Zitat von Igelfisch: Was schreibt...
...entspricht nicht den Tatsachen.
Zitat von Ema: Der Deal war ganz klar: Sie darf ihre Beziehung zum Schreiner führen, wenn du Minimum zweimal die Woche auf "deine Kosten" kommst, wie du es so gern genannt hast.
Nope. Dem ist nicht so.
Ich weiß nicht, wie du (ich verallgemeinere jetzt mal auf die meisten Kommentatoren: ihr) euch eine offene oder gar Poly-Beziehung und den Weg dahin vorstellt. Es ist sicher nicht so, dass ein Paar morgens aufwacht und sagt: jetzt frökeln wir mal fröhlich mit anderen Menshcen rum. So eine Öffnung ist ein langwieriger und durchaus schmerzhafter Prozess, in dem man ehrlich und offen miteinander spricht und sein Innerstes nach Außen kehrt. In dem man über Bedürfnisse und Erwartungen, über Ängste und Sorgen, über Lust und Leidenschaft, über Enttäuschungen und Kränkungen spricht. Und irgendwann näher man sich langsam an. Zu glauben, dass beide Partner sagen: Ja, genau wie du die Öffnung beschrieben hast, ist das genau mein Ding, ist... naiv und weltfremd.
Im Rahmen dieser Diskussion (die überhaupt nix mit dem Schreiner zu tun hatte, weil er vor 3 Jahren ja meiner Frau noch gar nicht bekannt war), haben wir auch intensiv über unsere sexuellen Bedürfnisse, Erwartungen und Vorlieben gesprochen. Meine Frau hat, für sie durchaus so schmerzlich, dass ihr die Tränen kamen, erkannt, dass sie mir im Rahmen meines Kinks nicht dienen kann. Dass es da etwas emotional sehr tiefgehendes bei gibt, aus dem sie ausgeschlossen ist. In dieser Konsequenz war ihr das nicht bewusst gewesen. Und auf der anderen Seite habe ich gelernt, dass sich meine Frau Carlos-freie kribbelnde Erlebnisse wünscht, Zeiten in denen sie ganz sie selbst sein kann, ohne meinen vertrauten Schatten zu fühlen.
Mir war direkt klar, dass unsere jeweiligen Kinks (gut, bei ihr wäre es übertrieben von einem Kink zu sprechen, da wäre es eher die polyamore Präferenz) das Potential haben, unsere Intimität komplett auszulagern. Und ohne Intimitäten leidet die Nähe und die Paarverbindung. Also war es mir wichtig, dass wir nur unter der Voraussetzung öffnen würden, dieser Gefahr aktiv entgegenzutreten und unsere partnerschaftliche Intimität als ein Gradmesser nehmen, ob das offene Ding funktioniert oder nicht. Die Vereinbarung war deshalb: Kein Abfall der Intimitäten zwischen uns. Wenn wir weniger als 1x (unteres Ende) bis 2x (Optimum) die Woche haben, müssen wir überlegen, ob wir schließen.
Dass das nach Ansicht einiger Foristen "brutal" oder meine Frau gegenüber "missbräuclich" oder als was diese Vereinbarung auch immer tituliert wurde, sein soll, erschließt sich mir auch nach 1118 Seiten und 16760 Kommentaren nicht. Ich halte das nach wie vor für ein legitimes und normales Vorgehen bei der Öffnung einer Partnerschaft.