LeRoY
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Zitat von Brightness2:Auf welcher Basis kann nach deiner Meinung der Anwalt Druck erzeugen? Wie du selbst geschrieben hast, ist alles, was deine Ex verlangt, rechtens. Juristisch gesehen. Das ganz analytisch ohne moralische Wertung dessen, was deine Ex abzieht. Also gibt es kein juristisches Druckmittel, das dein Anwalt einsetzen kann.
Der Mediator ist unparteiisch und alles was er tut, ist den Termin zu moderieren und Zahlen in sein Berechnungsprogramm einzugeben. In meiner vertrackten Situation brauche ich jemanden, der sich für mich Handlungsoptionen überlegt, eine Strategie, mehr als den Standardfall durchrechnen. Ich denke schon, dass es so eine Strategie gibt. Ich habe auch hier im Forum schon interessante Tipps in die Richtung gehört (z.B. Haushälfte zurück an Mutter übertragen und ihr Miete zahlen; oder Aussetzung der Tilgung der Kreditraten beantragen). Verstehst du? Ich brauche jemanden, der sich rechtlich für mich einsetzt.
Zitat von Brightness2:Der Einzige, der ein, wenn auch sehr weiches, Druckmittel in der Hand hat, bist du. Du hast doch ausschließlich die Möglichkeit, an Fairness und Anstand deiner Ex zu appellieren. Mit ihr zu verhandeln.
Was glaubst du, wie viel ich in den letzten Wochen an Fairness und Anstand meiner Ex appelliert habe... mündlich, ganz sachlich, in einem langen Brief zum "in Ruhe Nachlesen", mit Verweis auf meinen Vertrauensvorschuss und meine Vorleistung durch die Übertragung der Wohnungshälfte. Das lässt meine Ex im besten Fall kommentarlos von sich abprallen, im schlechteren Fall geht sie direkt auf Konfrontationskurs und ehe ich blinzle, kommen schon die Phrasen, wie "ich würde es wirklich schade finden, wenn wir uns nicht einigen und es zu einem Sorgerechtsstreit kommt". Andere Beispiele siehe meine vorherigen Beiträge.
Zitat von Brightness2:Vielleicht beeindruckt es deine Ex, wenn du jetzt mal energisch und zielgerichtet für dich und deine Bedürfnisse eintrittst und ihr sehr klar und deutlich erklärst, was du von ihrer Vorgehensweise hältst.
Weißt du, @brightness2, bei uns herrscht verkehrte Welt. Meine Ex nahm mich die letzten Jahre immer als kontrollierend und Macht ausübend wahr. Sobald ich mich aktuell etwas klarer artikuliere (und glaub mir, ich erhebe weder den Ton, noch werde ich persönlich o.ä.), fühlt sie sich bestätigt und gibt mir das zu verstehen. Ich habe meiner Ex tausendmal gesagt, dass ich ihr Vorgehen unfair und kaltblütig finde. Das kümmert sie Null. Und ja, ich habe Angst, dass sie komplett auf Rache schaltet und mir den Kontakt zu meinen Kindern erschweren wird.
Aber du gibst mir schon richtige Denkanstöße. Am wahrscheinlichsten (und gefährlichsten für mich) ist aber, dass ich in das alte Beschwichtigungsmuster meiner Frau gegenüber verfalle. Die Appeasement-Politik... Und jetzt noch mehr Fehler, wie die Wohnungsübertragung mache.
Zitat von Brightness2:Was hast du in der Mediation als Zielsetzung formuliert?
Ich habe gesagt, dass ich als Ziel eine Variante sehe mit der wir beide "gut leben" können. Bei so einer Variante werden bei beiden Ex-Partnern die tatsächlichen Bedarfe in der Trennungszeit gedeckt und jedem bleibt ein bescheidener Rest zum Leben übrig. Es kann für mich nicht sein, dass einer monatlich hunderte Euro ins Minus gehen muss und der andere Geld anspart. Ich habe auch klar formuliert, wie weit ich mit Unterhaltszahlungen gehen kann. Es ist ihr egal, verstehst du? Ich frage sie: "Was denkst du, wie ich das bezahlen soll?" - sie sagt: "Nimm doch einen Kredit auf!", oder "Deine Eltern können dich doch unterstützen!" - oder "Du kriegst doch jetzt Weihnachtsgeld!" (das ist schon draufgegangen zur Bezahlung der letzten Rechnung von der Hausrenovierung). Verstehst du? Ihre Ansichten sind egoistisch jenseits von gut und böse!