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Aus der Ehe zur Affäre und wieder zurück in die Ehe

Andi1211

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Hallo,

vielleicht klingt es klischeehaft, aber aus einer langjährigen Freundschaft wurde Liebe, die uns beide unerwartet traf. Überraschend war besonders die Intensität. Wir waren beide gebunden und begannen eine Affäre. Es war für uns ein Rätsel, wie das geschehen konnte. 1000 Fragen kamen nun auf, die wir beantwortet wissen wollten. Ein Jahr haben wir uns gegenseitig geprüft, ob wir das Richtige machen und haben uns dann für uns entschieden. Wir waren wie eine Art Seelenverwandte, sodass wir uns gegenseitig spiegeln konnten. Ich war der 100%-igen Überzeugung, dass sie die Frau ist, mit der ich mein Leben zu Ende führen möchte. Auch in ihrer Einschätzung war ich 100% für sie. Wir betrachteten gemeinsam unsere Liebe als großes Geschenk.

Meine damalige Beziehung endete während unserer Affäre. Auch sie trennte sich von ihrem Mann. Sie nahm sich eine Wohnung, die schon so von uns ausgewählt wurde, dass wir beide darin leben können. Wir konnten aus zwei Gründen noch nicht sofort zusammenziehen. Erstens wegen ihrer kleinen Tochter von 7 Jahren und zweitens hatte ich noch ein Haus, welches ich vermieten oder verkaufen wollte. Von Beginn an nach ihrer Trennung wurde sie von ihrem Mann und der Familie unter Druck gesetzt. Vorrangig mit ihrer kleinen Tochter, die sie nicht bekommen wird, wenn sie ihren Mann verlässt. Sie ließ sich mit ihrem Mann auf eine Teilung der kleinen Tochter ein. Das bedeutet, einen Monat ist sie bei ihm und den nächsten Monat bei ihr. Mein Verhältnis zu ihrer kleinen Tochter war gut. Sie hat auch noch eine große Tochter von 22 Jahren und ich habe zwei Töchter mit 19 und 15 Jahren. Wir beide haben einen sehr ausgeprägten Familiensinn, deshalb war für uns auch sehr wichtig, alle unsere Töchter so viel wie möglich einzubinden. Untereinander war ein sehr angenehmes freundschaftliches Verhältnis unter den Mädchen. Eigentlich beste Voraussetzungen für unsere Liebe.

Jedoch entwickelte sich zunehmend eine Distanz zwischen ihrer kleinen Tochter und mir. Es brauchte zunehmend immer länger bis sie gelöster und kindlich natürlich zu mir wurde, wenn wir aufeinander trafen. Besonders stark war dieser Effekt, nach dem die kleine Tochter bei ihrem Vater war. Ohne das jetzt beurteilen zu können, hatte ich den Eindruck, dass die kleine Tochter von ihrem Vater instrumentalisiert wurde. Auch wurde der Druck immer größer, weil er jetzt auch mit finanziellen Mitteln drohte.

Das ging letztlich soweit, dass sie nach 4 Monaten nervlich zusammengebrochen ist und sie auch keine Unterstützung und Hilfe mehr von mir wollte. Sie wollte alleine sein und jetzt ihre Gedanken und Gefühle ordnen. Ob ein Weiterleben mit mir möglich ist, darauf wollte sie nicht antworten, außerdem wurde ihr bewusst, dass sie ihre Ehe noch gar nicht richtig verarbeitet hat. Natürlich spielt auch ihre Mutterliebe eine große Rolle und sie leidet an diesem monatlichen Wechsel und dem Zusammenbruch ihrer Familienvorstellung. Nach weniger als zwei Wochen wurde ihre Wohnung ausgeräumt und diese existiert nur noch als Scheinobjekt. Unseren gemeinsamen Freunden erzählt sie aber, dass sie dort noch wohnt, jedoch wohnt sie wieder bei ihrem Mann.

