carlos7
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Es war ein wilder Ritt... oder auch wieder nicht. Entweder bin ich älter, weiser oder gelassener geworden. Über was ich mich früher alles aufgeregt habe und was sich im Nachhinein als völlig unbedeutend erwiesen hat... da frage ich mich im Nachhinein schon, ob es der Aufregung bedurft hatte. Fast genau vor 3 Jahren war es ein emotionales Riesenproblem für mich, dass meine Frau mit dem Schreiner in den Geburtstag reinfeiern wollte. Wenn ich das heute nachlese, kommt es mir so kindisch und unbedeutend vor. Wie als ob diese 1h irgend etwas zwischen uns verändern würde... was für ein Quatsch. Neudeutsch war ich durchaus uncool 🤨.
Wo stehen wir heute? Entgegen aller Unkenrufen sind wir noch verheiratet. Entgegen aller Erwartungen sind meine Frau und der Schreiner noch ein Paar. Entgegen aller Besitzansprüche meiner Frau duldet sie ein zweite Partnerin des Schreiners. Entgegen aller kinky Anziehung sind Miss K und ich nur noch Freunde. Entgegen aller Befürchtungen sind unsere Kids nicht auf die schiefe Bahn geraten in diesem sündhaften, polyamoren Elternhaus. Entgegen aller testosterongeschwängerten Vorhersagen haben der Schreiner und ich uns nicht den Schädel eingeschlagen, sondern verstehen uns gut.
Das war jetzt die Kurzform. Natürlich gibt es Eifersüchteleien, Unsicherheiten, auch manchmal Konkurrenzdenken und Gerangel, aber mir geht es gut, meiner Frau geht es gut, dem Schreiner geht es gut und allen anderen Beteiligten ob groß oder klein auch. Manchmal kommt es mir vor, als wären wir eine 9er-Familie, die in einem schlechten Film in ihren ID-Buzz (so viel Moderne muss schon sein) steigt und im Sonnenuntergang ans Meer fährt. Und nein, es ist keine Kommune geworden. Aber wir haben den Geburstag meiner Frau zu neunt gefeiert und werden morgen nacht rudel-...
...gucken (wer ein anderes Ende des Wortes erwartet hatte, sollte seine Vorstellung von Poly-Beziehungen dringend überdenken).
Wie ich ja vor einem halben Jahr schrieb, hatte mein Frau ziemlich mit sich und der Zweitbeziehung zu kämpfen, nachdem sich der Schreiner zusätzlich gebunden hat. Aber sie ist darüber hinweg gekommen und akzeptiert seine Zweitpartnerin. Sie sind jetzt nicht die innigsten Freundinnen, aber es gibt keinen Zoff und die Rollen sind klar verteilt. Meine Frau genießt die gleiche Zweisamkeit aund Aufmerksamkeit wie vorher in deren gemeinsamer Zeit, in den restlichen Zeiten genießt es die Andere. Das Arrangement hat auch seine Vorteile... der Druck ist etwas raus es ihm recht machen zu müssen und der Umgang etwas entspannter. Andererseits erfordert es mehr Koordination und Abstimmung zwischen den dreien. Wobei der Schreiner-Freitag eine feste Größe ist und die beiden auch sonst manchmal etwas miteinander machen. Also dort läuft es.
Zwischen uns ist es auch ok, die Kids gedeien prächtig. Nur mit Miss K hat es nicht sollen sein. Einmal auf der Freundschaftschiene gelandet hat das mit dem Kink nit mehr so gefunkt wie vorher. Wir (ehrlich gesagt sie) haben beschlossen, dass wir nur noch Freunde sind und sie ihren Kink enderweitig auslebt. War die richtige Entscheidung, es war einfach "anders" seit der Geburt ihrer Tochter.
Schauen wir mal, was die Zukunft so bringt.
