Zitat von Kuddel7591: Nach einem harten Lebenseinschnitt gibt es eh kein "richtiges/falsches" Verhalten. Jeder macht das so, wie er es für sich "angebracht" hält. Allerdings - nicht mal zu wissen, nicht mal ahnen zu können, OB und WAS "angebracht" ist/wäre - da kann auch keine Hilfe von außen etwas erreichen.
Mehrfach habe ich erwähnt, dass es keine Blaupause für meine Vorgehensweise gab/gibt. Die "Hilfe von außen" sagte mir, dass bei mir med. "abgewartet" werden müsse, wie sich meine Situation entwickelt. Die "Hilfe von außen" - das waren ausgemachte Profis einer Klinik, die damals wie heute einen exzellenten Ruf genießt.
Ich stimme dir zu und habe Respekt vor deiner Leistung, schwere Zeiten kann jeder nur für sich bewältigen und es zeigt sich erst danach, ob er/ sie gewachsen ist oder wieder in alte Verhaltensmuster verfällt.
Zitat von Kuddel7591: Wie ein Mensch mit extremen Situationen WIRKLICH umgehen "würde", weiß dieser Mensch erst, wenn er sich selbst in einer extremen Situation befand/befindet... alles andere ist wilde
Spekulation.
Ohne Frage.
Nach diesen Situationen kann der Mensch reflektieren und u.U. verstehen, was sich verändert hat und ob er sich gewandelt hat. Einige Situationen lassen sich erst im Rückblick bewerten und beurteilen.
Aber...
Zitat von Ella: Ich selbst bin der Überzeugung, dass mein "System" nur eins von vielen ist und somit begrenzt. Aus meiner Erfahrung entstanden, passend fur mich. Für mein aktuelles "ich". Bereitschaft, alles in Frage zu stellen, Kausalitäten zu entdecken und mich als Beteiligter anzusehen, Mitgestalter meiner Realität, Regisseur meines Films ist meine Entscheidung. Was nicht bedeutet, dass andere Entscheidungen nicht legitim sind.
Zitat von Ella: Meine These ist, dass man Veränderung nicht aktiv beifuehrt, sondern sich lediglich nicht vor ihr verschließt. Auf uns strömen neue Informationen zu, wir erleben neue Situationen und nehmen uns in diesen wahr. Was macht es mit mir, scheint mir eine günstigere Frage als was mache ich damit.
das ist die entscheidende Frage, wie wird das Ich definiert und wie viel Gestaltungsmöglichkeit hat das Individuum wirklich.
Charlie Brown hat Lucy in einem Comic gefragt, ob er eine andere Person sein könne, wenn er in ein anderes Land auswandern würde. Lucy antwortete nur: Nein, du wirst immer Charlie Brown sein.
So einfach ist die Antwort natürlich nicht, aber sie kann auch nicht so einfach sein:
Zitat von Kuddel7591: Es ist scheinbar nicht jedem gegeben, sich (mehr) auf sich zu besinnen, sich selbst zu hinterfragen, sich selbst zu korrigieren, wenn es erforderlich scheint. Ein IST-Zustand kann doch nicht das Ende einer persönlichen Entwicklung sein....Entwicklung geht immer weiter.
Entwicklung steht nie still. Damit geht einher, etwas zu verändern. Das nicht nur zu wollen,
sondern es auch zu müssen, um voran zu kommen.
Entwicklung muss auch nicht immer sichtbar oder von großer Bedeutung sein, sie kann auch im Lebenstrott stattfinden und der einzelnen Person sehr viel bedeuten, sie findet im Kleinen statt. Wer sind wir, dies zu beurteilen.
Das wird mMn an dieser Stelle ausgebeldent, da es immer um die großen Dinge geht.
Zitat von Kuddel7591: Worum geht es denn AUCH im Leben - "Trott" zu vermeiden. "Trott" wird doch meist bei Anderen "gesehen/erkannt". Der eigene "Trott" wird doch sehr oft geflissentlich übersehen. Aus dem "Trott" rauszukommen, bedeutet natürlich, etwas zu verändern. Veränderungen sind zunächst mal sehr unbequem - für einen selbst und für das nächste Umfeld.
Es gibt auch Menschen, für die ist der Trott/ Alltag sehr wichtig und sie mögen ihn. Verändern sie sich deswegen nicht? Können ihre Ansichten/ Gedanken deshalb nicht wachsen?
Die Ansicht ist mir zu stark auf die sichtbare Veränderung reduziert und impliziert, jeder sollte etwas in seinem Leben änder, um sich zu entwickeln.
Zitat von Kuddel7591: Aus meiner Sicht - zu verändern ist Leben. Wer sich/nicht verändert, lebt nicht (mehr).
Und damit verändert sich jeder zu jeder Zeit

Ist doch eine tolle Sache.