Nach anfänglichen Kontakten nach der Trennung meldete sie sich fürsorglich jeden Tag, um zu erfahren, wie es mir geht. Ich habe das als Mitleid mir gegenüber interpretiert und habe nur knapp geantwortet. Wenn ich mich nicht meldete, versuchte sie alles mögliche, um etwas über mich zu erfahren. Vier Begegnungen zwischen uns verliefen ohne Aussprache, obwohl sie mir eine Aussprache zuvor signalisiert hat. Und auch ich hatte zu ihr gesagt, dass sie mich nicht leiden lassen soll und besser klare Kante zieht. Das wollte sie aber auch nicht. Nur als wir uns dann gegenüber standen, haben wir uns im ersten Moment sehr gefreut, den jeweils anderen zu sehen, aber recht schnell haben wir dann auch unsere komplizierte Situation erfasst und dann wurde es traurig und still. Ich habe diese Begegnungen dann immer freundlich zu ihr beendet. Heute haben wir keinen Kontakt mehr und meiden ihn auch gegenseitig, wenn es geht. Ich vermute, dass wir beide große Angst haben. Das Sprechen über Gefühle kann sie sehr schlecht. Sie hat es nie zuvor gelernt. Sie zieht es dann vor zu schweigen und ist auch durch mich nicht zum Sprechen zu bewegen.

Ich für meinen Teil erlebe Schmerzen, wie ich es zuvor noch nie erlebt habe. Über sie, wie es ihr geht kann ich wenig sagen. Sie ist anders geworden, sie ist nicht mehr der Mensch, der sie noch vor ein paar Monaten war. Ihr immer vorhandenes bezauberndes und gewinnendes Lächeln ist nicht mehr vorhanden.

Viele meiner Freunde sagen, ich solle sie vergessen, weil sie mich nur ausgenutzt hat. Vielleicht war es mein Fehler ihr voll und ganz zu vertrauen. Das glaube ich jedoch nicht. Es gab zu keinem Zeitpunkt vorher nur irgendeinen Anlass, ihr nicht zu vertrauen.

In dieser Geschichte habe ich sehr viel verloren. Meine Liebe, meine beste Freundin und das macht es so unendlich schwer. Sie war jahrelang einfach für mich da und ich auch für sie und jetzt ist auch ein wichtiger Ansprechpartner einfach nicht erreichbar.

Wer hat ähnliche Erfahrungen in seinem Leben gemacht oder eine Meinung über meine Geschichte? -


Danke für's Zuhören

13.01.2015 17:59 • #1


abigail14


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Hallo Andi,

leider habe ich solche Erfahrungen nicht; doch selbst eine mittlerweile erwachsne Tochter (war alleinerziehend) . Die Tochter hatte immer Kontakt zum Vater.

Ich habe keine Ahnung, warum sich deine Freundin so unter Druck setzen lässt. Hat sie keinen Anwalt, der sie bezgl. Sorgerecht, Finanzen etc. unterstützen hätte können?

Wenn sie nur wegen dem Kind zum Vater zurück ist, kann sie einem fast leid tun.

13.01.2015 18:08 • #2



Aus der Ehe zur Affäre und wieder zurück in die Ehe

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Andi1211


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Hallo Abigail,

danke für Deine Antwort. Zu Deiner Frage, auch in Sachen Anwalt habe ich sie unterstützt und bin gemeinsam mit ihr dort gewesen. Also ich habe sie begleitet, bei dem Gespräch war ich natürlich nicht dabei. Sie hat sich danach auch immer mit mir ausgetauscht. Wir kennen uns schon lange und haben keine Geheimnisse vor uns. Sie hat auch gehandelt, aber es kam auch immer wieder Forderungen vom Anwalt ihres Mannes.

Ihr Mann hat das alles sehr wohl recht gut geplant. In der Reflektion meiner Geschichte fiel mir eine Systematik auf. Jetzt muss man an dieser Stelle erwähnen, dass ihr Mann Psychiater ist und alle ihre Schwächen kennt, wo er ansetzen kann.

