carlos7
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Zuerst mal das typisch klassisch deutsche Familienbild: Bin mit meiner Frau jetzt seit gut 10 Jahren zusammen, ich klassisch 3 Jahre älter, Ende 30. Klassische Familie: 2 Kinder 6 und 8, Einfamilienhaus, beide Akademiker und Führungskräfte, finanziell sorgenlos. Ich klassich Vollzeit, sie klassisch Teilzeit. Ich durchschnittliche vor-eheliche Erfahrungen, meine Frau sehr beschränkt. Auch eher klassische Verteilung der Libido: Ich eher 6uell aktiv und drängend (so jeden zweiten Tag wäre mein Wunschmodell) , sie eher passiv und so jede zweite Woche wäre das ihre.
Jetzt kommen wir zu den weniger klassischen Aspekten unserer Beziehung. Wobei es noch klassisch anfängt. Meine Frau etwas unzufrieden mit ihrem Halbtags-Job, aber ich will und kann in meiner Führungsposition nicht halbtags arbeiten (aber ich gehöre sicherlich zu den 1% der Menshcen in meiner Position, bei denen die Familie im Vordergrund steht, d.h. im Zweifelsfall habe ich die Firma immer hindangestellt und werde das auch weiter tun. Haushaltsührung ist pari, Wir sind also beide voll ausgelastet, denn meine Frau ist duch abltagsjob und die Familien-/Kinder-Orga ungefähr gleich belastet (vielleicht sogar nehr).
Meiner Frau sind Auszeiten wichtiger als mir. Ich kann mich bei Rumtollen mit den Kids abends im Garten oder am Wochenende auch gut entspannen, für meine Frau ist es more of the same. Da sie nach dem Kennenlernen zu mir gezogen ist, hat sie hier auch keinen eigenständigen, großen Freundeskreis, also schmort sie so ein bisschen im eigenen Saft. Dazu fühlt sie sich 6uell etwas unter Druck und so langsam hat sich eine Unzufriedenheit mit ihrem Leben in ihr aufgebaut, die sich so äußerte, dass sie immer öfter davon anfing, mich zu drängen, wochenends und abends etwas gemeinsam zu unternehmen, was sich aufgrund der beruflichen und familiären Lage als schwierig rausstellte.
Tja, das verbunden mit der 6uellen Schieflage durch mein (auch unterbewusstes Drängen auf mehr 6), hat dazu geführt, dass sie irgendwann darübernachte, wie unbeschwert doch das Leben früher gewesen wäre und dass sie das nicht ausreichend ausgenutzt habe. Eins kam zum anderen und vor ca 2 Jahren begann sie langsam aber sicher darüber nachzudenken, ob sie nicht verpasst hatte, sich "auszuleben" und ihre Unzufriedenheit daher käme. Mag paradox klingen, wenn sie der 6uell weniger aktive Part war, ist aber irgendwo auch nachvollziehbar. So langsem kamen wir dann in den Gesprächen auf die Idee, die Beziehung zu öffnen. Sie könnte sich dadurch kleine Auszeiten von Familie und Pärchenleben schaffen und neue Kraft tanken. Und falls die Dates zu dem einen oder anderen Schäferstündchen führen würden, könnte sie auch Nachholen, was sie verpasst hätte.
Auch wenn die Idee in gemeinsamen Gesprächen entstanden ist, war es doch eindeutig ihr Wunsch und sie der Treiber. Ich selbst habe für mich selbst überraschend, ziemlich schnell zugestimmt, obwohl ich mich schon eher als Alphatier sehe. Meine Gründe waren:
1. Verlustängste hatte ich nicht. Ich dachte, ein besseres Gesamtpaket würde sie eh nicht finden.
2. Ich erwartete eine deutliche Verbesserung unseres 6-Lebens, sowohl in Bezug auf Häufigkeit, als auch in Bezug auf Praktiken für die sie bisher nicht aufgeschlossen war. Die Logik dahinter war recht einfach: Wenn sie Samstag abend mit einem anderen Mann 6 hatte, konnte sie 2 Tage später wohl kaum sagen, dass sie keine Lust hätte. Denn für mein Einverständnis musste sie natürlich vermeiden, denn 6 "auszulagern" und sich vorwerfen zu lassen, dort hätte sie Lust aber hier nicht.
3. Mir machte die Mitarbeiterin eines Zulieferers zu dieser Zeit schöne Augen und mir war klar, dass ich auch auf meine Kosten käme.
