Zitat von maggy17:Oder sind sie nur eine faule Ausrede? Wie seht ihr das? Ich bin selbst an einer chronischen Depression erkrankt, lese hier aber zu meinem Erstaunen, ...
Mein Mann hatte Depressionen bereits vor der Affäre, seine Diagnose und die ersten Antidepressiva erhielt er quasi parallel zum Start der Affäre.
Ich frage mich manchmal, ob ihm das (die Medikamente) vielleicht erst die Kraft gegeben hat, eine Affäre zu starten.
Ich bemerkte damals auch eine Wesensveränderung.
Manches fiel ihm wieder leichter.
Er sagte, bei ihr fand er die Ruhe, die er brauchte. Sex war eher eine Randerscheinung. Aber natürlich gerade zu Anfang durchaus der Treiber, nehme ich an.
Ich bin sicher, seine Depressionen wurden durch die Affäre in die Länge gezogen.
Er kam mit dem damit verbundenen Druck nicht klar.
Er konnte keine Entscheidungen treffen.
Lust auf Sex hatte er angeblich auch bei ihr nur anfangs und dann immer weniger. Aber gut, sicher wissen kann ich das nicht. Es passt aber ins Gesamtbild.
Ich denke, es hängt mit der Schwere der Depression zusammen. Der eine kann morgens nicht aufstehen, der andere geht arbeiten und bricht danach zusammen. Zu letzteren gehörte mein Mann. Das war bereits vor der Affäre so.
Ich erinnere mich an den Tag, an dem er erstmals Medikamente nahm. Er kam glücklich zu mir und erzählte mir, was er gerade alles geschafft hatte. Dabei ging es nur um ein paar Kleinigkeiten, die aber Tage zuvor nicht machbar gewesen wären für ihn.
Ob er da bereits die Affäre hatte oder kurz danach, lässt sich leider nicht mehr nachvollziehen. Es ist zu lange her.
Aber als Entschuldigung oder gar Rechtfertigung für seine Affäre hat mein Mann seine Depressionen nie herangezogen.
Wenn, dann habe eher ich das getan. Das war nach monatelangen Analysen die einzig halbwegs plausible Erklärung.
Wer Depressionen hat, fühlt nichts mehr. Mein Mann konnte nichts mehr fühlen. Die Affäre ließ ihn wieder fühlen. Deshalb dachte er auch, dass es ihm gut täte.