Nasima
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ich möchte hier mal meine momentan Situation versuchen zu beschreiben. Ich (30) lebe seit Januar 2019 mit meinem Partner (35) zusammen. Davor hatten wir eine Fernbeziehung, wobei wir ab April 2016 immer wieder ein paar Wochen Zeit miteinander verbracht haben. Ich kannte also damals schon das Zusammenleben mit ihm.
Nun ist es aber so, dass wir schon viele Schwierigkeiten zusammen überstehen mussten. Und oft hatte ich dabei das Gefühl alleine zu sein. Mittlerweile haben wir drei gemeinsame Kinder im Alter von 34 Monaten und 23 (korrigiert 20) Monaten. Mit drei Kleinkinder ist der Alltag ziemlich stressig und wir haben oft auch verschiedene Vorstellungen davon, was in der Erziehung richtig wäre.
Es gibt bei uns viele Baustellen und ich habe mich die letzten zwei Jahre sehr zurück gezogen und emotional von meinem Partner entfernt. Das kam erstens weil er mich betrogen hatte, aber das was am Ende ausschlaggebend war, war seine Art nach der Geburt unserer Zwillinge. Sie kamen bei SSW 28+3 per Notkaiserschnitt und sie lagen die ersten zwei Monate in der Klinik. Natürlich war die Zeit auch für meinen Partner schwierig, aber er machte mir nur noch mehr Stress als ich eh schon hatte. Ich musste täglich Milch abpumpen und zwischen Klinik und meinem damals 11 Monate alten Sohn hin und her. Ich hatte in dieser Zeit teilweise sehr schlimme Gedanken und auch als die Kinder dann zuhause waren, war es natürlich sehr anstrengend. Mein Partner kümmerte und kümmert sich auch viel um unsere Kinder, das muss ich ehrlich zugeben, aber er war und ist oft so gestresst, dass mich das auch runter zieht.
Durch diese ganzen Dinge habe ich mich so sehr von ihm entfernt, obwohl ich bis zur Geburt unseres ersten Sohnes noch sehr verliebt war. Ich bemühte mich oft zu sehr um ihn und die Beziehung, vielleicht war das ein Fehler. Andererseits hätte ich anders nun nicht meine wundervollen drei Kinder, darum bereue ich auch nichts.
Ich habe jetzt schon viel geschrieben und ehrlich gesagt weiß ich selbst nicht was ich mir hiervon erwarte. Im Grunde weiß ich, dass sowohl mein Partner als auch ich eine Therapie machen sollten, da wir beide psychische Probleme haben. Ich selbst kann relativ gut reflektieren und sehe auch meine Fehler. Was natürlich nicht heißt, dass ich meine schlechten Seiten so einfach ablegen kann. Mein Partner merkt oft gar nicht wie schädigend sein Verhalten ist.
Seit ein paar Monaten ist es so, dass er ein neues Spiel auf dem Handy spielt und dabei auch mit Leuten chattet die das auch spielen. Und oft ist es so, dass er mich nicht mal anschaut wenn ich mit ihm spreche, sondern lieber aufs Handy guckt. Das ist auch ein Grund wieso ich in letzter Zeit darüber nachgedacht habe das Ganze zu beenden. Andererseits möchte ich es eigentlich nicht, ich würde viel lieber versuchen zwischen uns wieder mehr Nähe herzustellen. Aber nach all der Zeit fällt es mir schwer einfach öfter auf ihn zuzugehen.
Er selbst sagt uns würde die Zeit zu zweit fehlen und natürlich stimmt das auch, denn nachts schläft mein großer Sohn neben mir und die kleineren sind auch fast jede Nacht bei uns. Und tagsüber sind da eben auch immer drei kleine Kinder die viel Aufmerksamkeit brauchen. Aber ich denke wir sind selbst dafür verantwortlich, dass die Beziehung so schlecht bzw kaum noch läuft. Denn auch wenn wir wenig Zeit alleine haben, so könnten wir doch trotzdem die gemeinsame Zeit (auch im Beisein der Kinder) besser nutzen. Die Kinder hindern uns ja nicht daran mal was nettes zu sagen, uns zu umarmen oder zu küssen. Nein es liegt nur an uns und all dem was in den letzten Jahren passiert ist.
Es gibt einige Dinge an meinem Partner die mich stören und umgekehrt sicher auch. Ich überlege nun, ob ich irgendwie damit auf Dauer klar kommen kann. Ich versuche auch schon wirklich ihn wieder mehr abzunehmen wie er ist. Wobei manche Dinge einfach nicht okay sind. Zum Beispiel ist er sehr schlecht drauf wenn er morgens wach wird und nicht geraucht hat. Aber die Kinder brauchen uns nun mal und die können ja nichts dafür, dass er schlechte Laune hat. Ich sage sogar manchmal, dass er direkt rauchen gehen soll, während ich schon mal die Kinder wickel. Aber manchmal hat er dann keine Lust sondern bleibt einfach liegen und das nervt mich sehr, weil er ja genauso verantwortlich ist wie ich. Ich habe ihm nun mit seinem Einverständnis Nikotin Pflaster gekauft. Nicht um aufzuhören, sondern damit er die mal nachts benutzt und vielleicht morgens nicht mehr so unausstehlich ist.
Wenn bei jemandem die Frage aufkommt, ob er arbeiten geht. Nein momentan hat er keinen Job. Er war in Elternzeit, da ich mit den Kindern nicht alleine klar gekommen wäre, vor allem als alle noch Babys waren.
Ich denke ich habe fürs erste genug erzählt und würde mich über Meinungen natürlich freuen.
Danke fürs Lesen,
Nasima