capricorn
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Ich wurde vor ca. 10 Wochen von meiner Frau nach 6 ½ Jahren, davon 1 ½ Jahre verheiratet verlassen. Für mich kam die Trennung in dieser Konsequenz total überraschend. Wir hatten zwar auch ab und an die üblichen Streitereien, die für mich jedoch nichts besonderes waren
(Hatte bereits eine 13jährige Beziehung in der Streits öfter und heftiger waren).
Anfang des Jahres ist meine Frau dann mal 1 Woche zu ihren Eltern gezogen, dannach hat sich jedoch alles wieder eingerenkt. Meine Frau ist ein sehr sensibler Mensch, die seit ich sie kenne an einer generalisierten Angststörung leidet. Sie hat von Einzeltherapien über Gruppentheraphien bis hin zu Selbsthilfegruppen alles gemacht. Anfang des Jahres hat sie sich aber doch leichte Psychopharmaka verschreiben lassen, die angeblich völlig harmlos sind.
In der Selbsthilfegruppe hatte sie sich zu einem Typen, der depressiv ist, hingezogen gefühlt und regen Mailkontakt betrieben. Ich habe dies zugelassen, weil ich mir gedacht habe dort geht es um gemeinsame Probleme in der ich als „Normalo“ nicht den Einblick habe. Der Therapeut meiner Frau sagte einmal zu ihr, dass ich ihr Mann bin und nicht ihr Therapeut. Das habe ich vielleicht doch zu wörtlich genommen.
Ich habe mich in der Beziehung immer wohl gefühlt und hätte von meiner Frau nie diesen konsequenten Schritt in dieser Schnelle erwartet. Ich bin auch der Typ von Mann der seine Hemden selbst bügelt, wäscht, kocht, einkaufen geht und nicht jeden Abend vor dem Fernseher versumpft. Sie muss das ja schon Monate vorher mit sich selbst ausgemacht haben. Ich hab nach ihrem Schritt viele Diskussionen mit Ihr geführt, mir auch eine Paartherapie gewünscht, aber an ihrem Entschluss ist nicht zu rütteln. Als Grund höre ich immer nur, dass sie nicht mehr verliebt sei und es sonst keinen anderen Grund gäbe. Auch mit dem Typen aus der Selbsthilfegruppe will sie keine Beziehung eingehen. Bei mir war sie immer im warmen Nest gesessen und ich habe ihr ende 2002 noch einen Laden aufgebaut. Das war eine etwas stressige Zeit, da ich ja auch noch einen verantwortungsvollen Job in der Industrie habe.
Was mir so zu schaffen macht und was ich auch sehr unfair finde ist, dass meine Frau den Entscheidungsweg nicht mit mir gemeinsam gegangen ist, sondern nur mit sich alleine.
Unser gesamtes Umfeld kann ihre Entscheidung nicht verstehen und ist gleichermassen überrascht. Normalerweise bin ich eine starke Persönlichkeit, stehe finanziell gut da und bin gesund, aber dieser Verlust hat mich total umgehauen. Nachdem ich nun meine Familie und meine Freunde nicht weiter mit meiner Depression belasten will, wollte ich mich mit Leidensgenossen treffen um dieses Ereignis gemeinsam zu verarbeiten. Nach dem Motto:“Geteiltes Leid ist halbes Leid“. Ich glaube dieser Verlust trifft mit einem weiteren Ereignis, nämlich dem Eintritt in die Midlifecrisis zusammen.
Derzeit versuche ich durch viele Aktivitäten wie Sport, auf Feste gehen, usw. mich abzulenken, was aber immer nur für die Dauer der Aktivität funkioniert. Am Schlimmsten ist es Morgens aufzustehen. Da sehe ich dann keinen Sinn in meinem Leben. Ich fühle mich dann so depressiv und so schlapp. Nachmittags geht es mir dann etwas besser wobei ich dann schon wieder Panik vor dem nächsten Morgen habe.
Capricorn