Zitat von Kuddel7591: Aus meiner Sicht machen viel zu viele Menschen nur noch "mit", nur noch "nach", um nicht mehr selbst kreativ zu sein/zu müssen. Daher wird immer weniger gefragt, nachgefragt, nachgehakt.
Zitat von Kuddel7591: Was Politik die letzten Jahre erlebt/ausmacht - es geht in fast ganz Europa fast noch nur
noch darum, regierende Politik-Richtungen zu verhindern. Es wird kaum noch eine
Politik-Richtung "gewählt", sondern die "Protest-Wähler" bekommen mehr und mehr
Überhand. Da sind mir zu viele Mitmacher/Nachmacher, die ohne jedes politische Konzept
zu den Wahlen gehen....und ihr Kreuzchen dort setzen, wo gezieltes Nachfragen nicht
mal mehr erwünscht ist. Diese Parteien gibt es inzwischen im gesamten Europa - populistisch
ausgerichtet, Konzeptlos, Demokratie-Gegner, Fortschritt-Hemmschuhe, die nur EINES machen - Parolen dreschen, um damit Stimmen zu sammeln.
Zitat von CocosPool: Wer sich da allerdings mal in sich gehen sollte und mal gründlich nachdenken sollte- das sehe ich komplett anders als du.
Nicht die zB.AFD Wähler sollen mal nachdenken! Die kennen ihre Gründe. Sondern unsere Regierung sollte mal ganz scharf nachdenken, woher das kommt! Und was man tun kann um Ängste zu nehmen, von denen ich glaube das sie ursächlich sind. Ich glaube nämlich nicht das Hass dabei der Motor ist.
Nur "die bösen dummen" schreien hilft da nicht.
Zitat von Kuddel7591: Was du meinst - so vermute ich mal - dass Politik eine Kehrtwende macht. Dafür ist es noch zu ruhig in den Landen, noch nicht genug "passiert". Aber... Politik MUSS sich an geltendes Recht halten, was die von vielen gewünschte politische Kehrtwende einfach nicht zulässt. Die Gesetzgebung legt da AUCH Daumenschrauben an, woran sich die "Aufrührer-Gruppierungen" eben NICHT halten (wollen) und daher sehr viel Zulauf durch die "Mit-/Nachmacher" generieren....europa-weit, zu Trump-Zeiten auch in Amerika. Die führenden "Politiker" dieser Gruppierungen wollen doch gar kein eignes Konzept, um ggf. "regieren" zu können. Sie wären nicht mal in der Lage, einen Staat zu regieren, wie es die Gesetzgebung vorschreibt.
Zitat von Kuddel7591: Nachrichten sind im "Konjunktiv" verfasst, kaum noch auf Fakten basierend. Das macht
viele Menschen zusätzlich meschugge und Vorhergesagtes passiert dann doch nicht.
Hier scheinen mir zu viele gesellschaftliche und politische Themen vermischt zu werden, die gerade eine populistische Diskussion anheizen.
Da man sich immer wieder auf Quellen bezogen hat, möchte ich auch eine Quelle anführen:
Auf gesellschaftlicher Ebene kann man sich gut mit dem Ansatz von Sennett auseinandersetzen, der bereits vor Jahren die Auflösungstendenzen moderner Gesellschaften beschrieben hat, sich dabei aber auch auf historische Entwicklungen bezieht (er geht bis auf die Polis zurück) und nicht nur im aktuellen Jahrhundert bleibt. Hier werden auch Tendenzen der Individualisierung, die hier immer wieder hervorgerhoben werden, kritisch für das gesellschaftliche und politische Leben hinterfragt und reflektiert.
Was ist mit "Aufrührer-Gruppierungen" gemeint? Auch nach der Trump-Zeit kann man in einigen Politikbereichen (beispielsweise der Einwanderung) keine Änderung erkennen, die amerikanische Politik ist nur schwer mit der europäischen vergleichbar, da ihr andere Strukturen zugrunde liegen.
Seriöse Nachrichten berugen in der Regel auf Quellen und führen diese auch an. Unseriös wird es in der Regel im Springerverlag, irgendwelchen Blogs oder sozialen Netzwerken.
Die Dynamik des Informationsflusses und die Präsenz seriöser Quellen kann und muss kritisch hinterfragt werden, ist aber nicht der alleinige Grund, warum die Menschen "meschugge" werden.
Zitat von Kuddel7591: wie sehr hast du dich und dein Leben in den letzten ein, zwei Jahren verändert?
Das ist eine tolle Frage.
Ich kann für mich festhalten, mein Leben hat sich verändert und ich bin in den letzten zwei Jahren emotional gewachsen.
Das war/ ist für mich ein sehr großer Schritt, den mit Sicherheit nicht alle sehen, mir bedeutet er aber viel und es fühlt sich auch sehr gut an