Heute ist er ihr gegenüber der hilfsbereiteste Mann, den man sich so vorstellen kann. Als ich weg war, hat er sofort den Druck von ihr genommen, den er vorher gezielt eingesetzt hat.

In meinem Eindruck hat er sie bewusst gebrochen und baut sie jetzt wieder auf.

Das klingt zwar abenteuerlich und es ist sicherlich moralisch nicht in Ordnung, einen Menschen zu brechen.

Manche mögen jetzt sagen, es ist moralisch auch nicht in Ordnung eine Affäre zu haben. Da gehen die Meinungen eben auch auseinander. Wir beide hatten jedoch zu keinem Zeitpunkt ein schlechtes Gewissen gegenüber unserem Partnern. Unser Geschichte ist aus sehr klarer Liebe füreinander entstanden.

13.01.2015 18:51 • #3


abigail14


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Da kann ich dir aus eigner Erfahrung was dazu schreiben: Die Ex meines Ex ist Psychologin.

Ähnliches Strickmuster möglicherweise. Die hat uns beiden dermaßen zugesetzt, mir und ihm, getrennt und wenn sie uns zusammen traf. Geschickt, treffend und manipulativ. Während der Zeit kam ihr bester Freund mit einer Frau zusammen, auch die Beziehung konnte sie brechen.

Doch ... und das ist der entscheidende Punkt: Ich bin nicht gut manipulierbar. Doch mein Ex ist es. Den hatte sie im Sack. (Und das auch heute noch nach fast 4 1/2 Jahren)
Sie heiratet demnächst den oben beschriebnen Freund. Mein Ex würde gern in die Kirche. Er erfährt von ihr nichts und die Freunde dürfen nichts sagen. Und nun leidet er. ?

Kindergarten, sollte man meinen

Nicht du oder ich haben das Problem, sondern Partner, die sich so manipulieren lassen. Und offensichtlich hat ihr Mann das drauf.

Aber hallo: Wenn er sogar sein eignes Kind, mit dem du dich gut verstanden hast, so instrumentalisiert (dass Mama böse ist, weil sie gegangen ist oder ihn verlassen hat), dann ist deine Ex ein Opferlamm und er ein richtig gemeiner Mensch.

Es bleibt dir nicht viel, außer abwarten! Leider

LG

13.01.2015 22:35 • #4


abigail14


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PS: Natürlich ist das Verhalten des Mannes moralisch nicht in Ordnung.

Da muss sie aber nun selbst durch, nach ihrem Rückzieher. Und für sich überlegen, ob das jetzige Leben mit ihrem Verständnis von glücklicher Familie vereinbar ist. Das Kind kriegt die Spannungen zwischen den Eltern nun unterschwellig mit. Keine so tolle Konstellation. Die unsichere, leidende Mutter, den tollen, starken, dominanten Vater. Er hat um die Ehe gekämpft, wenn auch mit unsauberen Mitteln....ob ER nun damit glücklich ist? Er muss ja auch Affaire und Abwendung seiner Frau verknustern.

Doch, sie hat sich für die Rückkehr entschieden. Erst mal.

Ob das von Dauer ist, kannst nur du wissen, der sie besser kennt. Kannst und willst du warten?

14.01.2015 11:54 • #5


Andi1211


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Warten ist eher ein Wunschgedanke. Wir kennen uns ja schon sehr lange und wenn sie mich braucht, dann werde ich auch in irgendeiner Weise für sie da sein. Nur das entscheidet sie diesmal alleine und vielleicht haben wir uns bis dahin jeder selbst weiterentwickelt.

Meine Liebe zu ihr ist nicht an Bedingungen gebunden. Ich bin vielmehr dankbar, dass ich meine schönste und glücklichste Zeit mit ihr erleben durfte. Sie hat sich zwar von mir getrennt, was sehr schmerzhaft ist. Ich denke sogar für uns beide. Aber sie hat auch mein Leben bereichert, in einer Art und Weise, wie das niemand zuvor erreicht hat.

