Trust_him
Gast
Zitat von Tin_:Was meine Affäre angeht:
Ich habe damals das Gefühl "des Lebens" bekommen. Rückblickend war ich gierig darauf, dieses Gefühl zu leben und habe es aufgesaugt. Wenn ich bei meiner Affäre war, war es wie Urlaub von meinem Leben - die Lasten meines Lebens haben mich damals erdrückt und krank gemacht.
So war es auch bei meinem Mann. Das ging so lange für ihn gut, bis die Affäre anstrengend wurde, mehr forderte.
Und vielleicht trug auch die Therapie irgendwann ihre Früchte.
Tatsächlich wurde ihm aber erst 2,5 Jahre nach Beginn der Affäre bewusst, was er mir damit antat. Da war er bereits eineinhalb Jahre in Therapie.
Und er brauchte ein weiteres Jahr, um die Affäre zu beenden.
Er sagte mir auch, dass er, wenn ich es herausbekommen hätte, die Affäre sofort beendet hätte und zwar egal zu welchem Zeitpunkt. Er sagte, er wollte mich nie verlassen. Beides fällt mir schwer zu glauben.
Aber er war in seiner depressiven Zeit auch wirklich ein anderer Mensch. Er lebte nur in sich selbst. War verschlossen. Sein Gesicht sah aus wie ein verlassenes Haus, bei dem die Rollläden unten waren. Ich fühlte mich außen vor. Fand keinen oder nur selten Zugang zu ihm. Es war eine wirklich schlimme Zeit.
Vielleicht konnte ich ihm ja auch deshalb verzeihen. Denn als er mich betrog, war er nicht er selbst. Als es aufflog und ich ihn nicht rauswarf, wurde er wieder zu sich selbst. Er war wieder der Mann, in den ich mich verliebte.