Ehemaliger User
Gast
Ich lese seit drei Monaten hier fleißig mit und habe durch dieses Forum stets das Gefühl, nicht ganz allein zu sein mit meinem Trennungs-Problem. Zu meiner Story: Nach beinahe sechs Jahren Beziehung hat mein Freund mich (36 Jahre alt) verlassen. Klar, wie für die meisten hier, für mich ziemlich überraschend, da er moch am Tag zuvor großspurige Liebeserklärungen machte "Ich liebe Dich und wir bleiben für immer zusammen usw.". Wir hatten einige Probleme und ziemlich viel Streß vor der Trennung, die aber nicht überdimensional waren. Unser Dauerproblem war seine Mutter, die ständig "gekonnt dazwischenfunkte" und unsere Beziehung regelrecht sabotierte. Da mein Ex wirklich abhängig ist von seiner Mama (ihre Lebensauffassung ist seine, was sie sagt gilt, eine eigene Meinung hat er nicht) und sie ihn wohl auch nie loslassen wird, hat sie ihr Ziel nun endlich erreicht. Unsere Beziehungsprobleme hat er mit seiner Mutti besprochen, statt mit mir usw. Seine wahren Gründe für die Trennung hat er mir nie genannt. Ich kann also nur nach Erklärungen für mich suchen. Er hat jeden Kontakt zu mir abgebrochen und das obwohl wir zuvor eine sehr intensive Verbindung hatten. Was mir langsam wirklich sehr große Sorgen macht, ist die Tatsache, dass ich immer wieder schmerzvoll an ihn denke und beinahe immer wieder in Depressionen abrutsche. Obwohl ich inzwischen dahinter gekommen bin, dass ich ihn nicht mehr zurück haben will. Zu groß sind die Verletzungen gewesen, zu groß die Unterschiede in unseren Lebensauffassungen, dabei war er verantwortungslos und recht faul. Ich habe im nachhinein beinahe das Gefühl, den Mensch, den ich liebte, gab es gar nicht. Er war nur eine Illusion in meinem Kopf. Ich habe nun auch seit Wochen von mir aus keine SMS mehr geschickt, nicht mehr angerufen usw. Klar, ich habe ihn geliebt. Zu sehr! Habe immer alles entschuldigt, immer wieder verziehen, mich klein gemacht. Und als ich dann am Boden lag, hat er den Abflug gemacht. Eine gebrochene Frau ist ja auch nicht gerade attraktiv. Er hat mich wohl regelrecht zerstört innerlich - und ich habe es zugelassen. Vor unserer Beziehung war ich sehr selbstbewußt, hatte Spaß am Leben und jetzt bin ich nur noch ein Häufchen Elend. Ich verkrafte es nicht, dass es ihm nun scheinbar so gut geht (ich weiß es nicht wirklich), er nichts vermisst, er nicht den Drang hat, Kontakt aufzunehmen - so als hätte es mich nie gegeben - und ich nicht vorwärts komme mit meinem eigenen Leben. Ich plane, mache mir Gedanken darüber, wie ich mein Singleleben nun befriedigen gestalten könnte. Aber mit der praktischen Umsetzung klappt es nicht so richtig. Zu viel Zeit verbringe ich mit trüben Gedanken, die sich nicht abstellen lassen. Inzwischen gibt es Tage, an denen ich mich zeitweise gut fühle und die neuen Freiheiten für mich entdecke. Aber immer wieder kommen die üblen Trauerphasen zurück und das obgleich ich weiß, dass dieser Mensch mir nicht gut getan hat. Ist das noch normal? Wie geht man damit um? Ja, ich versuche an mich zu denken, habe mich im Sportstudio angemeldet und mache Sport. Aber es gelingt mir nicht wirklich, mich in die Arbeit zu stürzen, obwohl ich nebenberuflich selbständig bin und nun endlich die Zeit hätte, mich dabei total auszutoben. Kennt das jemand von Euch? Dieses Phänomen, dass man genau weiß, diese Beziehung hatte keine Basis, keine Zukunftsperspektive und doch kann man nicht loslassen, weil man zu sehr liebte? Was kann man in so einem Fall tun? Ich hoffe, Ihr habt ein paar gute Tipps für mich... :'(