14.01.2015 19:43 • #6


Magisch

Magisch


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Hallo Andi,

die Situation welche du in Bezug auf ihre kleine Tochter schilderst kenne ich! Auch meine Tochter (12) wird und wurde über Jahre hinweg von ihrem Vater negativ beeinflusst, was meine Person und die meines Partners anging. Ich selbst halte die Lösung - Monatsweise - zu lang... Das Kind kann sich dem Einfluß des Vaters und dessen Familie gar nicht entziehen, was sich letztendlich gegen deine Person richtet... Und hier kommen die Muttergefühle ins Spiel.... Es ist ein Spagat als Mutter, welchen man da vollziehen muss...

Zum einen ist da der Partner, welchen man liebt... auf der anderen - das Kind - welches leidet... und man sich als Mutter schuldig fühlt....

In gewisser Weise verstehe ich deine Ex-Partnerin... Ich hatte einen sehr lieblosen Ehepartner und mich immer wieder mit Trennungsgedanken befasst.... Aber mir auch immer gesagt... Halte durch bis die Kleine 15-16 Jahre alt ist... Ich bin seelisch verhungert.... dann lernte ich einen Mann lieben, welcher Mitarbeiter meines Mannes war... Nach kurzem Knutsch- und Fummelverhältnis habe ich dies beendet, weil ich an meiner Ehe festhalten wollte... Ich sprach mit meinem Mann, dass ich eine Eheberatung möchte, da schon einige Jahre alles im Argen lag... Nach 2 Therapiestunden brach er dies ab, ...es ging halt ans Eingemachte ... seine Worte... sowas braucht er nicht... Ein Jahr später habe ich mich im vollen Bewusstsein auf diesem Mann erneut eingelassen und gleichzeitig Trennungsgespräche mit meinem Mann geführt...Soweit alles gut...bis es dann aufgeflogen ist...Richtig böse Geschichte...

Ich war dann, im Anschluß mit diesem Mann einige Jahre auch liiert... Wie haben uns wirklich sehr geliebt(Ich bin wegen ihm hier angemeldet, aber darauf will ich nicht hinaus)...

Ich denke, deine EX hat das schlechte Gewissen eingeholt...Aber lass dir gesagt sein.... Wenn es so ist, wie du beschrieben hast... (Seelenverwandtschaft...ich kenne sie auch )...sie wird und kann dich nicht vergessen... Früher oder später wird sie sich wieder trennen, auch wenn du dann vielleicht nicht mehr der Grund sein wirst

Ich hätte es vielleicht noch 1-2 Jahre ausgehalten... aber getrennt hätte ich mich....

Und da ihr Mann die ganze Geschichte ja auch kennt, ...wer verzeiht schon sowas... ich denke nicht, dass man dann nochmal unbedarft von Vorne anfangen kann...

Dies bringt dich vielleicht im Moment nicht weiter, aber vielleicht hilft es dir zu verstehen....

Ganz liebe Grüße an Dich....

14.01.2015 20:33 • x 2 #7


Andi1211


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Hallo Magisch,

danke für die Worte, die helfen zu verstehen. Ich habe ihren Gewissenskonflikt gespürt. Sie konnte mit mir nicht darüber sprechen. Sie hat sehr gelitten, durch die Trennung von ihrer kleinen Tochter. Auch in den Monaten, wo die Kleine bei ihrem Vater war, hat sie jede Möglichkeit genutzt, um mit ihr zusammen zu sein.

Sie und auch ich wollten nicht diese Konstellation mit diesem Monatswechselmodell für die Kleine. Das wurde vom Vater so diktiert. Jeden Monat findet auch für die Kleine wieder eine Trennung statt. Das kann auf die Dauer nicht gut für das Kind sein. Irgendwie nirgendwo so richtig zu Hause. Immer wieder Gewöhnungsphasen für Umgebung und Menschen.

