Ehemaliger User
Gast
schlechte Nachrichten: Meine Beziehung ist gestern gescheitert. Ich glaube, damit sind nun alle Neuanfänge vom letzten Jahr beendet (sorry, wenn ich einen vergessen habe, bin ja nicht mehr so oft hier
Was ist passiert? Ehrlich gesagt, kann ich es gar nicht so genau nachvollziehen. Es war nicht geplant, war von mir auch nicht abzusehen und ging furchtbar schnell.
Kurzer Rückblick: Nach der Trennung im März letzten Jahres hatten wir uns beide nach einiger Zeit viele Gedanken gemacht und gemeinsam nach einer Lösung gesucht, wie wir unsere Beziehung retten können. Wir fanden einiges, was schiefgelaufen war und sind Mitte Juli 01 wieder zusammengekommen. Ich hatte in der Trennungszeit viel gelernt und wir beide änderten viele Dinge. Ich kann auch sagen: Die weitere Zeit mit ihm (1 Jahr bis heute) war sehr wertvoll und wir hatten viele schöne Momente.
Aber anscheinend haben die Änderungen auf Dauer nichts gebracht. D.h. in ihm hat sich wieder eine Unsicherheit in seinen Gefühlen zu mir eingeschlichen. Das ganze muss bereits wieder vor einiger Zeit angefangen haben, aber - typisch Mann (sorry!) - er hat nichts davon verlauten lassen und wollte erst mal abwarten. Denn er fand diesmal keine Gründe, warum er unsicher wurde.
Klar, habe ich auch einige Zeichen bemerkt, aber man muss dazu sagen, dass wir die letzten 2-3 Monaten eine sehr stressige Zeit hatten und man hätte die Anzeichen auch genauso gut darauf zurückführen können.
Die letzten 2-3 Monate hat er teilweise wieder bis zur völligen Erschöpfung für die Firma gearbeitet, da er aufgrund einer geplanten Operation (Schulter, Sportverletzung) wusste, dass er danach mindestens 6-10 Wochen ausfällt. Unsere gemeinsame Zeit schrumpfte. Wir hatten kaum noch Zeit, etwas zu unternehmen. Er wohnt 80 km von mir entfernt, so dass sich mangelnde Zeit auch sofort darauf auswirkt, wie oft man sich überhaupt noch sieht. Denn mal kurz abends vorbeischauen geht halt nicht bei dieser Entfernung.
Sein Chef war gegen die Operation, mischte sich ein und ER bekam Angst um seinen Job. Dann die OP, Krankenhaus - und danach das untätige Rumsitzen zuhause. Er trägt 6 Wochen lang einen fixierenden Verband und kann nichts, aber auch gar nichts tun. Seine Unzufriedenheit ist riesig, denn er ist ein unruhiger Mensch und muss ständig was arbeiten, tun, erledigen, sonst geht es ihm nicht gut.
Okay, gestern Abend sind wir dann fast durch einen Zufall auf das Thema "Unsicherheit" gekommen. Ich musste ihm fast alles aus der Nase ziehen. Ich habe mir alles angehört und war erst mal vollkommen geschockt. Für mich ist klar, dass das die Trennung bedeuten muss - ich habe alle Hoffnung in diesen Neuanfang gesetzt und wusste, dass ich gehen muss, wenn die Lösung, die wir meinten gefunden zu haben, keine dauerhafte Sicherheit in seinen Gefühlen bringt. Er wollte dieses "zufällige" Gespräch eigentlich nicht so schnell in einer Trennung enden lassen, aber ich drängte gestern schnell in diese Richtung.
Ich habe nicht mehr die Kraft, abzuwarten, in Wartehaltung auszuharren, bis er weiß, was Sache ist. Mir geht es mit meinen Ohren (Tinnitus, hatte letztes Jahr Gehörsturz) sowieso schon so schlecht, ich kann es auch körperlich nicht durchstehen.
Ich habe ihm gesagt, dass ich nicht wüsste, wie wir das ganze retten sollten. Wir haben es doch ein Jahr lang versucht und wenn jetzt gegen Ende des Jahres herauskommt, dass wieder eine Unsicherheit auftaucht. Was soll man denn noch retten? Und vor allen Dingen wie??? Das wusste er auch nicht.
Das ist ja auch das Problem:
Er sagt, ich entspreche jetzt genau seiner Vorstellung von einer guten Freundin. Wir haben uns in 8 Jahren zu einem guten Team entwickelt usw. Ich habe nach der Trennung letztes Jahr an mir gearbeitet, weil er mit einigen Vorwürfen an meiner Person auch recht hatte. Aber anscheinend reicht das nicht. Er hat Angst vor sich selbst, weil er eigentlich genau das hat, was er sich immer wünschte. Er fühlt sich schlecht, weil er mir so weh tut und er hat Panik vor der Zukunft ohne mich. Dann auch noch die Trennung genau in der jetzigen Situation: Krank zuhause, muss jetzt zu seinen Eltern - sein Job ist durch eine evtl. Schließung der Filiale, in der er arbeitet, nun auch wirklich definitiv in Gefahr usw.
Gut, seine Gefühle sind in den letzten Wochen auf der Strecke geblieben. Meine Gefühle sind ausreichend - aber manchmal kann ich sie nach den 8 Jahren auch nicht mehr genau einordnen. Ist das Liebe? Ich würde sagen, ja. Aber wahrscheinlich sind auch Verlustangst und Gewohnheit beinhaltet. Außerdem liebe ich ihn, seit ich 17 bin. Ich bin jetzt 26 und habe einfach noch niemanden anderen geliebt. Ich weiß nicht, wie eine andere Beziehung sein könnte, wo da die Unterschiede liegen, auch gefühlsmäßig. Keine Ahnung. Da habe ich null Erfahrung.
Mein engeres Umfeld sagt, er steht irgendwann wieder vor der Tür (wie letztes Jahr). Es ist ein Muster bei ihm, dass er in unzufriedenen und stressigen Zeiten meint, seine Gefühle gehen den Berg runter. Könnte durchaus sein, dass er - wenn er wieder zur Ruhe gekommen ist und sein Leben wieder in normalen Bahnen verläuft - sich auf einmal fragt, wie er auf diesen irrsinnigen Gedanken kam, mich nicht mehr genug zu lieben. So war es letztes Jahr. Vielleicht ist es diesmal aber auch anders.
Das ist eigentlich auch egal. Denn ich weiß, dass ich das nicht mehr mitmachen kann. Ich denke, die Unsicherheit macht mich kaputt und ich muss sehen, dass ich da rauskomme.
Ich habe es noch nicht so ganz registriert. Das ganze kam so überraschend und schnell. Ich habe heute Nacht einigermaßen geschlafen, bin zwar ständig aufgewacht und war sehr unruhig, aber auch der Halbschlaf ist gnädig. Das Aufwachen heute morgen war auch ziemlich ok., von daher gehe ich davon aus, dass ich es noch gar nicht kapiert habe, was los ist. Eine Art Verdrängung, na ja gut, was solls, hauptsache, ich komme durch die ersten Tage.
Ich hoffe, das ganze war nicht so wirr!
Ich fühle mich nämlich ganz durcheinander und beschissen. Aber das kennt ja jeder hier!
Würde mich über einen Beitrag von Euch sehr freuen, fühle mich so hilflos!
Viele Grüße
Maryleen