arbeitsfähigkeit einfach nicht mehr gegeben ist?
Wie steht ihr persönlich zu dem Thema? Wie schätzt ihr das moralisch ein? Hattet ihr selbst auf Grund von „Kummer“ schon mal eine Arbeitsunfähigkeit und wenn ja, wie lange dauerte diese an?
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A
Arbeitsunfähigkeit bei Liebeskummer/Trennungsschmerz?
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K
keksi80 Mitglied
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Zitat von BeLateAgain:
Wie schätzt ihr das moralisch ein?
Arbeitsunfähigkeit im Rahmen von akutem Liebeskummer / Trennungsschmerz hat meiner Meinung nach absolut nichts mit "blaumachen" zu tun, man ist tatsächlich aufgrund dessen arbeitsUNfähig (bitte entschuldigt die zwei Großbuchstaben 🙈 ), deshalb stellt sich für mich die Frage nach der Moral nicht.
Aber ob Arbeit nicht auch helfen kann, ist individuell zu entscheiden. Jedenfalls könnte ich jede/n verstehen, der aufgrund dessen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bekommt. Ich verstehe aber dennoch auch jeden, der trotzdem zur Arbeit geht. Wichtig: Man muss auf sich selbst hören und dementsprechend handeln und sich ggf. Hilfe holen.
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alleswirdbesser Mentorin
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@BeLateAgain ich persönlich würde zwischen einer AU aufgrund einer Trennung und einer AU aufgrund einer kurzen gescheiterten Kennenlernphase (mit F+ als Ziel) unterscheiden. Aber am Ende entscheidet doch der Arzt und nicht der AG, vor allem dann, wenn er starke Medikamente verschreibt, mit denen man weder Auto fahren noch arbeiten gehen darf.
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Charming Mitglied
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Ist Arbeitsunfähigkeit beim Tod deines Haustieres legitim?
🤔🤔🤔
Fällt mir spontan dazu ein.
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M
Margerite Mitglied
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Ich hatte in meinem Leben schon oft Liebeskummer, der mich teilweise über Monate beschäftigte. In die Arbeit ging ich aber immer. Zum einen, weil man Privatleben und Berufsleben trennen sollte, auch wenn eines das andere beeinflusst. Aber der Gedanke daheim rumzusitzen und zu weinen und mich ins Bett zu verkriechen, obwohl ich das gerne getan hätte vertrug sich nicht mit meinem Selbstanspruch. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass Arbeit gerade in solchen Situationen oft sogar hilfreich ist. Man ist zumindest zeitweise ein wenig abgelenkt und man kann sich nicht so in seinen Kummer vergraben, zumal es ja auch Kollegen gibt, die nicht alles mitbekommen müssen. In der Arbeit "funktionierte" ich, das Weinen war dann für daheim. Diese Zeiten sind alles andere als einfach, aber mir tat es letztendlich doch immer gut, mich nicht völlig hängen zu lassen.
Dieses Jahr habe ich mich im August erstmals 2 Wochen krank schreiben lassen, aber nicht aus Liebeskummer, sondern aufgrund der schwierigen gesundheitlichen Lage meines Vaters, der schnell eine Unterbringung erforderte, die nicht gefunden wurde, zumindest nicht in einem Pflegeheim, denn die sind alle voll. Ich konnte ihn zum Glück in der Palliativstation unterbringen, wo er seine letzten Tage in Ruhe beschließen konnte. Aber das war mehr Glück als Verstand. Nach seinem Tod und dem Stress. dem ich seinetwegen schon das ganze Jahr über gespürt hatte, nahm ich mir eine Auszeit von der Arbeit, um wieder ein wenig auf Kurs zu kommen und Ruhe zu finden. Ich glaube, das war dieses Mal nicht verkehrt, denn ich fühlte mich sehr ausgelaugt und energielos. Man kann nicht immer gleich funktionieren und Leistung bringen und ein Todesfall ist was anderes als Liebeskummer, obwohl ja beide etwas mit Sterben zu tun haben. Aber der Todesfall nach dem ganzen gesundheitlichen Auf und Ab meines 88-jährigen Vaters war für mich viel schlimmer, weil ich meinen Vater sehr geliebt habe und es noch tue.
Wegen eines Mannes, der mich nicht mehr will, würde ich mich schon aus Stolz nicht krank schreiben lassen.
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ZwillingsIch Mitglied
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Zitat von Margerite:
Wegen eines Mannes, der mich nicht mehr will, würde ich mich schon aus Stolz nicht krank schreiben lassen.