Sie ist ein herzensguter, hilfsbereiter Mensch. Ich wünsche ihr von Herzen, dass sie wieder glücklich werden kann und nicht seelisch verhungert. Aber sie ist jetzt wieder in ihrer Familie und die werden sie unterstützen. Genau die Familie, die sie nach ihrem Auszug menschlich verachtet und unter Druck gesetzt hat. Sie ist in ihrem alten Kurs der Normalität und beschäftigt mit Job und Familie. Da wird wenig Zeit sein, sich Gedanken zu machen. Möglicherweise wird sie den wenigen stillen Momenten, wo sie alleine ist, auch leiden. Aber auch das wird irgendwann vorbei sein.

Ihr Mann hat erst mal für sich sein Ego befriedigt, dadurch das sie zurück zur Familie ist. Womöglich war das der Schritt, damit er ihr verzeihen kann. Alles andere regelt die Zeit und durch seinen Beruf hat er die Möglichkeit, das gezielt zu therapieren. Am Ende wird sie zu der Erkenntnis kommen, dass die Liebe zu mir ein Fehler war.

Ganz liebe Grüße an Dich zurück ...

15.01.2015 18:38 • #8


Magisch

Magisch


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Hallo Andi,

Auch mit dem Beruf Psychiater ist man nur ein Mann und auch die haben Gefühle, welche verletzt werden können. Irgendwie erkenne ich in diesen Machtspielchen meinen EX-Mann wieder ... und was die Familie betrifft... das habe ich auch durch... War über Jahre hinweg geliebt, geschätzt, gern gesehen... und von heute auf morgen Fallengelassen worden ...und bin zum meist gehassten Objekt mutiert....wie geht das ?:boese: Denen ist von jetzt auf gleich jegliche Empathie abhanden gekommen? Habe ich bis heute nicht verstanden....Gleiche Konstellation bei Euch bzw. bei ihr... Ob sie damit zurecht kommt ...ich glaube eher nicht...

Das ist bei ihr alles nur eine Frage der Zeit....auch wenn es dir im Moment nicht weiterhilft...

Alles Liebe....

15.01.2015 19:01 • #9


Andi1211


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Hallo Magisch,

jeder Mensch bestimmt für sich die Prioritäten seiner eigenen Wertevorstellungen. Bei ihr steht ganz oben Familie. Die hatte sie wegen der Liebe zu mir verlassen. Nach Prüfungen von über einem Jahr, kann man auch nicht unbedingt davon ausgehen, dass das eine übereilte Entscheidung von ihr war, die Zukunft mit mir zu gehen.

Wir beide hatten eine göttliche Zweisamkeit. Noch göttlicher wurde es für uns beide, wenn wir unsere jeweiligen Töchter einbinden konnten. Sie liebt das Familienleben und ich auch. Für sie ist es unerlässlich, sich um alle Familienmitglieder zu kümmern. Dann geht sie so richtig auf und ich fühlte mich auch sehr wohl (Ich hatte leider vorher eine Beziehung, in der meine Töchter nicht immer willkommen waren und das war auch der Grund, wo ich mich aus dieser vorigen Beziehung getrennt habe).

Durch die Machtspielchen ihrer Familie wurde ihr von Anfang an, das schlechte Gewissen eingeredet, dass Familie nur im Ursprung existierend ist und nicht als eine sog. Zweitfamilie. Sie wurde hier an ihrer Achillessehne angegriffen von ihrer Familie und das war ihre kleine Tochter. Ihre kleine Tochter konnte von der Familie am einfachsten subtil beeinflusst werden und man wusste, dass ihre große Mutterliebe zu ihrer Tochter, ihre Entscheidung ins Wanken bringt. Dazu noch die geschickten systematischen Erpressungsmethoden ihres Mannes. Sie hat dann also den Aderlass vollzogen, der für sie am einfachsten war und mit dem wenigsten Widerstand. Das war nun mal in diesem Fall ich.