4. Die Vorstellung meine hübsche Frau gönnerhaft einem anderen Mann zur Nutzung zu überlassen, machte mich durchaus an. War so ein Gefühl wie: Du darfst mal meinen Porsche probefahren, aber hey. es ist halt meiner und du darfst es halt nur mit meiner Erlaubnis.
Gesagt getan, begann sie langsam zu daten und ich mit meiner Bekanntschaft essen zu gehen. Wir organisierten es meist so, dass jeder einen Abend die Woche weg war und der andere sich um Haushalt und Kinder kümmerte. Es lief hervorragend: Sie fand nach vorsichtigem Start erst jemanden (und später andere), mit dem sie mehr als nur flirtete und ich erlebte ein paar extrem stürmische Abende mit meiner Bekanntschaft. Unser 6-Leben wurde auch besser. nachdem sie anfangs versuchte noch auf ihrem 2-Wochen Rhythmus zu bestehen, erklärte ich ihr, dass ich Schwierigkeiten damit hätte, zu akzeptieren, dass sie 6 auslagert und mir vorenthält. Danach hatten wir mindestens 2x die Woche 6, manchmal auch häufiger. Und sie wurde experimentierfreudiger.
Alles also super, aber warum bin ich hier. tja. Die anfängliche Begeisterung verflog so nach einem halben Jahr bei mir und inzwischen empfinde ich die Konstellation als quälend. Hauptgründe:
1. Meine Bekanntschaft lernte nach einem halben Jahr jemanden kennen und ging eine Partnerschaft ein, so dass man heißen Auszeiten vorbei waren. Zwar gelang es mir ganz vereinzelt noch jemand über die üblichen Plaformen für ein Date und mehr zu finden, aber nur mit enormem Aufwand. Das Ungleichgewicht war enorm. Meine Frau wurde online mit Angeboten überschüttet und hätte sich jeden Tag durch eine anderes Bett pflügen können, wärend ich mit viel Glück jedes halbe Jahr mal zum Zug kam. Ungelogen hatte sie hunderte von Anfragen ohne auch nur 5 Minuten Aufwand spendieren zu müssen. De facto landeten wir also in einer einseitg offenen Beziehung.
2. So ganz passte der Vergleich mit dem Autoverleih dann eben doch nicht. Meine Frau zeigte mir immer Bilder oder Chats und fragte mich um "Erlaubnis". Sagte ich nein, hielt sie sich immer daran, das lief völli problemlos. Mich machte mein Kopfkino auch durchaus noch an und ich fand der Gedanken, dass ich meine hüsche Frau jemand anderem temporär überließ schon heiß. Aber es ist halt doch was anderes für die Psyche ob ein anderer Mann in deinem Wagen oder in deiner Frau ist. Je einseitiger die Situation wurde, desto mehr Schwierigkeiten bekam ich mit der Vorstellung.
Wo stehen wir jetzt: Ich habe meiner Frau gesagt, dass ich die Beziehung schließen möchte, sie besteht darauf, dass sie ihre Auszeiten braucht und dass sie sich eine geschlossene Beziehung nciht mehr vorstellen kann. Sie deutete an, dass für sie auch eine Trennung nicht augeschlossen, wenn ich ihr einfach die vereinbarten Freiheiten nehmen würde. Diese wären für sie lebenwichtig. Ich antwortete, dass für mich eine Trennung im Raum steht, wenn sie egoitisch ihr Ding durchziehen würde. Da stehen wird nun.
Meine derzeitige Idee ist ein Kompromiss. da die Öffnung wohl immer einseitig verschoben sein wird, wäre es für mich ok, wenn sie sich 1x bis 2x im Monat auswärts vergnügt, solange wir uns 6-Leben an meinen Rhythmus anpassen und mehrmals die Woche 6 haben. Und ein paar Praktiken einführen, die sie bisher ablehnt. Dann kämen wir beide auf unsere Kosten und aus meiner Sicht wäre alles bestens. Eifersüchtig bin ich nicht und Verlustgefahr ist auch nicht gegeben. Meinen Vorschlag hat sie erst mal abgeblockt ("das grenzt ja an Erpressung"), aber meinen Erpressungsvorwurf an sie hat sie auch eingestanden.
Wir kommen die letzten 3 Monate in der Diskussion nicht weiter und umschiffen das Thema weiträumig. Sie hat die Dates auf 2-3x im Quartal reduziert, ich date gar nicht mehr. Das ist aber ein Schwebezustand, der nicht mehr lange hält. Irgendwie muss ein Kompromiss her, mit dem beide leben können. Ich denke nach wie vor, dass meine Idee ein gut gangbarer Weg für uns beide wäre. Ich würde ihren Bedürfnissen entgegenkommen und sie meinen.