Damit ist sie jetzt die Heldin in der Familie und so wird sie auch jetzt geehrt und wieder behütet, denn für die Familie ist das alte Zustand wieder hergestellt.

Wenn Du damals zu Deinem Ex zurückgegangen wärest, dann hätte sich die Ansicht der Familie auf Dich auch wieder geändert und wärest eine Heldin in den Augen der Familie gewesen.

Stellt man jedoch als Wertevorstellung für sich selbst Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit vor Familie, womit nicht gesagt ist, dass Familie keine wichtige Wertevorstellung ist, dann wäre ihre Entscheidung eine andere gewesen. Denn jeder Mensch hat mehr als nur eine Wertevorstellung. Aber die Priorisierung der Wertevorstellungen ist im Wesentlichen die Grundlage für Entscheidungen.

Liebe Grüße ....

16.01.2015 15:17 • x 1 #10


Magisch

Magisch


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Hallo Andi,

war in den letzten Tagen selbst mit meinen Problemchen beschäftigt, sodass wenig Zeit blieb...auf deine Nachricht zu antworten...und wollte mir dazu auch genug Zeit nehmen...

Leider habe ich es immer noch nicht drauf... die Zitate hier rauszukopieren, damit ich individuell auf dein Geschriebenes (Abschnitte) antworten könnte... Frauen und Technik eben ...

Familie... ich selbst kenne aus meiner Kindheit dieses Wort Familie im Grunde genommen nicht und habe sie auch nicht erlebt, aber im Laufe der letzten 30 Jahre meinen Frieden damit geschlossen. Umso erfreulicher für mich war es, in eine große Familie einzuheiraten und dort wohlwollend aufgenommen zu werden. Ein bisschen als Exot habe ich mich gefühlt, aber dies liegt sicher begründet in meiner Eigenständigkeit und persönlichen Ansichten usw.... Im Grunde habe ich mich immer nur auf mich verlassen, mir vertraut und sonst niemanden....

Sehr früh war absehbar, dass wir Eheprobleme haben, worauf ich mich vertrauensvoll an eine seiner Schwestern gewandt habe, um hier Unterstützung zu bekommen... Aber Blut ist nun mal dicker als Wasser... Kommentare... das wird schon wieder...braucht kein Mensch... Ich zumindest nicht...Es wurde alles unter den Tisch gekehrt...Die Ehe lief jahreslang weiter...

So wie bei dir auch, verliebte ich mich in einen langjährigen Mitarbeiter und Freund der Familie...bzw. meines Mannes...Trennungsgespräche fanden statt....meine Affäre flog nach 4 Monaten auf....

(Soeben erreicht mich wieder ein Hilferuf meiner kleinen Tochter, die seit Nov. bei ihrem Vater lebt...haben uns später zum telefonieren verabredet, wenn sie alleine ist )

Meine Affäre entwickelte sich zu einer ausgewachsen Liebe, so ähnlich wie du es auch selbst beschreibst...
Unsere Partnerschaft wurde - erst einmal unter Protest (er ist 15 Jahre jünger) - toleriert und akzeptiert...in seiner ebenfalls großen Familie wurde ich aufgenommen und habe mich dort sehr wohl gefühlt...Auch nach unserer Trennung hat es nie Anfeindungen in irgendeiner Art gegeben...Aber auch unsere Partnerschaft war immer überschattet von den jahrelangen negativen Einflüssen meines Exmannes und seiner Familie....

Und nun zu meinen Gedanken... Den Stellenwert einer Familie würde ich nie herabsetzen..., aber nicht um jeden Preis...nämlich nicht um den Preis der Selbstverleugnung....Dieses Vertrauen, welches ich mal in diese Familienmitglieder hatte, wäre für mich immer zerstört gewesen... Dieser täglichen Habachtstellung wäre ich nicht gewachsen gewesen... Das Gewesene, die Tatsache, dass sie (wir reden jetzt von deiner Partnerin) ein Jahr lang eine Partnerschaft mit allem drum und dran mit dir geführt hat, kann auch von seiner Familie und ihrem Mann nicht ausgeblendet und wegdiskutiert werden. Scheinbar wird es nur ebenfalls unter den Tisch gekehrt...

Ich habe das Gefühl, dass sie bis zur Selbstaufgabe alles für ihr Kind tut... Dies ist unter Umständen auch richtig... Ich denke aber, dass auch eine Mutter einen gewissen Anspruch und Egoismus auf Glück entwickeln darf, um ihretwillen...weil die Partner gehen, aber die Kinder bleiben einem immer....

Was nützt es einem Kind, eine Mutter zu haben, welche, ohne dass diese es vielleicht selbst bemerkt, immer unglücklich ist, einer verlorenen Liebe nachtrauert....auch Kinder spüren dies... Mein Selbsterkenntnis war immer, bin ich glücklich, sind es meine Kinder und mein Partner auch....Dies hat auch nichts mit einer Arroganz zu tun... Ich habe dies selbst so gefühlt...Nach und nach zerbricht man innerlich, wenn man die Traurigkeit, Schwermut, Zorn oder was auch immer vor dem Kind verbergen will...

Gerade 15 Min. mit einem innerlich zerrissenen Kind telefoniert...Stress wegen Lernen...wie immer...Sie will eigentlich wieder zurück...Ich sehe das Kind in ihr ... und erwarte nicht den Leistungsträger, wie ihr Vater und seine Schwester (Lehrerin)

Und nun zu dir... Ich lese, dass du ihr sehr viel Verständnis für ihre innerliche Zerrissenheit entgegenbringst...Aber wie gehst du mit dir und deinen Gefühlen um...? Was hat es mit dir gemacht... das Glück entschwinden zu sehen und zu wissen, dass sie mit ihrer Entscheidung evtl. unglücklich ist...
Zorn und Wut kann ich bei dir nicht erkennen... Hast du noch Hoffnung?

Sie wird dich nicht vergessen, da bin ich mir sicher...

Es ist einfach zu schwierig wenn beide, mit noch vorhandener Liebe im Herzen, auseinander gehen....Ich oder wir haben es auch getan...aber aus einer anderen Problematik heraus....

Erst gestern habe ich einen dicken Brief von ihm erhalten....Und ihn nicht gelesen... Vielleicht irgendwann mal... wenn ich gefestigt genug bin...Jetzt muss ich mich selbst schützen....

Was wünsche ich dir... ..Viel Kraft auf jeden Fall ...und nicht den Glauben an dich und das große Universum verlieren, welches immer wieder Überraschungen für uns bereithält...Ja...ich weiß...manche von denen braucht man nicht...

Jede Begegnung in unserem Leben verfolgt einen Zweck, den wir oft nicht verstehen... Ich hadere auch oft damit....ABER...Regentagen folgen auch immer irgendwann wieder Sonnentage... auch wenn der Winter manchmal lang werden kann... Das Frühjahr und der Sommer folgen.. dies sind die Gesetze der Natur...

Alles Liebe

18.01.2015 15:17 • x 1 #11


Andi1211


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Hallo Magisch,

ich weiß auch nicht, wie das mit dem übernehmen von Zitaten aus den vorigen Stellungnahmen geht!

Deshalb mal so:

Wie ich mit mir und meinen Gefühlen umgehe? – Was es mit mir gemacht hat?
Ja, das ist genauso schwer mit Worten ausdrücken, wie meine Liebe zu ihr. Ich bin ein anderer Mensch geworden. Mein voriges Leben existiert nicht mehr. Es gibt Tage, da ist es besser, aber eben nicht besser im Sinne von zufrieden, sondern mein Alltag funktioniert. Und es gibt diese Tage, wo man ohne Vorankündigung wieder ganz tief in den Abgrund stürzt und an denen funktioniert gar nichts. Und das sind eigentlich die schlimmsten Tage. Man denkt, man ist auf einem ganz guten Weg nach vorne und zu sich selbst und dann kommt der Rückfall. Ich bin einigermaßen froh, wenn diese zuletzt erwähnten Tage an einem Wochenende sind, weil hier habe ich wenigstens die Gelegenheit alles herauszulassen. In der Woche ist dann eine enorme Energieleistung notwendig, bis ich abends alleine im Auto sitze oder zu Hause bin.

Warum ich keinen Zorn und Wut auf sie habe?
Ich werde niemals meine Liebe gegen ihre Mutterliebe stellen. Das würde sie, wenn es andersrum wäre, auch nicht tun. Wir wussten beide, dass wir ohne unsere Kinder um uns herum (die großen logischerweise nur noch temporär) nicht glücklich leben können.

Ob ich noch Hoffnung habe?
Nein, das habe ich nicht mehr. Ich kenne ihre Schwäche, dass sie sich einfach überfahren lässt, ohne sich zu wehren. Ich habe von meiner Seite diese Schwäche von ihr nie ausgenutzt und werde das auch niemals tun. Wir haben uns gegenseitig so genommen, wie wir sind, mit allen unseren gegenseitigen Stärken und Schwächen, ohne dass sich jemals einer von uns verbiegen musste. Ich weiß, welchen Mut und welche Kraft, sie damals benötigt hat, um sich von ihrem selbstherrlichen Mann und seiner einflussreichen Familie zu trennen. Das wird sie nicht noch mal wiederholen und sich jetzt allem unterordnen, um auch ihrer kleinen Tochter keinen weiteren Schaden zuzufügen. Ja, sie gibt sich selbst sicher hier auch irgendwie auf. Es ist vielleicht auch Selbstverleugnung. Sie tut es, um ihre kleine Tochter zu schützen. Das mit der Liebe ist hart genug für sie. Sie soll diese schönen Erinnerungen an uns immer ohne jeglichen Beigeschmack in ihrem Herzen tragen und wenn sie es möchte auch abrufen können. Denn die wird sie brauchen, in den stillen Momenten und ich hoffe einfach, dass das für sie reicht, um zu überleben.

Mein Überleben ist wiederum jetzt besonders meine Geschichte. Sie kann mir nicht mehr helfen. Ich habe ganz einfach rational gesehen, die bessere Möglichkeit. Ich bin frei. Gut, ich weiß diese Freiheit im Moment noch nicht zu nutzen, aber diese Zeit wird irgendwann kommen. Ob das noch mal für eine zukünftige Beziehung reicht, das wage ich heute nicht vorauszusagen. Wahrscheinlich bin ich sprichwörtlich jetzt „zu durchtrieben“ dafür, denn der Maßstab liegt überdimensional hoch. Wer will schon nur noch gut, wenn man außergewöhnlich erlebt hat.


Ganz liebe Grüße ...

20.01.2015 16:35 • x 1 #12


Schlummi


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@Andi1211

OH man, du sprichst mir aus der Seele. Hab eine ganz ähnliche Geschichte gerade hinter mir. Mit dem Unterschied, dass sie noch keine Kinder haben, aber der Altersunterschied zwischen uns beträgt 16 Jahre u sie ist familiär derart eingebunden u behütet, verwurzelt in ihren Freundeskreisen u Nachbarschaft u ihr Mann hat 3 Jahre lang wie ein Löwe um sie gekämpft ohne auch nur den hauch einer Ahnung davon zu haben, wie intensiv ihre Beziehung mit mir war. Naja... sie war u ist nicht ehrlich zu ihm.

Jetzt hat sie vor einem Monat diese Beziehung mit mir beendet - nach 3 Jahren. u nun ist sie mit ihrem Mann im Urlaub u plant Familie mit ihm. genau das, was sie sich so lange mit mir gewünscht hat.

Das tut wahnsinnig weh....

15.05.2016 09:56 • #13



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